Reinshagen, Fritz

 

* 6. Februar 1897, Elberfeld

† 10. Mai 1979, Herford

 

 

Fritz Reinshagen trat kurz nach Beginn des 1. Weltkrieges am 5. August 1914 als Kriegsfreiwilliger in das Königlich Preußische Heer ein. Er kam dabei zum 2. Westfälisches Infanterie-Regiment Prinz Friedrich der Niederlande Nr. 15. Am 17. November 1914 wurde er bei diesem zum Unteroffizier befördert. Ab dem 25. Januar 1915 wurde er als Kompanie-Offizier in seinem Regiment eingesetzt. Am 16. Februar 1915 wurde er zum Fähnrich ernannt. Am 8. Mai 1915 wurde er zum Leutnant befördert. Ab dem 7. Dezember 1916 führte er eine eigene Kompanie in seinem Regiment, bis er am 12. August 1917 zum Armeeflugpark 7 (AFP 7) kommandiert wurde. Er absolvierte eine einmonatige Beobachter-Ausbildung bei der Fliegerersatz-Abteilung 3 in Gotha sowie ab dem 12. Oktober 1917 einen elftägigen Bomben-Lehrgang bei der Bomben-Lehrabteilung in Frankfurt an der Oder. Am 24. Oktober 1917 wurde er dann zur Offiziers-Flieger-Funker-Lehranstalt Neuruppin bzw. später Warschau kommandiert. Am 11. Januar 1918 folgte seine Kommandierung zur Flieger-Ersatz-Abteilung 4 nach Posen. Zwischen dem 30. Januar 1918 und dem 30. März 1918 absolvierte er einen weiteren Beobachter-Kursus an der Fliegerbeobachterschule Warschau (FBS Warschau). Im Anschluss wurde er dann am 31. März 1918 zur Inspektion für Lichtbild und Geräte in Karlshorst kommandiert. Ab dem 23. Mai 1918 wurde er zur Fliegerschießschule Asch in Belgien kommandiert. Danach wurde er am 6. Juni 1918 erneut zum Armeeflugpark 7 kommandiert. Ab dem 9. Juni 1918 wurde er dann als Beobachter bei der Flieger-Abteilung 277 (Artillerie) (FA A 277) versetzt. Ab dem 21. August 1918 gehörte er dann zur Flieger-Abteilung 39. Dieser Einheit gehörte er auch nach der Kapitulation weiter an.  Im 1. Weltkrieg wurde er nicht nur verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Schwarz widerspiegelte. Im Ersten Weltkrieg wurde er neben beiden Eisernen Kreuzen noch mit anderen Orden ausgezeichnet. Am 11. Dezember 1918 kehrte Fritz Reinshagen dann als Kompanie-Offizier zum 2. Westfälisches Infanterie-Regiment Prinz Friedrich der Niederlande Nr. 15 zurück. Hier diente er ab dem 5. Februar 1919 als Bataillonsadjutant. Am 1. April 1919 wurde aus seinem Regiment das Freikorps Severin gebildet, in dem er als Kompanie-Offizier diente und das im Ruhr-Gebiet eingesetzt wurde. Er kam dann als Leutnant auch zum vorläufigen Reichsheer. Ab Mitte Juni 1919 gehörte er dann als Kompanieoffizier zum Reichswehr-Infanterie-Regiment 14. Bei der Bildung des 200.000 Mann Heeres der Reichswehr gehörte er Mitte Mai 1920 noch immer zum Reichswehr-Infanterie-Regiment 14 der Reichswehr-Brigade 7. Am 15. Juni 1920 wurde er zum Lehrgang für Leibesübungen nach Stuttgart kommandiert. Bei der Bildung des 100.000 Mann Heeres der Reichswehr wurde er am 1. Oktober 1920 in das 18. Infanterie-Regiment übernommen. In diesem wurde er weiter als Kompanieoffizier eingesetzt. Ab dem 1. Januar 1921 war er dann Rekruten-Offizier beim (Lippisches) Ausbildungs-Bataillon vom 18. Infanterie-Regiment in Detmold im Einsatz. Vom 1. November 1921 bis zum 16. Dezember 1921 absolvierte er einen Nachrichtenkurs bei der 6. (Preuß.) Nachrichten-Abteilung in Hannover. Spätestens ab dem Frühjahr 1923 gehörte er zur 15. Kompanie des Ausbildungs-Bataillons vom 18. Infanterie-Regiment in Detmold. Er war mit der sieben Jahre jüngeren Liselotte Reinshagen verheiratet. Ab dem 1. Oktober 1924 wurde er bei der 3. Kompanie des I. (Preußischen) Bataillons vom 18. Infanterie-Regiment in Paderborn als Zugführer eingesetzt. Am 31. Juli 1925 wurde er zum Oberleutnant befördert, sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. April 1925 festgelegt. Von April 1926 bis zum 20. August 1926 absolvierte er den 3. Offiziers-Waffen-Kurs an der Infanterieschule in Dresden. Am 3. Juli 1926 wurde sein Sohn Fritz Reinshagen geboren. Am 1. Januar 1927 wurde er dann zur 4. (MG) Kompanie vom 18. Infanterie-Regiment ebenfalls in Paderborn versetzt. Ab dem 1. Oktober 1928 wurde er für seine zweijährige Führergehilfen-Ausbildung zum Stab der 2. Division der Reichswehr