Lotschar, Adalbert
| * 10. September 1885, Marburg an der Drau + 27. Januar 1947, Belgrad |
Adalbert Lontschar wurde in Marburg an der Drau (heute Maribor) geboren. Er besuchte die Infanterie-Kadettenschule in Kaschau und trat am 18. August 1905 als Kadett-Offiziersstellvertreter in das k.u.k. Infanterie-Regiment Nr. 24 der k. u. k. Armee ein. Am 1. Mai 1908 wurde er im k.u.k. Infanterieregiment Nr. 24 zum Leutnant ernannt, am 1. Mai 1913 dann zum Oberleutnant. In diesem Regiment diente Lontschar fast die gesamte Zeit des Ersten Weltkriegs, unter anderem als Zugführer, Kompaniekommandant, dann als Bataillonskommandeur sowie als Lehrer und dann Kommandant der Einjährig-Freiwilligen-Schule. Am 1. September 1915 erfolgte die Beförderung zum Hauptmann, nach Kriegsende wurde er zum Ersatz-Bataillon des Infanterie-Regiment Nr. 24 versetzt. Am 11. Februar 1919 wurde er Berge-Offizier in Feldbach und ab dem 28. April 1919 diente er in der 3. / Volkswehr-Bataillon 16. Am 26. Mai 1920 trat er in das Bundesheer über, wo er am 1. Januar 1921 zum Major befördert wurde. Vom 1. Mai 1921 bis 1933 diente er beim Steirischen Alpenjägerregiment Nr. 9, wo er am 15. Mai 1933 zum Oberstleutnant befördert wurde. Es folgte ab dem 1. Dezember 1933 die Verwendungen als Kommandeur des II. Bataillons des Steirischen Infanterieregiment Nr. 11 und ab dem 1. Februar 1936 im Niederösterreichischen Infanterieregiment Nr. 1. Am 16. Februar 1936 heiratete er seine Frau Gerda. Das Paar hatte zwei Söhne. Ab dem 1. Oktober 1937 kommandierte er das Tiroler Jägerregiment. Nach dem „Anschluss“ Österreichs wurde Lontschar am 13. März 1938 in die Wehrmacht übernommen und am 1. April 1938 in den Stab des Infanterie-Regiments 53 versetzt. Am 1. Februar 1939 wurde er zum Oberst befördert und am 1. Juli 1939 zum Kommandeur des Infanterie-Regiments 53 der 14. Infanterie-Division ernannt. Dieses Regiment führte er beim Überfall auf Polen. Am 1. Februar 1940 wurde er Kommandeur des Infanterie-Ersatz-Regiments 14. Am 18. April 1941 übernahm er das neu aufgestellte Infanterie-Regiment 724. Dieses Regiment war im Rahmen der 15. Aufstellungswelle aus Ersatz-Kompanien für den Besatzungsdienst in Serbien gebildet worden und gehörte dort zur 704. Infanterie-Division. Am 1. Juli 1941 wurde Lontschar zum Generalmajor ernannt. Am 18. Juli 1941 überlebte er unverletzt ein Attentat durch jugoslawische Partisanen bei Užice, bei dem sein Adjutant schwer verletzt wurde. Als Vergeltung für das Attentat ließ die Ortskommandantur 52 Geiseln erschießen. Am 9. Februar 1942 übernahm Lontschar die Leitung der Feldkommandantur 599 (Gebiet Belgrad), 1943 wurde er zum Stadtkommandant von Belgrad ernannt. Am 1. März 1943 erhielt Adalbert Lontschar durch den Kommandierenden General und Befehlshaber in Serbien folgende Beurteilung: "Vor dem Feinde als Regiments-Kommandeur bewährt, als Feldkommandant ruhig, energisch und einsichtig. Leidet ab und zu an Ischias. Durchschnitt. Eignung zum Kommandant einer größeren Wehrmachtkommandantur in der Heimat." Am 16. Dezember 1943 wurde Lontschar krankheitsbedingt in die Führerreserve versetzt und erhielt Ende 1944 den Abschied. 1945 wurde Lontschar in jugoslawische Kriegsgefangenschaft überstellt, und wegen Kriegsverbrechen (u. a. Geiselerschießung) zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde in Belgrad durch Hängen vollstreckt.
Literatur und Quellen:
Ottomar Krug: Die Generale der Wehrmacht 1918 - 1945, Bundesarchiv Freiburg, Sig. MSG 109/10849
Dermot Bradley (Hrsg.): Die Generale des Heeres 1921–1945. Die militärischen Werdegänge der Generale, sowie der Ärzte, Veterinäre, Intendanten, Richter und Ministerialbeamten im Generalsrang. Band 7: Knabe–Luz. Biblio Verlag