Lang, Joachim-Friedrich

 

* 14. September 1899, Montigny bei Metz

+ 16. April 1945 bei Pillau

 

 

Joachim-Friedrich Lang war der Sohn des Hauptmanns Karl Lang und dessen Ehefrau Margarethe. Er trat während des Ersten Weltkrieges am 25. März 1918 als Fähnrich in das Ersatz-Bataillon des Füsilier-Regiments "General-Feldmarschall Graf Blumenthal" (Magdeburgisches) Nr. 36 der preußischen Armee ein. Am 15. April 1918 kam er zu seinem Regiment an die Westfront. Zwischen September und November 1918 absolvierte er einen Ausbildungs-Lehrgang in Döberitz und Ohrdruf. Im November 1918 kam er in das Ersatz-Bataillon seines Stamm-Regiments. Ab Januar 1919 war er im Landesjägerkorps unter General Maercker eingesetzt. Am 1. Oktober 1919 wurde er in die vorläufige Reichswehr übernommen und in das Reichswehr-Jäger-Regiment 32 übernommen. Gleichzeitig wurde er zum Leutnant befördert. Am 31. Dezember 1920 wurde er aus dem Militärdienst verabschiedet.
Im Anschluß an seine Militärzeit war er bis zum 30. Juni 1921 Praktikant im Steinkohlebergwerk Ölsnitz in Sachsen. Anschließend war er bis 1937 in verschiedenen Banken und Industrieunternehmen tätig. 1937 trat er als Hauptmann (E)* wieder in die Wehrmacht ein und wurde Adjutant des Ausbildungsleiters in Pforzheim. Bei Beginn der deutschen Mobilmachung am 26. August 1939 wurde er Regiments-Adjutant im Infanterie-Regiment 435, welches ab diesem Tag neu aufgestellt wurde. Mit dem Regiment wurde er an der Westfront eingesetzt und am 1. Mai 1940 zum Major befördert und aktiver Offizier. Im Mai und Juni 1940 nahm er mit dem Regiment am Westfeldzug teil. Nach dem Westfeldzug wurde er als Bataillons-Kommandeur in das Infanterie-Regiment 380 versetzt und mit diesem ab Juni 1941 in Rußland eingesetzt. Am 14. Juni 1942 wurde er mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet. Am 1. September 1942 folgte seine Beförderung zum Oberstleutnant und anschließend wurde er Kommandeur des Grenadier-Regiments 481. Als solcher wurde ihm am 4. September 1943 das Ritterkreuz verliehen. Am 1. April 1943 zum Oberst befördert, wurde er am 30. Juni 1944 mit der Führung der 95. Infanterie-Division beauftragt. Am 1. Oktober 1944 folgte seine Beförderung zum Generalmajor und seine Ernennung zum Kommandeur der 95. Infanterie-Division. Bei den Abwehrkämpfen im Lochstädter Wald ist Joachim-Friedrich Lang am 16. April 1945 in der Nähe von Pillau gefallen.

 

*Ausgeschiedene ehemalige Offiziere wurden oft als zivile Angestellte der (schwarzen) Reichswehr in "Landesschutzangelegenheiten" beschäftigt (L-Angestellte). Ab dem 1. Oktober 1933 taten diese als sog. L-Offiziere (L = Landsschutz; nicht Landwehr) Dienst in Kommandostellen der Reichswehr, trugen weiterhin Zivil und hatten an ihrem Rang ein "a.D." Das war wie eine eigene Laufbahn mit eigener Besoldung neben dem aktiven Offizierskorps. Am 5. März 1935 erfolgte die Umbenennung in E-Offiziere für Ergänzungsoffizierskorps. Hier trugen die Ränge dann ein (E) als Zusatz. Diese Offiziere wurden nur in bestimmten Bereichen, meist Innendienst eingesetzt und machten während der Aufrüstung aktive Offiziere frei für andere Verwendungen.

Literatur und Quellen:

Ottomar Krug: Die Generale der Wehrmacht 1918 - 1945, Bundesarchiv Freiburg, Sig. MSG 109/10849

Dermot Bradley (Hrsg.): Die Generale des Heeres 1921–1945. Die militärischen Werdegänge der Generale, sowie der Ärzte, Veterinäre, Intendanten, Richter und Ministerialbeamten im Generalsrang. Band 7: Knabe–Luz. Biblio Verlag