Schmidt, Hugo Friedrich Wilhelm Theodor

 

* 12. September 1885, Gera

+ 12. April 1964, Kiel

 

 

Hugo Schmidt war der Sohn des Major a.D. Hugo Friedrich Wilhelm Schmidt und dessen Ehefrau Pauline Theodore, geborene Engisch. Seine Mutter starb bereits am 30. Mai 1892. Er trat nach seiner Kadettenausbildung in den Kadettenhäusern Bensburg und Naumburg und der Haupt-Kadettenanstalt in Groß Lichterfelde am 6. April 1904 als Seekadett in die kaiserliche Marine ein. Seine Seeausbildung erfolgte vom 11. Mai 1904 bis zum 31. März 1905 an Bord vom Schulschiff "Moltke". Mit diesem befand er sich vom 6. August 1904 bis zum 12. März 1905 auf hoher See. Bis zum 27. September 1907 absolvierte er seine Ausbildung an der Marineschule Mürwik, wo er am 1. April 1905 zum Fähnrich zur See befördert wurde. Am 1. Dezember 1906 wurde er in den Stab vom Großen Kreuzer "Fürst Bismarck" versetzt. Am 28. September 1907 wurde er zum Leutnant zur See befördert und am gleichen Tag an Bord des Großen Kreuzers SMS "Fürst Bismarck" versetzt. Im Jahr 1909 folgte die Versetzung auf das Küstenpanzerschiff SMS "Frithjof" und am 22. Juli 1909 auf das Küstenpanzerschiff SMS "Siegfried". Auf letzterem wurde er als Adjutant eingesetzt. Am 1. Oktober 1909 wurde er zur Torpedobootswaffe versetzt. Er wurde als Wach-Offizier bei der 1., 5. und 6. Torpedoboots-Halbflottille und am 22. März 1910 zum Oberleutnant zur See befördert. Er heiratete am 23. April 1912 eine Elisabeth Herta Magdalena Hildebrandt. Am 23. Oktober 1912 übernahm er dann das Kommando über das Torpedoboot "T 51".  Am 30. September 1913 folgte seine Versetzung zur Minen-Abteilung, in der er bis zum 1. Januar 1915 als Adjutant und anschließend als Kompanieführer diente. Vom 29. März bis 20. Juni 1915 absolvierte er seine Ausbildung an der U-Boots-Schule, um am 20. Juni 1915 Kommandant des Unterseebootes "U 71" zu werden, das er bis zum 19. April 1917 führte und mit dem er neun Schiffe versenkte. Am 17. Oktober 1915 zum Kapitänleutnant befördert, übernahm er anschließend das Kommando über das Unterseeboot "U 97". Sein Vater ist bereits am 29. September 1916 gestorben. Am 13. Oktober 1917 wurde er zur II. U-Boots-Flottille versetzt, am 25. November 1917 zur Inspektion der U-Boote. Am 27. November 1917 wurde er dann I. Offizier auf dem Minenversuchsschiff "Pelikan". Seine einzige Tochter war die am 28. August 1918 geborene Ingeborg Annaliese Schmidt. Ab dem 28. Dezember 1918 war er Referent bei der Inspektion des Minen- und Sperrwesens, bevor er am 2. März 1919 als I. Offizier auf das Minenversuchsschiff "Pelikan" zurückkehrte. Am 19. Mai 1919 übernahm er das Kommando über das Torpedoboot "T 174", bevor er am 4. Juni 1920 Referent bei der Inspektion des Torpedo- und Minenwesens wurde. 1922 wohnte er privat in der Feldstraße 125 in Kiel. Am 16. Oktober 1923 kam Hugo Schmidt als I. Offizier auf den Kreuzer "Medusa", wo er am 1. Januar 1924 zum Korvettenkapitän befördert wurde. Am 27. September 1924 zur Marinestation der Ostsee versetzt, wurde er am 1. Oktober 1924 Chef der 1. Minensuch-Halbflottille. Am 1. Oktober 1926 übernahm er das Kommando über die IV. Marine-Artillerie-Abteilung und am 28. September 1928 wurde er 1. Admiralstabs-Offizier im Stab der Marinestation der Nordsee. Hier wurde er am 1. Mai 1929 zum Fregattenkapitän befördert. Ab dem 3. Oktober 1930 war er Kommandeur der Schiffsstamm-Division der Nordsee. Am 1. Oktober 1931 folgte die Beförderung zum Kapitän zur See. Am 30. September 1932 wurde er aus dem Militärdienst entlassen, um am Folgetag als L-Offizier* Ausbildungsleiter für ehemalige Seeoffiziere im Minendienst beim Wehrkreis-Kommando IV bzw. beim Wehrkreis-Kommando III. Ab dem 1. April 1935 trat er als E-Offizier zur Luftwaffe über. Als Oberst wurde er zum Stab des Luftkreis-Kommandos VI (See) in Kiel kommandiert und am 1. Juli 1935 Kommandeur der Fliegerersatz-Abteilung 16 und Fliegerhorst-Kommandant Schleswig. Am 1. Oktober 1937 folgte die Beförderung zum Generalmajor und am 1. April 1938 die Ernennung zum Inspekteur der Wehrersatz-Inspektion Schwerin. Diese Dienststellung hatte er bis zum 30. November 1942 inne. Am 1. Oktober 1939 wurde er zum Generalleutnant und am 1. April 1941 zum General der Flieger befördert. Am 30. November 1942 schied er aus dem Militärdienst aus. Am 19. Dezember 1946 wurde er verhaftet und von den britischen Besatzungstruppen interniert. Aus der Gefangenschaft wurde der im 2. Weltkrieg nie an der Front eingesetzte ehemalige Offizier erst am 1. April 1947 wieder entlassen.