nach Stettin versetzt. Dabei wurde er vom 1. Juni 1929 bis zum 25. September 1929 zur 7. (Bayerische) Nachrichten-Abteilung nach München kommandiert. Vom 15. Juni 1930 bis zum 25. September 1930 wurde er zur 4. Kraftfahr-Abteilung kommandiert. Am 1. November 1930 wurde er als aktiver Pilot auf der geheimen Fliegerliste der Reichswehr aufgenommen. Ab dem 3. November 1930 wurde er dann für etwas mehr als ein halbes Jahr zur Kommandantur Berlin kommandiert. Am 1. März 1931 folgte seine Beförderung zum Hauptmann. Er wurde jetzt zur 13. (Minenwerfer) Kompanie vom 5. (Preuß.) Infanterie-Regiment nach Stettin versetzt. Im Frühjahr 1932 gehörte er zur 6. Eskadron vom 2. (Preuß.) Reiter-Regiment in Osterode (Ostpreußen). Spätestens ab dem Frühjahr 1933 wurde er als Bild-Offizier beim Stab der 1. Division der Reichswehr in Königsberg eingesetzt. Am 1. Mai 1934 trat er zur Luftwaffe über. Dabei wurde er jetzt Staffelkapitän der Fliegerstaffel Neuhausen und zugleich als Fliegerhorst-Kommandant Neuhausen verwendet. Am 1. Mai 1935 folgte seine Beförderung zum Major. Ab dem 1. Oktober 1935 wurde er durch die Umbenennung seiner Einheit zum Kapitän der Fliegerstaffel 1 Neuhausen ernannt, aus der später die 1. Fernaufklärerstaffel der Aufklärungsgruppe 121 wurde. Ab dem 1. Februar 1936 diente er als Gruppenleiter Ib beim Stab vom Luftkreis-Kommando III in Dresden. Ab dem 1. März 1937 war er Kommandeur der Fliegerbildschule in Hildesheim. In dieser Funktion wurde er am 1. August 1937 zum Oberstleutnant befördert. Mitte Januar 1939 gab er sein Kommando über die Fliegerbildschule in Hildesheim wieder ab. Ab dem 15. Januar 1939 kommandierte er dafür den Fähnrichs-Lehrgang an der Luftkriegsschule 4 in Fürstenfeldbruck. Bei der Mobilmachung für den Zweiten Weltkrieg am 26. August 1939 wurde Oberstleutnant Fritz Reinshagen zum Chef des Stabes des Kommandeurs der Luftwaffe bei der 14. Armee (Koluft 14). Am 13. Oktober 1939 wurde er durch die Umbenennung des Stabes zum Chef des Stabes des Kommandeurs der Luftwaffe bei der 12. Armee (Koluft 12) ernannt. Am 1. Januar 1940 wurde er in dieser Funktion zum Oberst befördert. Kurz vor dem Westfeldzug wurde er am 3. Mai 1940 als Nachfolger von Oberst Werner von Rudloff zum Kommandeur der Luftwaffe bei der 1. Armee (Koluft 1) ernannt. Am 17. März 1941 wurde er als Abteilungs-Chef ins Reichsluftfahrtministerium (RLM) nach Berlin versetzt. Am 4. September 1941 wurde er als Nachfolger von Oberst Dr. Emil Stephan zum Kommandeur der Luftwaffe bei der 4. Armee (Koluft 4) ernannt. Am 21. Dezember 1941 gab er sein Kommando an Major Ernst Martin ab. Dafür wurde er am 22. Dezember 1941 zum Kommandeur der Luftwaffe bei der 12. Armee (Koluft 12) ernannt. Am 31. Mai 1942 gab er sein Kommando ab. Am 1. Juni 1942 folgte seine Ernennung zum Kommandeur der Fernaufklärungs-Schule in Perleberg, welche auch die Bezeichnung Aufklärungsschule 3 F (Luftwaffe) trug. Als diese zur II. Gruppe vom Fernaufklärungsgeschwader 101 umgegliedert wurde, wurde er zum Offizier z.b.V. des RLM und Oberbefehlshabers der Luftwaffe ernannt. Am 2. April 1943 übernahm er das Kommando über das Luftwaffen-Jäger-Regiment 36. Mit diesem war er jetzt im Raum Dünkirchen für die Küstensicherung zuständig. Am 1. Juli 1943 wurde er zum Generalmajor befördert. Als solcher wurde er am 26. August 1943 als Nachfolger von Generalleutnant Wolfgang Erdmann zum Kommandeur der 18. Luftwaffenfeld-Division ernannt. Nach zwei Monaten gab er am 27. Oktober 1943 sein Kommando über die Division wieder ab. Sein Nachfolger wurde Generalleutnant Wilhelm Rupprecht. Ab dem 2. November 1943 kommandierte er die Luftkriegsschule 9 in Tschenstochau. Im August 1944 wurde er mit seiner Schule nach Werneck verlegt. Dieses Kommando behielt er, bis er am 24. Februar 1945 in die Führerreserve OKL versetzt wurde. Am 2. Januar 1945 ist sein Sohn Fritz gefallen. Am 1. April 1945 kam er dann noch in den Stab des Luftwaffen-Einsatzstab Ost. Bei Kriegsende geriet er am 28. April 1945 in Eckernförde in britische Gefangenschaft. Aus dieser wurde er am 25. Februar 1948 wieder entlassen. Er ruht auf dem Friedhof Hermannstraße in Herford.

