Müncheberg, Joachim

 

* 31. Dezember 1918, Friedrischsdorf / Pommern

† 23. März 1943, Maknassy / Tunesien (gef.)

 

Joachim Müncheberg trat am 4. Dezember 1936 als Fahnenjunker in das Heer ein. Im September 1938 wechselte er als Oberfähnrich zur Luftwaffe, wo er zum Jagdflieger ausgebildet wurde. Zunächst versah er seinen Dienst in der I./JG 234 in Köln und nach seiner Beförderung zum Leutnant ab 1. September 1939 im Jagdgeschwader 26 in Düsseldorf. Am 23. September 1939 wurde er Adjutant bei der III. Gruppe des Geschwaders. Bei Kriegsausbruch war das Geschwader an der Westfront eingesetzt. Hier errang Müncheberg am 7. November 1939 in der Nähe von Opladen durch den Abschuß einer Bristol Blenheim seinen ersten Luftsieg. Acht weitere Luftsiege errang er anschließend während des Westfeldzuges. Am 19. Juli 1940 zum Oberleutnant befördert, wurde Müncheberg am 22. August 1940 Kapitän der 7. Staffel und erzielte bei der Luftschlacht um England seinen 20. Abschuß, wofür ihm am 14. September 1940 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen wurde. Im Februar wurde die 7. Staffel des Jagdgeschwaders 26 unter Münchebergs Kommando nach Sizilien verlegt. Während der Luftkämpfe über Malta konnte er weitere 21 Luftsiege erringen, was ihn zum erfolgreichsten Jagdflieger über der Inselfestung machte und ihm am 7. Mai 1941 das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes einbrachte. Italien ehrte ihn mit der höchsten Tapferkeitsauszeichnung des Landes, der Goldenen Tapferkeitsmedaille. Im Juni 1941 nach Afrika verlegt, erzielte Müncheberg auch über dem afrikanischen Festland weitere Abschüsse und brachte es bis zum September auf weitere 25 Luftsiege. Im August wurde seine Staffel dann wieder an den britischen Kanal verlegt. Hier übernahm er im September 1941 die II. Gruppe des Jagdgeschwaders 26. Am 21. Juli 1942 wurde Müncheberg an die Ostfront entsandt, um vertretungsweise das Jagdgeschwader 52 zu führen. Im Osten schoss er in zwei Monaten 33 Feindflugzeuge ab, am 5. September 1942 erzielte er seinen 100. Luftsieg, wofür ihm am 9. September 1942 als 19. Beliehenen die Schwerter zum Ritterkreuz mit Eichenlaub verleihen wurden. Nach diesen zwei Monaten wurde Müncheberg als Major wieder nach Afrika versetzt, um am 1. Oktober 1942 Kommodore des Jagdgeschwaders 77 zu werden. Bei seinem 500. Feindflug gegen einen amerikanischen Feindverband Auf seinem 500. Feindflug am 23. März 1943 schoß er mit seiner Messerschmitt Bf 109 G-6 trop südwestlich Al Miknasi seine letzte von insgesamt 46 Spitfires ab. Infolge einer Kollision mit Trümmern der abgeschossenen Maschine stürzte sein Flugzeug ab, wobei Müncheberg den Tod fand. Nach der Bestattung in einem Soldatengrab bei El Aounia erfolgte eine Umbettung auf einen größeren Soldatenfriedhof in Tunis. Auf 500 Feindflügen hatte er 135 Luftkämpfe gewonnen.

Ritterkreuz (14. September 1942) Eichenlaub (7. Mai 1941) Schwerter (9. September 1942)

 

Literatur und Quellen:

Hans-Joachim Röll: Major Joachim Müncheberg. Vom König der Malta-Jäger zum legendären Jäger-Ass von Tunis, Flechsig Verlag 2010, ISBN 9783803500144
Ralf Schumann und Wolfgang Westerwelle: Joachim Müncheberg. der Jäger von Malta. Unitec-Medienvertrieb 2010. (Ritterkreuzträger-Profile; 8)