Kolb, Fritz

 

* 1. Januar 1894, Darmstadt

+ 16. September 1972, Traisa in Hessen

 

 

Fritz Kolb trat am 12. September 1913 als Fahnenjunker in das 2. Nassauische Pionier-Bataillon Nr. 25 ein, in dem er am 22. März 1914 zum Fähnrich und am 1. August 1914 zum Leutnant befördert wurde. In seinem Bataillon wurde er als Zugführer eingesetzt. Ab dem 1. August 1915 absolvierte er eine Flugzeugführer-Ausbildung bei der Fliegerersatz-Abteilung 9. Nach Abschluss seiner fliegerischen Ausbildung war er ab dem 1. Februar 1916 als Flugzeugführer bei der Feldflieger-Abteilung 7 eingesetzt. Im Mai 1916 wurde er in die Feldflieger-Abteilung 5 versetzt. Ab Juni 1918 diente er schließlich als Ordonnanz-Offizier im Stab des deutschen Chefs des Generalstabes des Finnischen Heeres. Am 31. Dezember 1920 wurde er dann mit dem Charakter als Oberleutnant aus dem Militärdienst entlassen.
Ab dem 27. Dezember 1933 war Fritz Kolb als L-Offizier* Technischer Leiter der Verkehrsfliegerschule Braunschweig. Am 1. Februar 1935 trat er in die Luftwaffe über, wo er am gleichen Tag zum Hauptmann befördert und zum Staffelkapitän im Kampfgeschwader "Boelcke" ernannt wurde. Bereits am 1. August 1935 folgte die Beförderung zum Major. 1937 wurde er als Gruppenleiter in das Reichsluftfahrtministerium versetzt und hier am 1. Oktober 1937 zum Oberstleutnant befördert. Am 1. Oktober 1940 folgte die Beförderung zum Generalmajor und im gleichen Jahr wurde er Abteilungschef im Reichsluftfahrtministerium in der Luftwaffen-Inspektion 5. 1943 wurde er dann Flughafenbereichs-Kommandant im Luftgau XVII, am 30. März 1944 Flughafen-Bereichs-Kommandant 5/IV in Athen und am 11. Juli 1944 noch Flughafen-Bereichs-Kommandant 14/VII in Fürth.  Im Dezember 1944 verlegte das Flughafen-Bereichs-Kommando 14/VII nach Wickelsgreuth bei Ansbach. Bei Kriegsende geriet er in Gefangenschaft, aus der er 1947 entlassen wurde.

 

*Ausgeschiedene ehemalige Offiziere wurden oft als zivile Angestellte der (schwarzen) Reichswehr in "Landesschutzangelegenheiten" beschäftigt (L-Angestellte). Ab dem 1. Oktober 1933 taten diese als sog. L-Offiziere (L = Landsschutz; nicht Landwehr) Dienst in Kommandostellen der Reichswehr, trugen weiterhin Zivil und hatten an ihrem Rang ein "a.D." Das war wie eine eigene Laufbahn mit eigener Besoldung neben dem aktiven Offizierskorps. Am 5. März 1935 erfolgte die Umbenennung in E-Offiziere für Ergänzungsoffizierskorps. Hier trugen die Ränge dann ein (E) als Zusatz. Diese Offiziere wurden nur in bestimmten Bereichen, meist Innendienst eingesetzt und machten während der Aufrüstung aktive Offiziere frei für andere Verwendungen.

Literatur und Quellen:

Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109
Absolon, Rudolf, (Bearb.), Rangliste der Generale der Deutschen Luftwaffe nach dem Stand vom 20. April 1945. Mit einer Stellenbesetzung der Kommandobehörden der Luftwaffe vom 1. März 1945, Dienstalterslisten der Sanitätsoffiziere usw. im Generalsrang sowie Kurzbiographien über den Reichsmarschall und die Generalfeldmarschälle. (Friedberg, Podzun-Pallas, 1984)
Karl Friedrich Hildebrandt: Die Generale der Luftwaffe 1935–1945, Band 3: O-Z, Biblio Verlag, Osnabrück 1993