Sander, Erwin

 

* 5. März 1892, Berlin-Neukölln

† 7. Dezember 1962, Bamberg

 

Erwin Sander trat nach seinem Abitur am 1. Oktober 1910 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Dabei kam der Sohn eines Kaufmanns zum 1. Posensches Feldartillerie-Regiment Nr. 20. Bei diesem wurde er am 23. Mai 1911 zum Fähnrich befördert. Nach dem Besuch der Kriegsschule wurde er am 22. Mai 1912 zum Leutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den 18. Mai 1910 datiert. Als solcher wurde er jetzt als Batterieoffizier im 1. Posensches Feldartillerie-Regiment Nr. 20 eingesetzt. Am 1. Oktober 1912 wurde er dann in das 3. Ostpreußisches Feldartillerie-Regiment Nr. 79 versetzt. Auch bei diesem wurde er wieder als Batterieoffizier eingesetzt. Als solcher zog er dann bei Beginn des 1. Weltkrieges im Sommer 1914 ins Feld. 1915 wurde er dann zum Führer des Kraftwagen-Geschützes der 8. Armee ernannt. Als solcher wurde er am 18. Oktober 1915 zum Oberleutnant befördert. Am 3. November 1916 wurde er dann in das Reserve-Feldartillerie-Regiment Nr. 10 versetzt. Bei diesem wurde er dann anfänglich als Führer der 8. Batterie eingesetzt. Später übernahm er dann die 7. Batterie. Am 8. Oktober 1918 wurde er dann zur Feldartillerie-Fahnenjunkerschule versetzt. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben dem Ritterkreuz des königlich preußischen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern und beiden Eisernen Kreuzen noch einige andere Auszeichnungen verliehen. Ende Januar 1919 übernahm er dann die Flak-Batterie vom 3. Garde-Feldartillerie-Regiment. Anfang Juli 1919 wurde er dann für das nächste halbe Jahr zur Sicherheitspolizei Berlin kommandiert. Im August 1919 wurde er dann etatmäßig wieder zum 3. Ostpreußisches Feldartillerie-Regiment Nr. 79 versetzt. Während dieser Zeit wurde er am 15. September 1919 zum Hauptmann befördert. Am 31. Januar 1920 wurde er aus dem Reichsheer verabschiedet.

Er trat dafür zur Polizei in Berlin über. Am 1. Mai 1920 wurde er zum Hauptmann der Polizei befördert. Anfang 1928 wurde er dann zur Polizeischule Eiche kommandiert. Ab dem 1. Juli 1929 gehörte er dann zur Polizeischule Brandenburg. Dort wurde er am 11. August 1929 zum Major der Polizei befördert. Am 1. Oktober 1929 wurde er dann als solcher zur Polizeiverwaltung Berlin versetzt. Am 15. Juli 1935 wurde er dann bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht als Oberstleutnant in das Heer übernommen. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. April 1935 festgelegt. Ab dem 15. Oktober 1935 gehörte er dann zum Stab der 1. Panzer-Division in Weimar. Am 19. Mai 1936 wurde er dann zur I. Abteilung vom Artillerie-Regiment 73 ebenfalls in Weimar kommandiert. Am 6. Oktober 1936 wurde er dann zum Kommandeur der II. Abteilung vom Artillerie-Regiment 74 in Bamberg ernannt. Am 1. Oktober 1937 wurde er dann zum Oberst befördert. Als solcher gab er seine Abteilung nur wenige Tage später ab und wurde dafür zum Regimentsstab vom Artillerie-Regiment 74 versetzt. Dort erhielt er dann seine Einweisung als Regimentskommandeur. Am 10. November 1938 wurde er dann zum Kommandeur vom Artillerie-Regiment 80 in Cottbus ernannt. Auch bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg im Sommer 1939 behielt er weiter sein Kommando. Im Verband der 3. leichte Division führte er sein Regiment dann im Polenfeldzug. Am 25. Oktober 1939 gab er sein Kommando über das Artillerie-Regiment 80 ab und wurde dafür zum Artilleriekommandeur 129 (Arko 129) ernannt. Im Sommer 1941 wurde er im Verband des XI. Armeekorps in Südrussland eingesetzt. Zum 1. November 1941 wurde er dann zum Generalmajor befördert. Am 7. Januar 1942 gab er sein Kommando als Arko 129 an Oberst Otto Kohlermann ab. Er wurde dafür am 8. Januar 1942 als Nachfolger von Generalleutnant Walter Wittke zum Kommandeur der 170. Infanterie-Division ernannt. Er führte diese Division jetzt auf der Krim im Südabschnitt der Ostfront. Er trug jetzt bereits beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen. Im Spätsommer 1942 verlegte er mit seiner Division in den Nordabschnitt der Ostfront. Am 3. September 1942 wurde ihm das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Zum 1. Januar 1943 wurde er zum Generalleutnant befördert. Im Februar 1943 gab er sein Kommando über die 170. Infanterie-Division ab. Im Juni 1943 wurde er dann zum Kommandeur der neuen bodenständigen Division D auf dem Truppenübungsplatz Bergen ernannt. Anfang September 1943 übernahm er dann durch die Umbenennung seiner Division als Kommandeur die neue 245. Infanterie-Division im Raum Rouen. Am 6. Dezember 1944 gab er sein Kommando kurzzeitig an Generalmajor Gerhard Kegler ab, um es dann Anfang Januar 1945 wieder zu übernehmen. Ende März 1945 sollte er sein Kommando an Generalmajor Eugen Theilacker abgeben. Durch die Kämpfe kam es dazu aber nicht mehr. Er übergab die Division dann am 1. April 1945 an Generalmajor Kuno Dewitz ab. 

 

Ritterkreuz (3. September 1942)