Lackner, Walter

 

* 5. Februar 1891, Insterburg

+ 25. September 1976, Berlin

 

 

Walter Lackner besuchte eine Kadettenanstalt und trat am 1. März 1910 als Leutnant in das Grenadier-Regiment Kronprinz (1. Ostpreußisches) Nr. 1 ein. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges war er Zugführer in seinem Regiment. Bereits am 20. August 1914 wurde er während der Schlacht bei Gawaiten-Gumbinnen schwer verwundet und im Festungs-Hospital in Königsberg versorgt. Nach seiner Genesung wurde er am 29. März 1915 zur Fliegertruppe versetzt. Er absolvierte eine Beobachter-Ausbildung in Adlershof. Ab dem 13. April 1915 wurde er dann als Beobachter bei der Flieger-Abteilung 11 eingesetzt. Am 18. Dezember 1915 zum Oberleutnant befördert, wurde er am 1. August 1916 in den Stab des Fliegerführers beim Armeeoberkommando Mackensen versetzt. Am 1. Oktober 1916 wurde er zur Fliegerinspektion versetzt. Am 1. April 1917 wurde Walter Lackner in den Stab des Fliegerführers 6 versetzt, am 14. August 1917 folgte die Versetzung in den Stab des Fliegerführers 7. Zwischen dem 4. Dezember 1917 und dem 30. Januar 1918 war er stellvertretender Führer der Objektschutz-Staffel 20. Anschließend wurde er Kommandeur der Schlachtstaffel 7 und am 21. März 1918 der Schlachtstaffel Lackner. Am 10. August 1918 wurde er in den Stab des Fliegerführers 9 versetzt. Ab dem 2. September 1918 war er kurzzeitig der Inspektion der Flieger zugeteilt, bis er am 26 September 1918 in den Stab des Fliegerführers Heim versetzt wurde. Am 1. April 1919 kehrte er als Zugführer in das Grenadier-Regiment Kronprinz (1. Ostpreußisches) Nr. 1 zurück. Am 3. Juni 1919 wurde er in die vorläufige Reichswehr übernommen und Zugführer im Reichswehr-Infanterie-Regiment 1. Ab dem 10. Oktober 1919 war er Ordonnanz-Offizier beim Reichswehr-Schützen-Regiment 1, ab dem 4. Juni 1920 Regiments-Adjutant. Ab dem 1. Oktover 1920 fungierte er schließlich als Regiments-Adjutant im Infanterie-Regiment 1, bis er am 31. Mai 1922 aus dem Militärdienst entlassen wurde.
Ab dem 1. Juni 1922 war Walter Lackner Angestellter im Reichswehr-Ministerium. Am 15. November 1923 heiratete er Gerda Görke. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor. 1925 absolvierte er eine geheime Flugzeugführerausbildung. Ab dem 1. Oktober 1933 wurde er als L-Offizier in die Wehrmacht aufgenommen und am 1. Januar 1934 aktiver Offizier und Major im Reichswehr-Ministerium. Ab dem 1. April 1934 war er Lehrgangsleiter und stellvertretender Kommandeur der Fliegerschule Hildesheim. Zwischen dem 1. September 1935 und dem 31. Januar 1937 war er zur Fliegerschule Lechfeld, der Fliegerschule Schleißheim und zur Kampfgruppe Giebelstadt kommandiert. Am 1. Januar 1936 zum Oberstleutnant befördert, folgte am 1. Februar 1927 seine Versetzung in die III. Abteilung im Generalstab des Reichsluftfahrt-Ministerium. Am 1. September 1937 übernahm er das Kommando über die Kampfgruppe 254 in Eschwege, ab dem 1. April 1938 in Gießen. Hier wurde er am 1. April 1938 zum Oberst befördert. Am 1. Dezember 1938 wurde er Kommodore des Kampfgeschwaders 54 in Fritzlar. Mit seinem Geschwader wurde er bei Beginn des Zweiten Weltkrieges an der Westfront eingesetzt. Noch vor Beginn des Westfeldzuges wurde er am 19. April 1940 bei einem Feindflug über Arras abgeschossen. Nach 4 Tagen konnte er aus der Gefangenschaft befreit werden. Er kam in ein Lazarett und wurde nach seiner Genesung am 30. Juli 1940 Kommandeur der Luftwaffen-Kontroll-Kommission IV in Bordeaux. Am 1. Dezember 1940 folgte seine Beförderung zum Generalmajor und am 1. Februar 1941 seine Ernennung zum Kommandeur des Höheren Flieger-Ausbildungs-Kommandos 77 in Königsberg. Ab dem 1. April 1941 war er Kommandeur der 10. Flieger-Division und am 1. Dezember 1942 wurde er zum Generalleutnant befördert. Am 15. Juni 1943 folgte seine Versetzung in den Stab des XI. Fliegerkorps. Ab dem 1. April 1944 führte er in Vertretung die 1. Fallschirm-Armee. Am 15. November 1944 wurde er zum Kommandeur der 2. Fallschirmjäger-Division ernannt, die er bis Kriegsende führte. Am 30. April 1945 geriet er in amerikanische Gefangenschaft, aus der er am 20. Juni 1947 entlassen wurde.

Literatur und Quellen:

http://www.geocities.ws/orion47.geo/WEHRMACHT/LUFTWAFFE/Generalleutnant/LACKNER_WALTER.html

Ottomar Krug: Die Generale der Wehrmacht 1918 - 1945, Bundesarchiv / Militärarchiv Sig MSG 109/10849