Schmidt, Richard

 

* 9. April 1899, Kolmar

† 7. November 1977, Bad Ems

 

Richard Schmidt trat am 12. Oktober 1917 als Kriegsfreiwilliger in die Königlich Preußische Armee ein. Dabei kam er zur Kraftfahr-Ersatz-Abteilung 9. 1918 wurde er dann als Infanterist zu einem Infanterie-Regiment an die Front versetzt. 1918 geriet er dann in Gefangenschaft, aus welcher er 1919 wieder entlassen wurde. 1919 erhielt er dann seinen Abschied vom Heer.

Dafür trat er dann in den Dienst der Polizei ein. Am 4. April 1928 wurde er in Hagen zum Leutnant der Polizei ernannt. Am 19. September 1928 hat er Lydia Neye geheiratet. Am 11. April 1930 wurde er ebenfalls in Hagen zum Oberleutnant der Polizei befördert. 1934 wurde er dann zum Hauptmann der Polizei befördert. Während der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er am 15. Oktober 1935 als Hauptmann in das Heer übernommen. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. November 1934 festgelegt. Er wurde jetzt zum Chef der 2. Kompanie vom neuen Infanterie-Regiment 60 in Hamm ernannt. Dieses Kommando behielt er dann bis zur Mobilmachung für den 2. Weltkrieg im Sommer 1939. Dabei wurde er dann als Bataillonskommandeur eines Infanterie-Regiments eingesetzt. Im Frühjahr 1940 führte er sein Bataillon in den Westfeldzug. Dabei wurde er zum 1. Juni 1940 zum Major befördert. Im Herbst 1940 wurde er dann zum Kommandeur des III. Bataillons vom Infanterie-Regiment 473 ernannt. Mit seinem Bataillon bezog er dann im Verband der 253. Infanterie-Division als Besatzungstruppe Stellungen im Westen. Im Frühjahr 1941 verlegte er mit seinem Bataillon und der gesamten Division nach Ostpreußen. Im Sommerbeginn 1941 führte er dann sein Bataillon im Divisionsverband der 253. Infanterie-Division im Ostfeldzug beim Angriff auf Nordrussland. Dabei trug er bereits beide Eisernen Kreuze. Am 19. August 1941 wurde er dann im Ehrenblatt des Heeres eingetragen. Noch im Sommer 1941 wurde die gesamte 253. Infanterie-Division in den nördlichen Teil vom Mittelabschnitt der Ostfront verlegt. Am 1. Dezember 1941 wurde ihm das Deutsches Kreuz in Gold verliehen. Auch Anfang 1942 wurde er mit seinem Bataillon in Mittelrussland eingesetzt. Zum 1. März 1942 wurde er zum Oberstleutnant befördert. Im Sommer 1942 wurde er dann als solcher zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment 473 ernannt. Als solchem wurde ihm am 6. November 1942 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Zum 1. Dezember 1942 wurde er zum Oberst befördert. 1943 gab er sein Kommando ab. Dafür wurde er jetzt zum Kommandeur eines Lehrstabes an der Infanterieschule ernannt. Im Dezember 1943 wurde er dann zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment 290 ernannt. Dieses führte er dann im Verband der 98. Infanterie-Division in den Rückzugskämpfen auf der Krim. Im April 1944 wurde er verwundet und musste daraufhin sein Kommando über das Infanterie-Regiment 290 abgeben. Nach seiner Genesung wurde er dann in die Führerreserve versetzt. Vom 7. August 1944 bis zum 2. September 1944 wurde er dann zum 13. Divisionsführerlehrgang nach Hirschberg kommandiert. Am 18. Dezember 1944 wurde er dann als Nachfolger von Generalleutnant Alfred Thielmann mit der Führung der 254. Infanterie-Division beauftragt. Zum 1. März 1945 wurde er dann unter gleichzeitiger Beförderung zum Generalmajor zum Kommandeur der 254. Infanterie-Division ernannt. Bei der Kapitulation der Wehrmacht geriet er dann als solcher in sowjetische Gefangenschaft. Aus dieser wurde er 1950 an die Tschechoslowakei ausgeliefert. Von diesen wurde er dann wegen Kriegsverbrechen zum Tode verurteilt. Generalmajor Richard Schmidt wurde dabei wegen der Zerstörung des slowakischen Dorfes Beniky verurteilt. Das Urteil wurde jedoch später im Jahr 1960 in lebenslängliche Haft umgewandelt. Seine Frau Lydia ist während seiner Haft verstorben. Am 20. Dezember 1961 wurde er wieder entlassen.

 

Ritterkreuz (6. November 1942)