 

Literatur und Quellen:
Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109/10854 - Vae – Zwe
Dienstaltersliste der Offiziere der königlich Preußischen Armee und des XIII. (königlich Württembergischen) Armeekorps 1917, Mittler und Sohn 1917
Dienstaltersliste der Offiziere der bisherigen Preußischen Armee und des XIII. (bisherigen Württembergischen) Armeekorps 1919, Mittler und Sohn 1919
Stellenbesetzung im Reichsheer 16. Mai 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1920, Biblio-Verlag 1968
Stellenbesetzung im Reichsheer 1. Oktober 1921, Biblio-Verlag 1968
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1923, Berlin, Mittler und Sohn 1923
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. April 1924, Berlin, Mittler und Sohn 1924
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin, Mittler und Sohn 1925
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1926, Berlin, Mittler und Sohn 1926
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1927, Berlin, Mittler und Sohn 1927
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1928, Berlin, Mittler und Sohn 1928
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1929, Berlin, Mittler und Sohn 1929
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1930, Berlin, Mittler und Sohn 1930
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1931, Berlin, Mittler und Sohn 1931
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1932, Berlin, Mittler und Sohn 1932
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. Mai 1933
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. April 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 1. Oktober 1934
Hildebrand, Karl-Friedrich. Die Generale der Deutschen Luftwaffe, 1935-1945, Band 3 (Odebrecht-Zoch). Biblio Verlag, Osnabrück 1992