Macholz, Siegfried
| * 20. September 1890, Memel + 25. Mai 1975, Hannover |
Siegfried Macholz war der Sohn des Oberstabsarztes Curt Macholz und dessen
Ehefrau Martha. Am 24. Februar 1909 trat er als Fahnenjunker in das Deutsch
Ordens-Infanterie-Regiment Nr. 152 ein. In diesem Regiment wurde er am 19.
November 1909 zum Fähnrich ernannt und am 22. August 1910 zum Leutnant
befördert. Ab dem 1. Oktober 1913 fungierte er als Adjutant im III. Bataillon
des Regiments. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs am 2. August 1914 zog er mit
seinem Regiment ins Feld. Am 25. Februar 1915 wurde er zum Oberleutnant
befördert und am 14. Januar 1917 als Adjutant zur Verfügung des Generalkommando
des XXVI. Armeekorps gestellt. Ab dem 14. Januar 1917 fungierte er als
Ordonnanz-Offizier im Stab der 51. Reserve-Division und ab dem 12. März 1917
Brigade-Adjutant bei der 102. Reserve-Infanterie-Brigade. Am 26. April 1917
folgte seine Versetzung in den Stab der 12. Reserve-Division und am 31. Mai 1917
in den Stab des XVIII. Armeekorps. Hier erfolgte am 18. Dezember 1917 seine
Beförderung zum Hauptmann. Am 16. März 1918 kehrte er in das Deutsch
Ordens-Infanterie-Regiment Nr. 152 zurück und wurde am 24. Mai 1918 in den
Generalstab des Generalquartiermeisters versetzt. Am 8. Januar 1919 wurde
Siegfried Macholz dem OB Ost als Offizier z.b.V. zur Verfügung gestellt. Ab dem
1. Februar 1919 fungierte er als Berater beim Reichs- und Staatskommandanten von
Danzig. Am 1. Oktober 1920 wurde er der Heeres-Friedenskommission zugeteilt. Am
16. Februar 1921 wurde Siegfried Macholz mit dem Charakter als Major aus dem
Militärdienst entlassen.
Am 1. März 1921 trat Siegfried Macholz in die
Schutzpolizei in Danzig ein, wo er am 1. April 1931 zum Major und am 1. Oktober
1935 zum Oberstleutnant befördert wurde. Am 25. November 1935 wurde er als
Oberstleutnant in die Reichswehr übernommen und in den Stab des
Infanterie-Regiments 67 versetzt. Am 1. August 1936 wurde er hier zum Oberst
befördert und am 1. Januar 1937 Kommandeur des Regiments. Mit Beginn der
deutschen Mobilmachung am 26. August 1939 wurde er Kommandeur des in Spandau neu
aufgestellten Infanterie-Regiments 203. Nach der Aufstellung wurde das Regiment
an die Westfront verlegt. Am 3. Januar 1940 gab Siegfried Macholz das Kommando
über das Regiment ab und wurde Kommandeur des Infanterie-Ersatz-Regiments 218.
Am 1. Juni 1940 wurde er zum Generalmajor befördert und am 10. Juni 1940 zum
Kommandeur der Division Nr. 192 ernannt. Ab dem 5. Oktober 1940 führte er die
122. Infanterie-Division, die ab Juni 1941 in Rußland eingesetzt wurde. Am 25.
April 1942 erhielt Siegfried Macholz von Generaloberst von Küchler, OB der
Heeresgruppe Nord, folgende Beurteilung: "Ernste, charaktervolle Persönlichkeit,
tatkräftig und verantwortungsbewusst in der Führung seiner Truppe. Division in
schweren Abwehrkämpfen zielbewusst geführt. F.g.a." Am 1.
Juni 1942 wurde er zum Generalleutnant befördert. Am 8. Juli 1942 erhielt er vom
Kommandierenden General des X. Armeekorps, General Hansen, folgende Beurteilung:
"Frisch, energisch. Führte umsichtig und tapfer. Die hervorragenden Leistungen
der Division und der gute Geist, der in ihr herrscht, sind in hohem Maße sein
Verdienst. F.s.g.a. Zur nächst höheren Verwendung nicht geeignet, es fehlen die
erforderlichen Grundlagen und die Fähigkeit, größere Verhältnisse zu
überblicken." Am 6. Oktober 1942 ergänzte der Kommandierende General des II.
Armeekorps, General der Panzertruppe von Knobelsdorf: "Nationalsozialist in Wort
und Tat. F.s.g.a.". Am 1. Dezember 1942 folgte
seine Versetzung in die Führerreserve. Seine abschließende Beurteilung durch
Generalfeldmarschall von Küchler am 14. Januar 1943 lautete: "Die weitere
Verwendung des Generalleutnants Macholz wird beeinträchtigt durch seinen
Gesundheitszustand. Nachdem er im Winter 41/42 und Spätherbst 1942 an schweren
rheumatischen Leiden erkrankte und beide Male längere Zeit ausfiel, kann ich
seine Verwendung im Osten, sei es als Divisions-Kommandeur oder als
Kommandierender General, nicht befürworten. Nach Persönlichkeitswert und
Leistungen ist er sehr geeignet zum Kommandierenden General eines Reservekorps."
Daraufhin folgteam 1. März 1943 seine Ernennung zum
Kommandeur der 191. Reserve-Division. Am 1. Februar 1944 wurde die 191.
Reserve-Division zur 49. Infanterie-Division umbenannt und umgegliedert. Die
bodenständige Division war zum Küstenschutz zwischen Boulogne und Etaples
eingesetzt. Im August 1944 kämpfte die Division im Raum Paris und kam dann in
den Raum Aachen. Am 16. Oktober 1944 wurde Siegfried Macholz mit dem Ritterkreuz
ausgezeichnet. Die Reste der Division gingen schließlich Ende 1944 in der 246.
Infanterie-Division auf. Siegfried Macholz wurde daraufhin am 26. Januar 1945
Kommandeur der 295. Infanterie-Division in Norwegen. Seine Leistungen mit der
49. Infanterie-Division wurden durch den OB der 7. Armee, General der
Panzertruppe Brandenberger, am 6. Februar 1945 wie folgt beurteilt: "Hat aus
seiner in den Rückzugskämpfen stark mitgenommenen Division organisatorisch und
führungsmäßig das Beste herausgeholt, war jedoch gesundheitlich den sich stets
weiter steigenden Anforderungen nicht mehr voll gewachsen". Bei Kriegsende geriet er
in Norwegen in
englische Gefangenschaft. Später wurde er an die Amerikaner überstellt und am 1.
Oktober 1947 entlassen.
Literatur und Quellen:
Ottomar Krug: Die Generale der Wehrmacht 1918 - 1945, Bundesarchiv Freiburg, Sig. MSG 109/10849
Personalakte, NARA T-78 R 889