Rieckhoff, Herbert

 

* 25. Dezember 1898, Berlin

† 30. November 1948, Esslingen

 

 

Herbert Rieckhoff trat am 11. Januar 1915 in das I. Ersatz-See-Bataillon in Kiel ein. Am 16. Mai 1915 wurde er in das 2. Marine-Infanterie-Regiment versetzt und am 26. August 1915 in das Ersatz-Bataillon des 7. Rheinischen Infanterie-Regiments Nr. 69. Von September bis November 1915 folgte ein Fahnenjunker-Kursus in Döberitz, während dem er am 1. Oktober 1915 zum Unteroffizier befördert wurde. Am 5. November 1915 wurde er dann in das Ersatz-Bataillon des Badischen Leib-Grenadier-Regiments Nr. 109 versetzt, bis er am 9. Januar 1916 in das 7. Rheinische Infanterie-Regiment Nr. 69 zurückkehrte. Am 22. März 1916 wurde er zum Fähnrich befördert. Am 15. Mai 1916 wurde er an der Front verwundet. Nach einem Lazarett-Aufenthalt, währenddessen er am 8. Juli 1916 zum Leutnant ohne Patent befördert wurde, kam er am 8. September 1916 zurück zu seinem 7. Rheinische Infanterie-Regiment Nr. 69. Am 17. Februar 1917 wurde er erneut verwundet und mußte die Truppe wieder verlassen. Bei seiner Rückkehr wurde er ab dem 16. März 1917 als Kompanie-Offizier im 7. Rheinische Infanterie-Regiment Nr. 69 eingesetzt. Im Juni 1917 erkrankte er dann so schwer, dass er erneut in ein Lazarett verlegt werden musste. Von dort wurde er am 18. August 1917 wieder in das I. Bataillon vom 7. Rheinischen Infanterie-Regiments Nr. 69 versetzt. Am 6. Oktober 1917 hat er sein Patent als Leutnant vom 9. August 1916 erhalten. Am 20. November 1917 wurde er zur Ausbildung als Beobachter zur Fliegerersatz-Abteilung 12 nach Cottbus versetzt. Dieser Ausbildung schloss sich ab dem 18. Februar 1918 eine Ausbildung an der Beobachterschule Thorn an. Am 30. März 1918 wurde er zu einer Artillerieflieger-Schule zur weiteren Ausbildung versetzt. Am 2. Mai 1918 wurde er dann zum Armeeflugpark 3 an der Westfront kommandiert, um dann ab dem 10. Mai 1918 als Beobachter bei der Fliegerabteilung 229 (Artillerie) FA A 229 eingesetzt zu werden. Im August erkrankte er schwer und wurde in die Fliegerersatz-Abteilung 13 nach Bromberg versetzt. Am 3. Januar 1919 kehrte er an die Front zurück und wurde Beobachter bei der Flieger-Abteilung 414. Ab dem 15. Mai 1919 wurde er dann als Beobachter bei der Flieger-Abteilung 400 eingesetzt. Am 14. August 1919 wurde er wieder in das 7. Rheinische Infanterie-Regiment Nr. 69 versetzt und krankheitsbedingt beurlaubt, bis er am 31. März 1920 aus dem Militärdienst entlassen wurde.

