Reuss, Franz

 

* 17. April 1904, Augsburg

† 5. Juni 1992, München

 

 

Franz Reuss war vom 24. März 1920 bis zum 17. April 1920 freiwilliger Schütze im 1. bayerischen Schützen-Regiment. Im Anschluss gehörte er vom 19. Juli 1920 bis zum 30. September 1920 zum Jäger-Bataillon 41. Am 5. April 1923 trat er in die bayerische Landespolizei ein, in der er am 1.Juni 1925 zum Polizei-Leutnant befördert wurde. Am 1. Januar 1929 wurde er zum Polizei-Oberleutnant befördert. Am 1. Januar 1935 wurde er zum Polizei-Hauptmann befördert. Am 1. Oktober 1935 trat er während der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht als Hauptmann in das Heer über. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. November 1934 festgelegt. Er wurde jetzt als Leiter des Fähnrichs-Lehrgangs für Reiter an der Kriegsschule in München verwendet. Am 1. Januar 1936 wurde er dann zum Reiter-Regiment 18 versetzt. Zwischen dem 1. August 1936 und dem 31. Juli 1938 absolvierte er als Rittmeister eine Generalstabs-Ausbildung an der Kriegsakademie in Berlin. Dieser Generalstabsausbildung schloss sich am 1. August 1938 seine Übernahme zur Luftwaffe an. Dort folgte bis zum 31. März 1939 seine Flieger-Ausbildung bei der Sportfliegerschule auf dem Reichssportflughafen Rangsdorf. später kam er nach Gatow. Im September 1938 wurde er zeitweise zum Stab der Flieder-Division 1 kommandiert. Am 1. April 1939 wurde er während seiner Fliegerausbildung zum Major befördert. An diesem Tag wurde Franz Reuss als Staffelkapitän zur 9. Staffel vom Kampfgeschwader 355 nach Giebelstadt versetzt. Durch die Umbenennung des Geschwaders wurde er am 1. Mai 1939 zum Kapitän der 9. Staffel vom Kampfgeschwader 53 ernannt. Mit dieser Staffel nahm er bei Beginn des 2. Weltkrieges im Spätsommer 1939 nicht am Polenfeldzug teil. Am 26. Februar 1940 wurde er Kommandeur der III. Gruppe vom Kampfgeschwader 76, die damals in Nidda lag. Im Mai 1940 verlegte die Gruppe nach Bonn-Hangelar näher zur Westfront. Am 3. Juni 1940 wurde er verwundet. Bei einem Angriff auf den Flugplatz Claye-Souilly wurde seine Do 17 Z durch französische und belgische Kampfflugzeuge über Compèigne abgeschossen. Er musste sein Kommando über die Gruppe abgeben und vom 19. Juni 1940 bis zum 14. Oktober 1940 im Lazarett Bonn behandelt werden. Nach seiner Genesung wurde er als Lehrer zum 3. Kriegs-Kurzlehrgang an die Luftkriegsakademie in Berlin Gatow versetzt. Ab dem 17. Februar 1941 fungierte er als 1. Generalstabsoffizier (Ia) im Generalstab der Luftflotte 5. Am 1. April 1941 folgte in dieser Funktion seine Beförderung zum Oberstleutnant. Ab dem 16. April 1941 war er dann Ia des Nahkampfführers des IV. Fliegerkorps, Generalleutnant Martin Fiebig. Gegen Ende des Monat wurde er dann Ia op beim Generalkommando des IV. Fliegerkorps. Am 1. August 1941 wurde er zum Ia im Generalstab des IV. Fliegerkorps ernannt. Im Herbst 1941 war er zeitweiliger Nahkampfführer auf der Krim. Danach wurde er in der Abwehrschlacht bei Charkow im Mai 1942 wieder als Nahkampfführer eingesetzt. Am 7. September 1942 wurde ihm das Deutsche Kreuz in Gold verliehen. Vom 14. Oktober 1942 bis zum 31. Oktober 1942 wurde er als Ia bei der Gruppe Schlemm eingesetzt. Aus dieser wurde im Monat Oktober 1942 das II. Luftwaffen-Feldkorps gebildet, zu dessen Chef des Generalstabes er dann auch ernannt wurde. Mit diesem Korps wurde er dann im Mittelabschnitt der Ostfront eingesetzt. In dieser Funktion wurde er am 1. Dezember 1942 zum Oberst befördert. Ab dem 29. August 1944 war er dann als Nachfolger von Generalleutnant Hermann Plocher mit der Führung der 4. Flieger-Division beauftragt. Am 1. Juni 1944 wurde er zum Generalmajor befördert, wodurch er dann auch an diesem Tag zum Kommandeur der 4. Flieger-Division ernannt wurde. Am 18. Juli 1944 wurde er mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Vom 20. Dezember 1944 bis Februar 1945 wurde er durch Generalmajor Klaus-Siegfried Uebe vertreten. Im Februar 1945 wurde er selbst wieder zum Kommandeur der 4. Flieger-Division ernannt. Er geriet am 5. April 1945 in westalliierte Gefangenschaft. Aus dieser wurde er am 17. Januar 1947 wieder entlassen.

 

Ritterkreuz (18. Juli 1944)

 

Literatur und Quellen:

Gerhard von Seemen: Die Ritterkreuzträger 1939-1945, Podzun-Verlag, Friedberg 1976
Horst Scheibert: Die Träger des Deutschen Kreuzes in Gold und Silber, 2 Bände, Verlag Podzun-Pallas, 1983 und 1990