Keßler, Ullrich

 

* 3. November 1894, Danzig-Langfuhr

27. März 1983, Bad Urach

 

 

Ullrich Keßler trat am 1. April 1914 als Seekadett in die kaiserliche Marine ein. Er besuchte die Marineschule in Mürwick und wurde zwischen dem 10. Mai und dem 2. August 1914 auf den Kreuzer SMS Hertha kommandiert. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde er am 4. August 1914 der Hochseeflotte zugeteilt und auf auf dem Großen Kreuzer SMS Friedrich Carl und dem dem Kleinen Kreuzer SMS Lübeck eingesetzt. Am 1. April 1915 zum Fähnrich zur See befördert, folgte am 13. Juli 1916 die Beförderung zum Leutnant zur See. Nach dem Besuch mehrerer Fähnrichslehrgänge, wurde Kessler im Januar 1917 der II. Seeflieger-Abteilung zugewiesen, wo er eine Ausbildung zum Flugzeugführer erhielt. Die letzten Kriegsmonate flog er dann als Flugzeugführer bei den Seefliegerstationen Helgoland, Zeebrügge und Norderney. Im Dezember 1918 wurde er in die Garde-Kavallerie-Schützen-Division versetzt. Im Januar 1919 folgte die Versetzung in das Generalkommando Walther von Lüttwitz. Bereits im Februar 1919 folgte die nächste Versetzung, dieses mal ins Reichsmarineamt. Ab dem 1. September 1919 wann beim Stab der Marinestation der Nordsee eingesetzt. Am 28. September 1920 zum Oberleutnant zur See befördert, wurde er am 1. Oktober 1921 als Wach-Offizier bei der II. Torpedoboots-Flottille eingesetzt. Am 1. Oktober 1923 wurde er Adjutant bei der 2. Kompanie der Schiffsstamm-Division der Nordsee. Ab dem 1. Oktober 1925 diente er als Adjutant und Wach-Offizier an Bord des Kleinen Kreuzers Hamburg. Am 1. März 1926 zum Kapitänleutnant befördert, folgte am 16. April 1927 seine Verwendung als Gruppenleiter des Marineflugwesens bei der Marineleitung. Zwischen dem 1. Oktober 1921 und dem 31. März 1931 absolvierte er eine Führergehilfenausbildung. Im Anschluß daran wurde er 4. Admiralstabsoffizier im Stab des Flottenkommandos. Am 1. Oktober 1931 wurde er Wach-Offizier auf dem Linienschiff Hessen. Ab dem 1. Januar 1935 war er als Sachverständiger für die Marineluftfahrt Mitglied der deutschen Delegation auf der Genfer Abrüstungskonferenz. Am 1. April 1933 wurde er zum Korvettenkapitän befördert und am 1. Juli 1933 als Referent in die Marineleitung versetzt. Am 1. September 1933 trat er in die noch geheime Luftwaffe über und wurde als Gruppenleiter des Amtes A im Reichsluftfahrtministerium eingesetzt. Am 1. Oktober 1934 wurde er Kommandeur der Fliegerwaffenschule Warnemünde. Am 1. April 1935 zum Oberstleutnant befördert, folgte am 1. Oktober 1935 der Besuch der Wehrmachtakademie. Ab dem 1. Oktober 1935 war er Kommandeur der Küstenfliegergruppe List auf Sylt. In dieser Dienststellung erfolgte am 1. April 1937 seine Beförderung zum Oberst. Ab dem 1. Oktober 1937 war Ullrich Keßler Chef des Generalstabes des Luftkreis-Kommandos IV in Münster. Am 1. Juli 1938 kam er in den Generalstab der Luftwaffe und ab dem 1. Oktober 1938 war er Offizier zur besonderen Verwendung im Reichsluftfahrtministerium. Am 15. November 1938 wurde er schließlich Kommodore des Kampfgeschwaders 1. Am 1. April 1939 wurde er zum Generalmajor befördert. Er führte das Geschwader während des Polenfeldzuges. Nach dessen Ende gab er das Kommando über das Geschwader am 17. Dezember 1939 wieder ab und wurde am 1. Januar 1940 Chef des Generalstabes der Luftflotte 1. Bereits am 1. mai 1940 wurde er Chef des Generalstabes des X. Fliegerkorps in Norwegen. Gleichzeitig fungierte er als Fliegerführer Drontheim. Am 28. Juni 1940 wurde er Chef des Stabes des Ausbildungswesens der Luftwaffe, wo er zugleich auch als zeitweiliger Chef des Bildungs- und Erziehungswesens der Luftwaffe im Reichsluftfahrtministerium agierte. Dabei wurde er am 1. April 1941 zum Generalleutnant befördert. Am 5. Februar 1942 wurde Kessler zum Fliegerführer Atlantik ernannt. Ab dem 15. März 1944 wurde er zum Luftwaffenattaché in Tokio ernannt. Am 1. September 1944 zum General der Flieger befördert, sollte Ullrich Keßler an Boird des Unterseebootes U 234 nach Japan gebracht werden. Auf dem Weg dorthin kapitulierte Deutschland am 8. Mai 1945 und U 234 ergab sich am 14. Mai 1945 der USS Sutton östlich des Flemish Cap. Keßler wurde am 10. Mai 1947 aus amerikanischer Gefangenschaft entlassen.

 

Literatur und Quellen:

Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109/10848 Kas-Kus
Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte, Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad Nauheim, Podzun 1953
hhttp://www.geocities.ws/orion47.geo/WEHRMACHT/LUFTWAFFE/General/KESSLER_ULRICH.html
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin, Mittler (1925).
Rangliste des Deutschen Reichsheeres 1926, Berlin, Mittler und Sohn 1926.