Langsdorff, Hans Wilhelm
| * 20. März 1894, Bergen auf Rügen
+ Montevideo (Selbstmord) |
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Hans Langsdorff
trat 1912 in die Kaiserliche Marine ein. Während des Ersten Weltkrieges nahm er 1916 an
der Skagerrak-Schlacht teil, und verbrachte danach den Rest des Krieges bei den
Minenstreitkräften. 1918 wurde er in die Reichsmarine übernommen. In den zwanziger
Jahren wurde er Kommandeur einer Torpedoboot-Halbflottille, 1925 Verbindungsoffizier zur
Heeresleitung. Von 1936 bis 1938 diente er als 1. Admiralstabsoffizier im Stab von Admiral
Boehm, dem Kommandeur der Aufklärungsstreitkräfte. Am 1. Januar.1937 wurde Hans
Langsdorff zum Kapitän zur See befördert, und im Oktober 1938 übernahm er das Kommando
auf dem Panzerschiff Admiral Graf Spee.
Nach dem
Völkerrecht hätte das Schiff nur 24 Stunden im Hafen bleiben dürfen, die Frist wurde
aber auf 72 Stunden verlängert. Trotzdem reichte die Zeit nicht aus, um die Schäden mit
Bordmitteln auszubessern. Inzwischen blockierte Harwood mit seinen angeschlagenen Kreuzern
Ajax und Achilles sowie der Verstärkung Cumberland
die La-Plata-Mündung. Die Exeter lief zu Reparaturen Kurs Falkland-Inseln.
Am 17.12.1939
lief die Admiral Graf Spee aus dem Hafen von
Montevideo aus und wurde von einer Notbesatzung in der La-Plata-Mündung selbstversenkt.
Kapitän zur
See Hans Langsdorff wählte am 19.12.1939 den Freitod mit seiner Dienstwaffe. Am nächsten
Morgen fand man ihn in voller Uniform auf der Reichskriegsflagge liegend. Er wurde am
22.12.1939 auf dem deutschen Friedhof von Buenos Aires unter großer Anteilnahme der
Bevölkerung beigesetzt.
Den Briten gilt er bis heute als ehrenhafter und würdiger Gegner.
Geschrieben von Marc Brincker.