Sachsse, Eugen

 

* 11. August 1875, Hamm in Westfalen

† August 1945, nach Verschleppung durch Rote Armee vermisst

 

Eugen Sachsse trat nach seinem Abitur am 25. September 1895 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Dabei kam der Sohn eines Universitätsprofessors zum 1. Westfälisches Infanterie-Regiment "Herwarth von Bittenfeld" Nr. 13. Bei diesem wurde er am 18. April 1896 zum Fähnrich befördert. Nach dem Besuch der Kriegsschule wurde er am 27. Januar 1897 zum Sekondeleutnant befördert. Als solcher wurde er jetzt als Kompanieoffizier im 1. Westfälisches Infanterie-Regiment "Herwarth von Bittenfeld" Nr. 13 eingesetzt. Durch die Umbenennung seines Dienstgrades wurde er am 1. Januar 1899 zum Leutnant ernannt. Von 1900 bis 1902 gehörte er zum Ostasiatisches Expeditionskorps. Zuerst kam er am 18. August 1900 zum 5. ostasiatisches Infanterieregiment. Am 6. Juni 1901 wechselte er dann zum 3. ostasiatisches Infanterieregiment. Am 15. Oktober 1902 wechselte er dann wieder zum 1. Westfälisches Infanterie-Regiment "Herwarth von Bittenfeld" Nr. 13. Am 1. Oktober 1904 wurde er dann für fast drei Jahre zur Kriegsakademie kommandiert. Dabei wurde er am 18. Mai 1907 zum Oberleutnant befördert. Ab dem Sommer 1907 wurde er dann wieder beim 1. Westfälisches Infanterie-Regiment "Herwarth von Bittenfeld" Nr. 13 eingesetzt. Am 21. März 1908 wurde er dann in den großen Generalstab kommandiert. Am 22. März 1910 wurde sein Patent als Oberleutnant auf den 19. Mai 1905 verbessert. Gleichzeitig wurde er an diesem Tag auch in das Schleswig-Holsteinisches Füsilier-Regiment "Königin" Nr. 86 versetzt. Am 21. April 1911 wurde er dann unter gleichzeitiger Beförderung zum Hauptmann zum Adjutant vom Gouvernement Ulm ernannt. Am 27. Januar 1913 kehrte er dann als Kompaniechef zum 1. Lothringisches Infanterie-Regiment Nr. 130 zurück. Auch noch kurz vor Beginn des 1. Weltkrieges im Sommer 1914 wurde er in dieser Funktion eingesetzt. Im Ersten Weltkrieg wurde er dann als Kompaniechef und Bataillonskommandeur im 1. Lothringisches Infanterie-Regiment Nr. 130 eingesetzt. Als letzterer wurde er am 18. April 1917 zum Major befördert. Im Ersten Weltkrieg wurde er nicht nur vielfach verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Gold widerspiegelte. Außerdem wurden ihm neben dem Ritterkreuz des königlich preußischen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern und beiden Eisernen Kreuzen noch einige andere Auszeichnungen verliehen. Nach dem Krieg wurde er 1919 als Major in das Reichsheer übernommen. In diesem wurde er ab dem 1. Oktober 1919 im Reiter-Regiment 10 eingesetzt. Auch beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 wurde er im Reiter-Regiment 10 verwendet und trug dabei die Uniform des Generalstabes. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann beim 10. (Preuß.) Reiter-Regiment als Eskadronchef eingesetzt. Am 1. Juni 1922 wurde er dann zum Kommandeur des Ausbildungs-Bataillons vom 2. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Allenstein ernannt. Als solcher wurde er am 1. August 1922 zum Oberstleutnant befördert. Am 31. Mai 1925 gab er sein Kommando an Oberstleutnant Otto Bitthorn ab. Am 1. Juni 1925 wurde er dann dafür zum Regimentsstab vom 18. Infanterie-Regiment nach Paderborn versetzt. Am 1. Februar 1927 wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum Oberst zum Kommandant vom Truppenübungsplatz Sennelager ernannt. Am 31. Januar 1928 gab er sein Kommando über den Truppenübungsplatz Sennelager an Oberstleutnant Graf von Plettenberg ab. Er wurde jetzt aus der Reichswehr verabschiedet.

Danach absolvierte er kunsthistorische und andere Studien an der Universität Berlin. Von 1933 bis 1936 wurde er dann als Ausbildungsoffizier in Nationalchina eingesetzt. Bei der Mobilmachung für den 2. Weltkrieg trat er dann im Sommer 1939 wieder zur Verfügung der Wehrmacht und wurde anfangs der Führerreserve zugeteilt. Am 4. Januar 1940 wurde er dann zum Kommandant einer Feldkommandantur ernannt. Dabei handelte es sich um die Feldkommandantur 531 (FK 531) oder Feldkommandantur 533 (FK 533). Am 1. April 1942 wurde er zum Generalmajor z.V. befördert. Er trug jetzt beide Klassen vom Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern Am 30. September 1942 wurde seine Mobilmachungsverwendung aufgehoben. Im August 1945 wurde der ledige Generalmajor a.D. von den Besatzungstruppen der Roten Armee aus Kleinmachnow, südwestlich von Berlin, verschleppt und gilt seither als vermisst.