Sattler, Robert

 

* 6. Dezember 1891, Königshütte

† 1978, (Seesen)

 

Robert Sattler trat nach seinem Abitur am 2. Dezember 1912 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Dabei kam der Sohn eines Oberhütteninspekteurs zum 4. Oberschlesisches Infanterie-Regiment Nr. 63. Bei diesem wurde er am 18. August 1912 zum Fähnrich befördert. Nach dem Besuch der Kriegsschule wurde er am 16. Juni 1913 zum Leutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den gleichen Tag datiert. Als solcher wurde er jetzt als Kompanieoffizier im 4. Oberschlesisches Infanterie-Regiment Nr. 63 eingesetzt. Auch noch kurz vor Beginn des 1. Weltkrieges im Sommer 1914 wurde er in dieser Funktion eingesetzt. Im Krieg wurde er dann als Zug- und als Kompanieführer beim 4. Oberschlesisches Infanterie-Regiment Nr. 63 eingesetzt. Von August 1916 bis Oktober 1918 befand er sich in Kriegsgefangenschaft. Im Oktober 1918 wurde er zum Oberleutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den 20. Juni 1918 datiert. Im Ersten Weltkrieg wurde er nicht nur verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Schwarz widerspiegelte. Außerdem wurden ihm auch beide Eisernen Kreuze verliehen. Nach dem Krieg wurde er anfangs im Grenzschutz in Schlesien eingesetzt. Am 1. Oktober 1919 wurde er als Oberleutnant in das Reichsheer übernommen. Er wurde jetzt im Reichswehr-Infanterie-Regiment 16 eingesetzt. Auch beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 wurde er in diesem verwendet. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann in das 7. (Preuß.) Infanterie-Regiment übernommen. In diesem wurde er dann die ersten Jahre als Kompanieoffizier eingesetzt. Spätestens ab dem Frühjahr 1924 wurde er dann bei der 16. Kompanie des Ausbildungs-Bataillons vom 7. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Schweidnitz eingesetzt. Im Frühjahr 1925 gehörte er dann zur 4. (MG.) Kompanie vom 7. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Neiße. Ab August 1925 wurde er als Adjutant zum Wach-Regiment Berlin kommandiert. Etatmäßig gehörte er vorerst weiter zur 4. (MG.) Kompanie vom 7. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Neiße. Am 1. Oktober 1926 wurde er dann etatmäßig zur 2. Eskadron vom 4. (Preuß.) Reiter-Regiment nach Perleberg versetzt. Von dort wurde er weiter als Adjutant zum Wach-Regiment Berlin kommandiert. Als solcher wurde er am 1. Februar 1927 zum Hauptmann bzw. Rittmeister ernannt. Als solcher wurde er dann 1927/28 auch offiziell zur Kommandantur Berlin versetzt. Am 1. Januar 1929 wurde er dann zum Chef der 6. Kompanie vom 15. Infanterie-Regiment in Weimar in Thüringen ernannt. Dieses Kommando behielt er dann die nächsten Jahre. Am 1. April 1933 wurde er dann für ein Jahr in den Stab der Kommandantur Glatz versetzt. Am 12. September 1933 hat er Annemarie geb. Stolze, geschiedene Berger geheiratet. Ab dem 1. April 1934 wurde er für ein halbes Jahr wieder als Kompaniechef im 15. Infanterie-Regiment eingesetzt. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er am 1. Oktober 1934 unter gleichzeitiger Beförderung zum Major als Taktiklehrer zur Kriegsschule München versetzt. Am 15. Oktober 1935 wurde er bei der Enttarnung der Verbände zum Kommandeur des I. Bataillons vom Infanterie-Regiment 24 in Braunsberg ernannt. Als solcher wurde er zum 1. April 1937 zum Oberstleutnant befördert. Am 1. Oktober 1938 wurde er dann in den Regimentsstab vom Infanterie-Regiment 24 ebenfalls in Braunsberg versetzt. Dort erhielt er jetzt eine Einweisung als Regimentskommandeur. Bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg wurde er dann im Sommer 1939 zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment 176 ernannt. Bei Beginn des Krieges führte er das Regiment im Verband der 61. Infanterie-Division in den Polenfeldzug. Danach verlegte er Ende 1939 mit seinem Regiment an die Westfront. Zum 1. April 1940 wurde er zum Oberst befördert. Ebenfalls noch im Frühjahr 1940 führte er das Regiment im Divisionsverband der 61. Infanterie-Division in den Westfeldzug. Danach verblieb er mit seinem Regiment als Besatzungstruppe in Nordwestfrankreich. Er trug jetzt bereits beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen. Ende Januar 1941 verlegte er dann mit seinem Regiment mit der gesamten Division nach Ostpreußen. Zum Sommerbeginn 1941 führte er das Infanterie-Regiment 176 dann im Verband der 61. Infanterie-Division im Ostfeldzug beim Angriff auf Nordrussland. Am 11. Januar 1942 wurde ihm das Deutsches Kreuz in Gold verliehen. Vom 24. Januar 1942 bis 15. Februar 1942 wurde er durch Oberstleutnant Botho von Frantzius vertreten. Danach übernahm er wieder sein Kommando. Am 19. April 1942 wurde er dann durch Oberst Gottfried Weber endgültig als Kommandeur vom Infanterie-Regiment 176 abgelöst und dafür in die Führerreserve versetzt. Am 1. Januar 1943 wurde er zum Kommandeur der Annahmestelle für Offiziersbewerber IX in Kassel ernannt. Als solcher wurde er zum 1. Oktober 1943 zum Generalmajor befördert. Am 1. Dezember 1943 wurde er abgelöst und erneut in die Führerreserve verliehen. Im April 1944 wurde er dann zum Kommandant von Cherbourg ernannt. Am 21. Juni 1944 wurde er auf Befehl Hitlers durch Generalleutnant Karl-Wilhelm von Schlieben abgelöst. Er verblieb dann aber bis zur Kapitulation der Festung weiter in Cherbourg. Am 27. Juni 1944 wurde er dann durch Soldaten der 9. US-Infanteriedivision gefangen genommen. Aus der Gefangenschaft wurde er am 8. Juli 1947 wieder entlassen.