Meyer, Kurt

 

* 23. Dezember 1910, Jerxheim / Braunschweig

+ 23. Dezember 1961, Hagen / Westfalen

 

Kurt Meyer trat 1929 in die Landespolizei Mecklenburg ein, wurde 1930 Mitglied der NSDAP und kam am 15. Mai 1934 als Zugführer zur Leibstandarte-SS "Adolf Hitler" in Berlin. Dort nahm er an Kursen an der Panzertruppenschule des Heeres in Döberitz teil. Am 1. Oktober 1936 übernahm er als SS-Obersturmführer die Aufstellung der Panzerjäger-Kompanie der Leibstandarte, die er 1939 in Polen führte. Im Oktober 1939 übernahm er als SS-Hauptsturmführer die 15. Kradschützenkompanie, die er in Frankreich kommandierte. Im August 1940 wurde er Kommandeur der Aufklärungs-Abteilung der Leibstandarte. Diese Abteilung führte er während des Balkanfeldzuges. Am 12. April 1941 wurde nach schweren Gefechten von der Abteilung der Klidipaß gestürmt, am 20. April 1941 kapitulierte die griechische Epirus-Armee vor der Leibstandarte. Für seine Verdienste bei diesem Vorstoß wurde ihm am 18. Mai 1941 das Ritterkreuz verliehen. Ab Juni 1941 nahm er mit seiner Abteilung am Rußlandfeldzug teil. Im Februar 1943 zeichnete er sich bei den Kämpfen bei Charkow erneu persönlich aus, als er maßgeblichen Anteil an der Zerschlagung des russischen VI. sowjetischen Garde-Kavalleriekorps beteiligt war. Hierfür wurde er am 23. Februar 1943 als SS-Obersturmbannführer mit dem Eichenlaub ausgezeichnet. Im Sommer 1943 wurde er auf die SS-Panzertruppenschule kommandiert und dort am 21. Juni 1943 zum SS-Standartenführer befördert. Ab Juli 1943 nahm er an der Aufstellung der 12. SS-Panzerdivision in Belgien teil. Meyer wurde Kommandeur des SS-Panzergrenadier-Regiments 25, welches im Juni 1944 in der Normandie eingesetzt wurde. Am 16. Juni 1944 übernahm er die 12. SS-Panzerdivision nach dem Tod von SS-Brigadeführer Fritz Witt. Für die Abwehrleistungen der Division wurde er am 27. August 1944 mit den Schwertern ausgezeichnet. Gleichzeitig wurde er zum SS-Oberführer befördert. Im Kessel von Falaise wurde die Division fast völlig aufgerieben. Am 6. September 1944 geriet er in Namur in amerikanische Gefangenschaft, in der er am 31. Januar 1945 noch zum SS-Brigadeführer befördert wurde. In Gefangenschaft wurde er wegen Kriegsverbrechen von einem kanadischen Kriegsgericht zum Tode verurteilt. Er war für die Erschießung von Gefangenen in der Nähe seines Gefechtstandes im Kloster Ancienne Abbaye Ardenne verantwortlich. Die Strafe wurde in lebenslängliche Haft umgewandelt und am 7. September 1954 freigelassen. An seinem 51. Geburtstag starb er an einem Herzschlag.

Ritterkreuz (18. Mai 1941) Eichenlaub (23. Februar 1943) Schwerter (27. August 1944)

Literatur und Quellen:
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 4 Bände, Bad Friedrichshall, 1996 / 1997
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 9 Bände, 4. überarbeitete Auflage, Bad Friedrichshall 2010 / 2011