Peiper, Joachim

 

* 30. Januar 1915, Berlin

+ 13. Juli 1976, Traves

Pieper-1.jpg (20774 Byte)

Joachim Peiper wurde am 30. Januar 1915 als Sohn eines preußischen Hauptmanns in Berlin-Wilmersdorf geboren. Früh fasste er den Entschluss, Soldat und Offizier zu werden. Als Schüler meldete er sich zur SS. Weihnachten 1934 verließ Joachim Peiper dann mit Oberprimareife die Goethe-Oberrealschule in Berlin und widmete sich ganz der soldatischen Laufbahn. Nach zahlreichen Lehrgängen (Führeranwärter Lehrgang in Jüterbog, Junkerschule in Braunschweig u.a.) kam er schließlich zur Leibstandarte SS „Adolf Hitler“. 1938 wurde er Adjutant und Begleitoffizier von Heinrich Himmler. Bei Kriegsbeginn wurde er dann zur Feldtruppe versetzt. Im West-. Balkan- und zu Beginn des Ostfeldzugs führte er als Chef die 11. Kompanie, wurde im September 1942 Führer und ab 30. Januar 1943 Kommandeur des III. (gepanzerten) Bataillons im SS Panzergrenadierregiment 2, übernahm ab 1. Dezember die Führung des SS Panzerregiments 1 der SS-Leibstandarte Adolf Hitler und wurde am 30. Januar 1944 dessen Kommandeur. Unter seinem Kommando stehende Soldaten und Einheiten begingen immer wieder Kriegsverbrechen, so sein III. Bataillon, das im Herbst 1943 in dem italienischen Dorf Boves 23 Zivilisten ermordete. Am 24. Dezember 1944 gelang ihm der Ausbruch aus einem Kessel in La Gleize. Peiper vollbrachte es auf abenteuerliche Weise, 800 seiner Männer nach 33-stündigen Gewaltmarsch durch wegeloses, gebirgiges Waldgelände und zum Teil schwimmend wieder der Division zuzuführen. Während der Ardennenoffensive führte Peiper eine Kampfgruppe, die bei Malmédy 71 bereits in Gefangenschaft geratene Amerikaner erschoß.

In einem Kriegsverbrecherprozess in Dachau wurde die komplette Kampfgruppe Peiper für schuldig befunden, amerikanische Kriegsgefangene erschossen zu haben. Peiper bot an, die Gesamtverantwortung für dieses Kriegsverbrechen zu übernehmen wenn seine Männer dafür freikämen - das Angebot wurde nicht angenommen. Von Peipers Kampfgruppe wurde die Mehrzahl zu lebenslanger Haft, die anderen - darunter Peiper selbst - wurden zum Tode durch den Strang verurteilt.

Peiper saß von 1946 bis 1951 im Gefängnis und wartet auf die Exekution bis seine Strafe schließlich in lebenslänglich umgewandelt wurde. 1956 wurde er sogar begnadigt und arbeitete nun als Autoverkäufer in Westdeutschland. 1968 wurde Peiper erneut in Italien angeklagt wegen der Kriegsverbechen in Boves 1943. Er wurde wegen Mangels an Beweisen freigesprochen. Er zog mit seiner Frau und Kindern nach Traves in Frankreich. Dort wurde am 13. Juli 1976 sein Haus in Brand gesteckt, Peipers verbrannte Leiche wurde später darin gefunden. In der Umgebung seines Hauses wurde ein Revolver gefunden. Es wurde für diesen Anschlag nie ein Schuldiger gefunden und es gab daher auch keinen Prozess.

Anmerkung des Autors:

Die Behauptung, es wären Kommunisten gewesen, die sein Haus in Brand gesteckt hatten, wird meist von Neonazis verbreitet. Der Mord ist schlicht nie aufgeklärt worden. Auch wird die Begnadigung Peipers 1956 von Neonazis meist benutzt, um zu "beweisen", dass es eine Erschießung der amerikanischen Gefangenen unter Peipers Verantwortung nie gegeben hätte und die Prozesse generell nur Racheakte der Siegermächte waren - auch das ist falsch, denn Peiper gab die Erschießungen im Prozess selbst zu.

Ritterkreuz (17.3.43) Eichenlaub (27.1.44) Schwerter (16.2.45)