Nickel, Heinrich

 

* 5. Dezember 1894, Wesel / Rheinland

† 2. Januar 1979, Lingen / Niedersachsen

 

Heinrich Nickel trat nach Beginn vom Ersten Weltkrieg am 17. September 1914 als Kriegsfreiwilliger und Einjährig Freiwilliger in die Kaiserliche Armee ein. Er kam dabei zum Magdeburgisches Fußartillerie-Regiment „Encke“ Nr. 4. Am 18. Januar 1917 wurde er dann im Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 51 zum Leutnant der Reserve befördert. Bereits zu diesem Zeitpunkt hatte man ihm beide Eisernen Kreuze verliehen. Nach Kriegsende wechselte er dann in den Polizeidienst über. Bei der Polizei brachte er es bis zum Hauptmann. Als solcher wurde er bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wieder in das Heer übernommen. Am 1. August 1936 wurde er dann beim Infanterie-Regiment 65 zum Major befördert. Als solcher wurde er dann am 10. November 1938 zum Kommandeur des III. Bataillons vom Infanterie-Regiment 26 in Flensburg ernannt. Sein Bataillon führte er dann bei Beginn des 2. Weltkrieges im Sommer 1939 in den Polenfeldzug. Er trug dabei danach bereits beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen. Nach dem Feldzug und der folgenden Verlegung an die Westfront wurde er am 1. Januar 1940 zum Oberstleutnant befördert. Auch im Westfeldzug im Frühjahr 1940 führte er noch sein Bataillon. Am 16. Juni 1940 wurde er mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Am 5. Dezember 1940 übernahm er dann das II. Bataillon vom Infanterie-Regiment 254. Dieses führte er dann zum Sommerbeginn 1941 im Ostfeldzug beim Angriff auf Mittelrussland. Anfang September 1941 gab er sein Kommando über das Bataillon. Er wurde dafür gleichzeitig zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment 502 im Nordabschnitt der Ostfront ernannt. Als solcher wurde er am 1. Oktober 1941 zum Oberst befördert. Auch nach der Umbenennung seines Regiments zum Grenadier-Regiment 502 am 15. Oktober 1942 blieb er weiter der Kommandeur. Am 29. März 1943 wurde er mit dem Deutsches Kreuz in Gold ausgezeichnet. Im April 1943 gab er sein Kommando über das Grenadier-Regiment 502 ab und wurde dafür in die Führerreserve versetzt. Von Mai bis Juni 1943 absolvierte er einen Divisionsführerlehrgang, wurde. Am 25. September 1943 wurde er dann mit der Führung der 342. Infanterie-Division im Mittelabschnitt der Ostfront beauftragt. Unter seiner gleichzeitigen Beförderung zum Generalmajor wurde er am 1. Januar 1944 zum Kommandeur der 342. Infanterie-Division ernannt. Am 30. April 1944 wurde er erstmals namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "Bei den Angriffskämpfen südwestlich Kowel hat sich in den letzten Tagen die rheinisch-moselländische 342. Infanteriedivision unter Führung von Generalmajor Nickel besonders ausgezeichnet." Am 1. Juli 1944 wurde er zum Generalleutnant befördert. Am 11. Juli 1944 wurde er erneut namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "Die rheinisch-moselländische 342. Infanteriedivision unter Führung von Generalmajor Nickel, die rheinisch-westfälische 26. Infanteriedivision unter Führung von Oberst Fromberger und eine Kampfgruppe der 5. SS-Panzerdivision "Wiking" unter Führung von Obersturmbannführer Mühlenkamp haben sich durch beispielhafte Standfestigkeit ausgezeichnet." Für seine Führungsleistung wurde ihm am 8. August 1944 das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Sein Kommando über die 342. Infanterie-Division behielt er dann bis zum Kriegsende. Bei der Kapitulation der Wehrmacht geriet er im Mai 1945 in Gefangenschaft. Aus dieser wurde er im März 1948 wieder entlassen.

 

Ritterkreuz (16. Juni 1940) Eichenlaub (8. August 1944)

Literatur und Quellen:
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 4 Bände, Bad Friedrichshall, 1996 / 1997
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 9 Bände, 4. überarbeitete Auflage, Bad Friedrichshall 2010 / 2011