Keiper, Ludwig

 

* 23. April 1894, Homburg im Kreis Rheinland-Pfalz

+ 24. Mai 1981, München

 

 

Ludwig Keiper trat am 5. Juli 1912 als Fahnenjunker in das 3. großherzoglich hessische Infanterie-Leib-Regiment 117 ein. Am 17. Februar 1914 wurde er zum Leutnant befördert. In seinem Regiment wurde er als Kompanie-Offizier eingesetzt. Mit Beginn des Ersten Weltkrieges wurde er Kompanieführer im Reserve-Infanterie-Regiment 118. Am 16. September 1914 wurde er an der Front verwundet und zur Genesung in ein Lazarett eingeliefert. Nach seiner Genesung absolvierte er den Beobachter-Lehrgang bei der Flieger-Ersatz-Abteilung 6 in Großenhain. Nach Abschluss dieses Lehrgangs wurde er am 30. Mai 1915 Beobachter bei der Flieger-Abteilung 24. Im November 1915 folgte seine Versetzung in den südöstlichen Kriegsschauplatz versetzt und Beobachter bei der kaiserlich osmanischen Flieger-Abteilung I an den Dardanellen. Mitte Februar 1916 folgte seine Versetzung zur kaiserlich osmanischen Flieger-Abteilung II in Bagdad. Am 16. Oktober 1916 wurde Ludwig Keiper 1. Adjutant des Chefs des Luftwesens in der Türkei und Mitte Dezember 1916 Lehrer und Lehrgangsleiter an der Beobachter- und Fliegerschule San Stefano bei Konstantinopel. Am 18. April 1917 folgte die Beförderung zum Oberleutnant. Im September 1918 übernahm Ludwig Keiper noch das Kommando über die Flieger-Abteilung 15 in der Türkei und im Oktober 1918 Kommandeur der Flieger der 3. osmanischen Armee. Am 1. November 1918 wurde er in der Türkei interniert und nach Beendigung des Ersten Weltkrieges nach Deutschland gebracht, wo er wieder zum Heer versetzt und Kompanieführer im Infanterie-Regiment 117 wurde. Es folgten weitere Verwendungen als Kompanieführer, ab April 1919 im Infanterie-Regiment 36, ab Juni 1920 beim Reichswehr-Schützen-Regiment 22, ab Januar 1921 beim Infanterie-Regiment 15 und ab April 1932 beim Infanterie-Regiment 13. Am 1. November 1924 war er zum Hauptmann befördert worden. Am 1. Dezember 1933 wurde er in die Luftwaffe übernommen und Leiter des Reserve-Flieger-Lehrgangs in Schleißheim. Am 1. April 1934 folgte die Beförderung zum Major. Am 1. Oktober 1935 wurde er Taktik-Lehrer an der Infanterieschule Dresden und am 1. Oktober 1935 an der Luftkriegsschule Gatow. Am 1. März 1936 wurde er zum Oberstleutnant befördert und am 1. Juni 1936 Staffelkapitän der Fliegerstaffel 1/111. Am 1. Oktober 1936 folgte die Verwendung als Kommandeur der Aufklärungsgruppe 11. Gleichzeitig war er Fliegerhorst-Kommandant von Insterburg. Ab dem 1. Oktober 1937 war er dann 1. Adjutant und Gruppenleiter beim Stab des Luftkreis-Kommandos I in Königsberg, das am 1. August 1938 zum Luftwaffen-Kommando Ostpreußen umbenannt wurde. Am 1. April 1938 wurde er zum Oberst befördert. Am 1. November 1938 wurde er Kommodore des Aufklärungsgeschwaders 11 in Großenhain. Nach Auflösung des Geschwaderstabes zu Beginn der Mobilmachung am 26. August 1939 wurde Keiper Kommandeur der Luftwaffe beim AOK 4. Am 1. August 1940 wurde er schließlich Chef der Luftwaffen-Kontrollkommission I und am 1. Februar 1941 Chef der Deutschen Luftwaffen-Mission in der Slowakei mit Sitz in Preßburg. Diese Dienststelle hatte er bis 1944 inne und wurde während dieser Zeit am 1. Januar 1941 zum Generalmajor und am 1. Januar 1943 zum Generalleutnant befördert. Nach Auflösung der Dienststelle wurde er am 22. Oktober 1944 in die Führerreserve versetzt. Bis Kriegsende erhielt er kein weiteres Kommando und wurde am 28. Februar 1945 aus dem Armeedienst entlassen. Am 24. April 1945 geriet er in Gefangenschaft, aus der er im März 1947 entlassen wurde.