Loerzer, Bruno

 

* 22. Januar 1891, Berlin

† 22. August 1960, Hamburg

 

Bruno Loerzer trat am 13. September 1911 als Fahnenjunker in die kaiserliche Armee ein. Er kam dabei zum Infanterie-Regiment Nr. 112 ein. Im Mai 1912 wurde er in diesem Regiment zum Fähnrich befördert. Auch bei seiner Beförderung zum Leutnant am 27. Januar 1913 gehörte er noch zum Infanterie-Regiment Nr. 112. Im Juli 1914 begann er seiner Pilotenausbildung. Im Herbst 1914 schloss er seine Ausbildung ab und wurde zur Feldflieger-Abteilung Nr. 25 versetzt. Anfang 1916 wurde er dann zur Artillerie-Flieger-Abteilung 203 versetzt. Am 3. April 1916 wurde er schwer verwundet. Am 18. April 1916 wurde er zum Oberleutnant befördert. Ihm wurden inzwischen beide Eisernen Kreuze und weitere Auszeichnungen verliehen. Erst 1917 kam er als Führer der Jagdstaffel 26 wieder an die Front. Im Oktober 1917 erzielte er seinen 20. Abschuss. Anfang 1918 wurde er zum Kommandeur des Jagdgeschwader Nr. III ernannt. Am 12. Februar 1918 wurde er mit dem Pour le Mérite ausgezeichnet. Am 2. Oktober 1918 wurde er zum Hauptmann befördert. In seinem Geschwader gelangen auch seinem Bruder Fritz 11 Luftsiege. Im gesamten 1. Weltkrieg gelangen ihm insgesamt 44 Abschüsse. Nach dem Krieg kam er zum Freikorps und kämpfte dann über ein Jahr im Baltikum. Im Frühjahr 1920 trat er dann aus der Armee aus. Ab 1930 war er Leiter des Reichsverbandes der deutschen Luftfahrzeughalter, einer zivilen Pilotenvereinigung. Im Frühjahr 1933 wurde er zum Präsident des Deutschen Luftsportverbandes und Reichsluftsportführer ernannt. Am 1. April 1935 trat er als Oberst in die neue Luftwaffe ein. Loerzer blieb bis zum Herbst 1935 Reichsluftsportführer. Ab März 1936 wurde er für ein Jahr beim Jagdgeschwader 132 eingesetzt. Am 1. März 1937 wurde er für etwas über ein Jahr zum Kommodore vom Jagdgeschwader 334 in Mannheim-Sandhofen ernannt. Am 1. April 1938 wurde er zum Generalmajor befördert. An diesem Tag wurde er zum Inspekteur der Jagdflieger ernannt. Am 1. Februar 1939 wurde er zum Kommandeur der 2. Flieger-Division ernannt. Im Herbst 1939 wurde diese Division dann zum II. Fliegerkorps umgegliedert, er blieb dessen Kommandeur. Am 1. Januar 1940 wurde er zum Generalleutnant befördert. Am 29. Mai 1940 wurde er mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes befördert. Nach dem Westfeldzug wurde er am 19. Juli 1940 zum General der Flieger befördert. Ihm wurde auch das Gemeinsame Flugzeugführer und Beobachterabzeichen in Gold mit Brillanten verliehen. Am 7. August 1941 wurde er namentlich im Wehrmachtsbericht im Wehrmachtsbericht genannt: "Am Verlauf dieser gewaltigen Schlacht waren die Armeen des Generalfeldmarschalls von Kluge und der Generalobersten Strauß und Freiherr von Weichs, die Panzergruppen der Generalobersten Guderian und Hoth sowie die Luftwaffenverbände der Generale der Flieger Loerzer und Freiherr von Richthofen ruhmreich beteiligt." Am 16. Februar 1943 wurde er zum Generaloberst befördert. Nur wenige Tag später gab er sein Kommando ab. Loerzer wurde am 23. Februar 1943 zum Chef des Luftwaffenpersonalamts und Chef der personellen Rüstung und der NS-Führung der Luftwaffe ernannt. Mit diesen Aufgabe war der persönliche Freund von Hermann Göring deutlich überfordert. Erst am 20. Dezember 1944 wurde er seines Postens enthoben. Er wurde in die Führerreserve des Oberkommandos der Luftwaffe versetzt. Am 29. April 1945 wurde er aus dem aktiven Dienst entlassen. Dadurch entging er zum Kriegsende auch der Kriegsgefangenschaft.

 

Ritterkreuz (29. Mai 1940)