von Roques, Franz Hermann Ludwig Heinrich

 

* 1. September 1877, Treysa

† 7. August 1967, Treysa

 

 

Franz von Roques trat am 28. Februar 1896 als Fahnenjunker in die Kaiserliche Armee ein. Der erstgeborene Sohn vom Sanitätsrat und praktischer Arzt Dr. med. Christian Philipp Heinrich und seiner Frau Hermine Charlotte Emilie, geborene Bömers, kam dabei zum 1. Kurhessisches Infanterie-Regiment "Landgraf Friedrich I. von Hessen-Cassel" Nr. 81. In diesem wurde er am 20. Juli 1897 zum Sekondeleutnant befördert. Durch die Umbenennung seines Dienstgrades wurde er am 1. Januar 1899 zum Leutnant ernannt. In den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts wurde er zum Oberleutnant befördert. Am 29. September 1904 hat er die sechs Jahre jüngere Hildegard Julie Hermine Auguste Marie Schülke in Jena geheiratet. Etwa 1911 wurde er in den Großen Generalstab kommandiert. Mit seiner Beförderung zum Hauptmann i.G. am 18. Februar 1913 wurde er auf offiziell in den Großen Generalstab versetzt. Am 8. Februar 1914 wurde sein Sohn Friedrich Karl Christian Julius von Roques in Berlin geboren. Im Sommer 1914 wurde er dann zum Generalstab vom XVIII. Armeekorps kommandiert. Im 1. Weltkrieg wurde er dann auf verschiedenen Generalstabspositionen eingesetzt. Am 18. August 1917 wurde er zum Major befördert. Im 1. Weltkrieg wurden ihm neben beiden Eisernen Kreuzen und dem Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern noch einige andere Orden verliehen. Nach Kriegsende wurde er in das Reichsheer übernommen. Bei diesem wurde er zuerst als Kommandeur der Nachrichten-Abteilung 10 der 10. Reichswehr-Brigade eingesetzt. In dieser Funktion befand er sich auch noch bei der Bildung des 200.000 Mann Heeres der Reichswehr Mitte Mai 1920. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr am 1. Oktober 1920 wurde er dann zum Kommandeur der 6. Nachrichten-Abteilung in Hannover ernannt. Diese Funktion übte er dann mehrere Jahre aus. Am 1. Februar 1923 wurde er als solcher auch zum Oberstleutnant befördert. Als solcher wurde er dann am 1. Oktober 1923 zum Chef des Stabes der Inspektion der Nachrichtentruppe (In 7) im Reichswehrministerium Berlin ernannt. Diese Funktion übte er dann die nächsten Jahre unter verschiedenen Inspekteuren aus. Als solcher wurde er am 1. Januar 1928 zum Oberst befördert. Am 1. April 1929 wurde er dann selbst zum Inspekteur der Nachrichtentruppe ernannt. Am 1. Februar 1931 wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum Generalmajor als Nachfolger von Generalmajor Hans Schmidt zum Infanterieführer VI in Hannover ernannt. Als solcher wurde er am 1. Januar 1933 zum Generalleutnant befördert. Am 30. September 1933 wurde er aus dem aktiven Dienst verabschiedet. Sein Nachfolger als Infanterieführer VI wurde Oberst Erwin von Witzleben. Bei der Mobilmachung wurde er wieder zur Verfügung des Heeres gestellt. Er wurde gleichzeitig zum Kommandeur der Ersatztruppen XVII in Wien ernannt. Durch die Umbenennung des Stabes wurde er dann am 15. Oktober 1939 zum Kommandeur der Ersatztruppen 1./XVII ernannt. Durch die erneute Umbenennung des Stabes wurde er dann am 4. November 1939 zum Kommandeur der 177. Division ernannt. Mitte Dezember 1939 wurde er dann durch die erneute Umbenennung des Stabes zum Kommandeur der Division Nr. 177 ernannt. Am 1. Juni 1940 gab er er sein Kommando an Generalmajor Otto-Ernst Ottenbacher ab. An diesem Tag wurde er als Nachfolger von Generalleutnant Maximilian Schwandner zum General z.b.V. I ernannt. Durch die Umbenennung seines Stabes wurde er Mitte März 1941 zum Befehlshaber rückwärtiges Heeresgebiet 101 ernannt. Als solcher führte er seine Verbände bei Beginn des Ostfeldzuges hinter der Heeresgruppe Nord in den Einsatz. Am 1. Juli 1941 wurde er dann zum General der Infanterie z.V. befördert. Anfang Juli 1941 wurde er durch die erneute Umbenennung seines Stabes zum Befehlshaber rückwärtiges Heeresgebiet Nord ernannt. Ebenfalls Anfang Juli 1941 wendete er sich an den Oberbefehlshaber der Heeresgruppe, Generalfeldmarschall Ritter von Leeb, um die Mordaktionen im Fort der Stadt Kaunas zu stoppen. Dieser empfahl ihm sich und seine Truppen von den Erschießungen fernzuhalten. Von Roques entgegnete ihm wohl, dass dies keine Lösung der Judenfrage sei, sondern diese durch Sterilisierung aller männlicher Juden gelöst werden könne. General von Roques ließ die Sache jedoch nicht auf sich beruhen. Er erteilte der Truppe den Befehl keine Strafmaßnahmen gegen die Bevölkerung, vor allem Erschießungen durchzuführen. Laut seiner Aussage bestellte er auch den Führer des Einsatzkommandos 3 zu sich und ersucht ihn mit ernsten Worten Einhalt zu gebieten. Mitte März 1942 wurde er durch die erneute Umbenennung seines Stabes zum Kommandierenden General der Sicherungstruppen und Befehlshaber im Heeresgebiet Nord ernannt. Am 1. April 1943 gab er sein Kommando an General der Infanterie von Both ab und wurde in die Führerreserve versetzt. Am 30. April 1943 wurde ihm das Deutsches Kreuz in Silber verliehen. Am 31. Juli 1943 wurde er endgültig aus der Wehrmacht verabschiedet.

 

Literatur und Quellen:
BArch, MSG 109/4919 : Krug, Ottomar: Deutsche Generale 1867-1945
Dienstaltersliste der Offiziere der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich  Württembergischen) Armeekorps 1917, Mittler und Sohn 1917
Dienstaltersliste der Offiziere der bisherigen Preußischen Armee und des XIII. (bisherigen Württembergischen) Armeekorps 1919, Mittler und Sohn 1919
Stellenbesetzung im Reichsheer 16. Mai 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1921, Biblio-Verlag 1968
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1923, Berlin, Mittler und Sohn 1923
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1924, Berlin, Mittler und Sohn 1924
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin, Mittler und Sohn 1925
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1926, Berlin, Mittler und Sohn 1926
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1927, Berlin, Mittler und Sohn 1927
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1928, Berlin, Mittler und Sohn 1928
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1929, Berlin, Mittler und Sohn 1929
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1930, Berlin, Mittler und Sohn 1930
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1931, Berlin, Mittler und Sohn 1931
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1932, Berlin, Mittler und Sohn 1932
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. Mai 1933
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. April 1934
Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte, Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad Nauheim, Podzun 1953
Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/1945, Podzun-Verlag 1955 
Wolfgang Keilig: Die Generale des Heeres und die Sanitätsoffiziere im Generalsrang, Podzun-Verlag 1983