Er hatte mindestens noch einen Bruder:
Sein jüngerer Bruder war der am 24. April 1880 in Gera geborene Friedrich Wilhelm Ernst Schmidt. Dieser heiratete als Hauptmann im Kriegsministerium am 12. November 1916 die über dreizehn Jahre jüngere Martha Emma Gertrud Hülsemann, Tochter des Fabrikbesitzers und geheimen Kommerzienrates Karl August Clamor Hülsemann, in Altenburg. Er wohnte damals in der Fasanstraße 32 in Berlin-Wilmersdorf. Kapitänleutnant Hugo Schmidt war damals ein Trauzeuge. Der Bruder heiratete als Generalagent und Major a.D. am 5. Oktober 1922 in zweiter Ehe die über sehchs Jahre jüngere Johanna Leonie Oßwald, Tochter vom ehemaligen Altenburger Oberbürgermeister und Polizeidirektor Karl Gustav Oßwald, in Dresden. Auch bei dieser Hochzeit war Kapitänleutnant Hugo Schmidt´wieder ein Trauzeuge, der andere war Oberstleutnant Friedrich Wilhelm Derichs aus Dresden. Nach Verfügung vom 2. Juni 1926 des Preußischen Justizministeriums führte er den Namen Schmidt-Oßwald. Diese Namensänderung erstreckte sich auch auf seine Frau und seine Kinder. Sein Bruder starb am 19. August 1955 in Görlitz. Dessen Witwe starb am 13. Oktober 1957 ebenfalls in Görlitz.

 

*Ausgeschiedene ehemalige Offiziere wurden oft als zivile Angestellte der (schwarzen) Reichswehr in "Landesschutzangelegenheiten" beschäftigt (L-Angestellte). Ab dem 1. Oktober 1933 taten diese als sog. L-Offiziere (L = Landsschutz; nicht Landwehr) Dienst in Kommandostellen der Reichswehr, trugen weiterhin Zivil und hatten an ihrem Rang ein "a.D." Das war wie eine eigene Laufbahn mit eigener Besoldung neben dem aktiven Offizierskorps. Am 5. März 1935 erfolgte die Umbenennung in E-Offiziere für Ergänzungsoffizierskorps. Hier trugen die Ränge dann ein (E) als Zusatz. Diese Offiziere wurden nur in bestimmten Bereichen, meist Innendienst eingesetzt und machten während der Aufrüstung aktive Offiziere frei für andere Verwendungen.

 

Literatur und Quellen:

Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109/10853
Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/1945, Podzun-Verlag 1955 
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin, Mittler (1925).
Rangliste des Deutschen Reichsheeres 1926, Berlin, Mittler und Sohn 1926.
Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte, Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad Nauheim, Podzun 1953
Karl Friedrich Hildebrandt: Die Generale der Luftwaffe 1935–1945, Band 3: O-Z, Biblio Verlag, Osnabrück 1993