Prien, Günther

 

* 16. Januar 1908, Osterfeld

+ 7. März 1941, Nord-Atlantik

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Günther Prien ging mit 16 Jahren zur Handelsmarine und brachte es zum Schiffsoffizier der Hamburg-Amerika-Linie, bis er 1931 in Folge der großen Depression abmusterte. Am 16. Januar 1933 trat er in die Kriegsmarine ein und absolvierte seine Infanterieausbildung bei der II. Abteilung der Schiff-Stamm-Abteilung der Ostsee. Am 1. März 1933 wurde er zum Fähnrich zur See befördert und absolvierte ab dem 1. April 1933 die Fähnrichs-Lehrgänge an der Marineschule Flensburg-Mürwik und Kiel. Am 1. Oktober 1934 wurde er Wach- und Divisionsleutnant auf dem leichten Kreuzer Königsberg und am 1. April 1935 zum Leutnant zur See befördert. Am 1. Mai 1935 wurde er dem FdU unterstellt und am 11. Mai 1936 I. WO auf U-26. Mit dem Boot nahm er u.a. an Fahrten vor die spanische Küste teil. Am 1. Januar 1937 wurde Günther Prien zum Oberleutnant zur See befördert und am 1. Oktober 1938 zur Baubelehrung von U 47 auf die Germaniawerft in Kiel kommandiert. Am 17. Dezember 1938 wurde er Kommandant von U-47 und am 1. Februar 1939 zum Kapitänleutnant befördert. Seine erste Feindfahrt fuhr er vom 19. August bis 15. September 1939. Auf der Fahrt konnten drei Schiffe mit 8.270 brt versenkt werden. Die zweite Feindfahrt dauerte vom 8. Oktober bis 21. Oktober 1939. Auf dieser Fahrt drang U 47 in den britischen Kriegshafen Scapa Flow ein und versenkte das britische Schlachtschiff Royal Oak. Am18. Oktober 1939 wurde Günther Prien als erster Marine-Angehöriger mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet. Seine dritte Feindfahrt fuhr er vom 16. November bis 18. Dezember 1939. Auf dieser Fahrt konnten drei Schiffe mit 23.168 brt versenkt werden. Die vierte Feindfahrt dauerte vom 29. Februar bis 29. März 1940. Es wurde ein Schiff mit 1.146 brt versenkt. Die nächste Feindfahrt fuhr Günther Prien mit U 47 vom 3. Juni bis 6. Juli 1940. Auf dieser Fahrt konnten acht Schiffe mit 51.483 brt versenkt und ein Schiff mit 3.999 brt beschädigt werden. Die siebte Feindfahrt dauerte vom 27. August bis 26. September 1940. Auf dieser Fahrt konnten insgesamt sechs Schiffe mit 35.006 brt versenkt und ein Schiff mit 5.156 brt beschädigt werden. Seine achte Feindfahrt dauerte vom 14. bis 23. Oktober 1940. Es wurden vier Schiffe mit 22.014 brt versenkt und zwei Schiffe mit 15.018 brt torpediert. Am 20. Oktober 1940 war ihm als 5. Soldat der Wehrmacht und 1. Soldat der Kriegsmarine das Eichenlaub verliehen worden. Die neunte Feindfahrt fuhr Günther Prien vom 3. November bis 6. Dezember 1940. Er konnte ein Schiff mit 7.555 brt versenken und eines mit 8.376 brt torpedieren. Seine letzte Feindfahrt begann Günther Prien am 20. Februar 1941. Er konnte noch vier Schiffe mit 16.310 brt versenken und zwei Schiffe mit 28.744 brt torpedieren. Seit dem 7. März 1941 ist U 47 im Nordatlantik südöstlich von Island beim Angriff auf den Geleitzug OB 293 verschollen. Insgesamt hatte Günther Prien 31 Schiffe einschließlich der Royal Oak mit 194.102 brt versenkt und sieben Schiffe mit 61.293 brt torpediert.

 

Ritterkreuz (18. Oktober 1939) Eichenlaub (20. Oktober 1940)

Literatur und Quellen:
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 4 Bände, Bad Friedrichshall, 1996 / 1997
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 9 Bände, 4. überarbeitete Auflage, Bad Friedrichshall 2010 / 2011