Kettembeil, Karl

 

* 27. April 1890, Stettin

+ 12. April 1967, München

 

 

Karl Kettembeil trat am 22. Februar 1910 als Fahnenjunker in das 1. Thüringische Feldartillerie-Regiment Nr. 19 ein, in dem er am 18. Oktober 1910 zum Fähnrich und am 18. August 1911 zum Leutnant befördert wurde. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges am 2. August 1914 wurde er Adjutant der I. Abteilung des Reserve-Feldartillerie-Regiments 22. Am 10. Juni 1915 wurde er in die Türkei kommandiert und am 22. August 1915 zum Oberleutnant befördert. Am 28. Juni 1915 wurde er zur Heeresgruppe Dardanellen Süd kommandiert und fungierte dort ab dem 16. August 1916 als Beobachter bei der türkischen Flieger-Abteilung 1. Am 9. Januar 1916 folgte seine Versetzung in die deutsche Flieger-Abteilung 300 Pascha. Am 16. Oktober 1916 wurde er dann Leiter der türkischen Beobachterschule St. Stephano bei Konstantinopel. Am 28. Januar 1917 folgte seine Ernennung zum Kommandeur der Fliegergruppe  Smyrna bei der V. osmanischen Armee. Zwischen dem 16. Juli und dem 1. November 1918 war er Fliegerführer bei der V. osmanischen Armee in Panderna. Am 18. August 1918 zum Hauptmann befördert, erfolgte am 6. November 1918 seine Kommandierung zum Demobilisierungs-Stab in Odessa. Zwischen dem 19.12.1918 und dem 17. Juli 1919 war er zur Waffenstillstandskommission für das Schwarte und das Mittelmeer kommandiert. Am 1. Juli 1917 begann sein Rücktransport nach Deutschland. Am 18. Juli 1919 wurde er zur Abwicklungsstelle des 1. Thüringischen Feldartillerie-Regiment Nr. 19 kommandiert Ab dem 1. September 1919 wurde er dann als Hilfsoffizier in den Organisationsstab der Sicherheitspolizei im Innenministerium versetzt. Am 31. Januar 1920 schied Karl Kettembeil aus dem Militärdienst aus. Am 1. Februar 1920 wurde er daraufhin Abteilungsleiter beim Deutschen Schutzbund für das Grenz- und Auslandsdeutschtum, einer nationalistisch, teilweise völkisch orientierten Vereinigung. Am 1. Oktober 1922 trat er als Volontär in die Deutsche Levante-Linie ein, eine Linienreederei in Hamburg. Ab dem 15. März 1923 war er Prokurist beim Schifffrachtkontor der Hamburg-Amerika-Linie in Hannover, wo er am 1. Juli 1924 zum Geschäftsführer ernannt wurde. Am 1. Februar 1935 wurde er als Major in die neu gegründete Luftwaffe übernommen und absolvierte eine Ausbildung in Königsbrück bei Dresden und Lechfeld. Am 1. Juni 1935 wurde er in den Stab des Ia beim Luftkreiskommando I versetzt und dort am 1. April 1936 zum Oberstleutnant befördert. Am 1. Juni 1937 wurde er Kommandeur der Fernaufklärergruppe 127 und gleichzeitig Kommandant des Fliegerhorstes in Goslar. Am 1. August 1938 folgte seine Beförderung zum Oberst. Ab dem 1. Juli 1938 fungierte Karl Kettembeil als Adjutant bei der Luftflotte 2. Nach Beginn des Krieges wurde er am 1. Oktober 1939 Kommandeur der Luftwaffe bei der 2. Armee. Ab dem 30. Juli 1940 war er Kommandeur der Kontroll-Kommission III bei der Waffenstillstands-Kommission Frankreich. Am 1. Juni 1941 zum Generalmajor befördert, wurde er am gleichen Tag Kommandeur der Luftwaffe bei der 17. Armee. Ab dem 15. Dezember 1941 war er Kommandeur der Luftwaffe bei der Heeresgruppe Mitte. Am 1. Juli 1942 wurde er dann Luftattachee in Lissabon, wo er am 1. Juni 1943 zum Generalleutnant befördert wurde. Ab dem 1. Juli 1943 war er Luftattachee in Ankara. Zwischen dem 1. August 1944 und dem 17. April 1945 war er in der deutschen Botschaft in Ankara interniert. Anschließend wurde er nach Deutschland transportiert und verblieb hier bis zum 21. Februar 1947 in Kriegsgefangenschaft.

 

Literatur und Quellen:

Ottomar Krug: Die Generale der Wehrmacht 1918 - 1945, Bundesarchiv / Militärarchiv Sig MSG 109/10849