Im Anschluss trat er am 12. August 1920 als Polizei-Leutnant in die Schutzpolizei Stettin ein. Er wurde anfangs Zugführer bei der 8. Bereitschaft der Schutzpolizei Stettin eingesetzt. Am 7. August 1922 wurde er zum luftpolizeilichen Überwachungsdienst Pommern ins Oberpräsidium Stettin versetzt. Am 1. Oktober 1923 folgte die Beförderung zum Polizei-Oberleutnant und die Verwendung als Lehrer an der Polizeischule Hannover-Münden. Es folgte die Verwendung als Referent beim Kommando der Schutzpolizei Stettin. Ab dem 1. April 1924 wurde er im luftpolizeilichen Sonderdienst beim Kommando der Schutzpolizei Stettin als Pilot eingesetzt. Ab dem 1. Februar 1925 wurde er beim luftpolizeilichen Überwachungsdienst in Berlin ab dem 1. Oktober 1925.  Am 1. Juni 1926 wurde er zum Polizei-Hauptmann befördert. Ab diesem Tag wurde er als Hilfsreferent und Abteilungsleiter bei der Thüringischen Landespolizei und im Thüringischen Wirtschaftsministerium eingesetzt. Am 1. Mai 1932 trat er in die NSDAP ein. Im Juli 1932 trat er auch in die SS ein. 1933 führte er einen SS-Fliegersturm. 1933, 1935 und 1936 nahm er am vom Nationalsozialistischen Fliegerkorps (NSFK) organisierten Deutschlandflug teil. Am 31. Dezember 1933 schied er aus dem Polizeidienst aus. Am 1. Januar 1934 stieg er zum Oberregierungsrat im Thüringischen Wirtschaftsministerium auf und wurde Leiter der Abteilung Luftfahrt. Am 1. Juni 1934 trat er als Hauptmann in die junge Luftwaffe ein. Er wurde Abteilungsleiter an der Deutschen Verkehrsfliegerschule bzw. beim Kommando der Luftwaffenschulen in Berlin und als solcher am 1. September 1935 zum Major befördert. Zwischen dem 1. April 1937 und dem 31. März 1938 wurde er als Staffelkapitän der 8. Staffel vom Kampfgeschwader 152 in Schwerin eingesetzt. Während dieser Zeit wurde er am 1. Februar 1938 zum Oberstleutnant befördert. Anschließend wurde er in den Generalstab vom Luftwaffengruppenkommando 2 versetzt. Ab dem 1. Juli 1938 gehörte er zur Führungsabteilung I beim Kommando. Ab dem 1. Februar 1939 gehörte er dann durch die Umbenennung des Stabes zum Stab der Luftflotte 2. Am ersten Mobilmachungstag für den 2. Weltkrieg wurde er am 26. August 1939 zum 1. Generalstabsoffizier (Ia) im Generalstab der Luftflotte 2 ernannt. Am 17. August 1940 wurde er als Nachfolger von Oberstleutnant Walter Loebel zum Kommodore vom Kampfgeschwader 30 ernannt. Zwei Tage später folgte seine Beförderung zum Oberst, wobei sein Rangdienstalter auf den 1. August 1940 festgelegt wurde. Ab dem 21. Oktober 1940 wurde er als Nachfolger von Generalmajor Johannes Fink zum Kommodore vom Kampfgeschwader 2 ernannt. Für die Erfolge des Geschwaders wurde ihm am 5. Juli 1941 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Mitte Oktober 1941 gab er sein Kommando über das Kampfgeschwader 2 an Oberst Karl Mehnert ab. Am 13. Oktober 1941 wurde er zum Chef des Generalstabes der Luftflotte 1 ernannt. In dieser Funktion wurde ihm am 17. August 1942 das Deutsche Kreuz in Gold verliehen. Am 23. Februar 1943 wurde er zum Fliegerführer 1 ernannt. Am 1. März 1943 folgte seine Beförderung zum Generalmajor. Durch die Umbenennung seines Stabes wurde er im Dezember 1943 zum Kommandeur der 3. Flieger-Division ernannt. Im Januar 1944 wurde er durch Generalleutnant Walter Boenicke abgelöst und dafür am 14. Januar 1944 als Offizier z.b.V. dem Reichsluftfahrtministerium (RLM) zugeordnet. Am 19. Januar 1944 wurde Herbert Rieckhoff zum Kommandeur der Luftkriegsakademie Berlin-Gatow ernannt. In dieser Funktion wurde er am 1. Juli 1944 zum Generalleutnant befördert. Am 21. September 1944 wurde er zum Kommandierenden General und Befehlshaber im Luftgau-Kommando V in Stuttgart ernannt. Am 2. April 1945 noch in die Führerreserve versetzt. Bei Kriegsende kam er am 8. Mai 1945 in westalliierte Gefangenschaft. Er wurde ins Lazarett Bad Wiessee eingeliefert. Von dort ist er dann noch im Mai 1945 geflohen und in die Schweiz illegal eingereist. Daraufhin wurde er in der Schweiz interniert. Während dieser Zeit verfasste er sein Buch. Am 28. März 1946 hat er die Schweiz verlassen und kam wieder in westalliierte Gefangenschaft, aus der am 5. März 1948 entlassen wurde. Nicht einmal ein halbes Jahr später ist er bereits verstorben. Über die Hintergründe seines frühen Ablebens ist nichts bekannt. Er wurde auf dem Ebershaldenfriedhof in Esslingen am Necker beerdigt.

 

Ritterkreuz (5. Juli 1941)

 

Literatur und Quellen:

Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109/10854 - Vae – Zwe
Karl Friedrich Hildebrand: Die Generale der deutschen Luftwaffe Odebrecht - Zoch, Band 3, Biblio-Verlag, 1992
Gerhard von Seemen: Die Ritterkreuzträger 1939-1945, Podzun-Verlag, Friedberg 1976
Herbert Rieckhoff: Trumpf oder Bluff? 12 Jahre Deutsche Luftwaffe. Erstauflage von 1945. Verlag Inter Avia, Genf