Keim, Karl Gustav Adolph

 

* 6. Dezember 1876, Mainz am Rhein

† 19. März 1955, Darmstadt

 

 

Gustav Keim war der Sohn vom Premierleutnant und Regimentsadjutant vom 4. Großherzoglich-Hessischen Infanterie-Regiment Nr. 118, Justus August Alexander Keim, und dessen Ehefrau Sophie Wilhelmine Anna, geborene Kühn. Er trat nach seiner Kadettenausbildung im Kadettenhaus Oranienstein (Ostern 1891 bis Ostern 1893) und in der Haupt-Kadettenanstalt (Ostern 1893 bis zum 7. März 1896) am 7. März 1896 als charakterisierter Portepeefähnrich in die Königlich Preußische Armee ein. Er wurde dabei von der Hauptkadettenanstalt in das Großherzoglich-Hessische Leibgarde-Infanterie-Regiment Nr. 115 nach Darmstadt überwiesen. Bei diesem wurde er am 11. April 1896 vereidigt. Am 18. Oktober 1896 (C3c) wurde er zum Portepeefähnrich befördert. Nach dem Besuch der Kriegsschule wurde er am 18. August 1897 (N) zum Sekondeleutnant befördert. Durch die Umbenennung seines Dienstgrades wurde er am 1. Januar 1899 zum Leutnant ernannt. Vom 1. Oktober 1900 bis zum 28. Juni 1900 wurde er zum Pionier-Bataillon Nr. 11 kommandiert. Vom 1. Oktober 1902 bis zum 30. September 1905 war er Adjutant des Füsilier-Bataillons in seinem Regiment. Seine Beförderung zum Oberleutnant erfolgte am 18. November 1907 (X2x). Die Erlaubnis zur Verheiratung erhielt er am 10. September 1908. Er heiratete am 1. Oktober 1908 die fast sieben Jahre jüngere Hedwig Anna Elisabeth von Daum, Tochter des verstorbenen Generalmajors von Daum, in Detmold. Am gleichen 1. Oktober 1908 wurde er Adjutant des Bezirkskommandos II Darmstadt, was er bis zum 30. September 1911 blieb. Sein ältester Sohn Horst Keim wurde am 28. Juni 1910 in Darmstadt geboren. Sein zweitältester Sohn Gerd Keim wurde am 9. März 1913 in Darmstadt geboren. Nicht einmal zwei Wochen später wurde er am 22. März 1913 zum Hauptmann, vorläufige ohne Patent, befördert. Sein Patent als Hauptmann hat er am 16. Juni 1913 (Y2y) erhalten. Er wurde an diesem Tag auch zum Stab von seinem Regiment versetzt. Am 10. September 1913 wurde er mit Wirkung vom 1. Oktober 1913 Chef der Kompanie wurde. Mit seiner Kompanie zog er in den Ersten Weltkrieg und wurde am 22. August 1914 durch Brustschuß verwundet. Er wurde daraufhin im Reservelazarett Darmstadt behandelt und dem Ersatz-Bataillon zugewiesen. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse wurde ihm am 21. September 1914 verliehen. Nach seiner Genesung wurde er am 8. November 1914 Führer des Garde-Füsilier-Bataillons vom Infanterie-Regiment Nr. 115. Ab dem 4. Dezember 1914 wurde er als Kompanieführer eingesetzt. Vom 20. Dezember 1914 bis zum 2. Januar 1915 war er Kompanieführer der Grossherzoglichen Leib-Kompanie. Vom 3. Januar 1915 bis zum 30. März 1915 führte er das I. Bataillon seines Regiments. Vom 31. März 1915 bis zum 25. Mai 1915 wurde er als Leiter des Offizierausbildungslehrgangs Hamm verwendet. Danach wurde er bis zum 15. Mai 1916 wieder als Führer des I. Bataillons vom Großherzoglich-Hessisches Leibgarde-Infanterie-Regiment Nr. 115 eingesetzt. Das Eiserne Kreuz 1. Klasse wurde ihm am 22. August 1915 verliehen. Seine Mutter starb am 16. Dezember 1915 im Alter von 66 Jahren in Berlin. Vom 16. Mai 1916 bis zum 22. August 1916 war er Leiter des Offizierausbildungskurses der 25. Infanterie-Division und Führer des Feldrekrutendepots II vom Generalkommando XVIII. Armeekorps. Vom 23. August 1916 bis zum 6. September 1916 führte er wieder das I. Bataillon. Danach gehörte er bis zum 20. September 1916 als Führerreserve zum Rekrutendepot der 25. Division. Vom 21. September 1916 bis zum 17. Juli 1917 war er wieder Führer des I. Bataillons. In dieser Zeit war er vom 20. Januar 1917 bis zum 28. Januar 1917 zur Gasschule Berlin kommandiert. Am 18. Juli 1917 wurde er als Adjutant zum Generalkommando XXXVIII. Reservekorps (Beskiden-Korps) versetzt. Sein jüngster Sohn Klaus Johann August Heinz Ernst Keim wurde am 22. April 1918 ebenfalls in Darmstadt geboren. Ab dem 27. Dezember 1918 wurde Hauptmann Keim Führer des I. Bataillons des Detachements von Grothe im Freikorps von Hülsen. Damit wurde er vom 31. Dezember 1918 bis zum 30. April 1919 gegen die Aufständigen in Berlin eingesetzt. Im 1. Weltkrieg wurde er nicht nur verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Schwarz widerspiegelte. Ihm wurden neben dem Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern (7. November 1916) und beiden Eisernen Kreuzen auch andere Auszeichnungen, wie die Hessische Tapferkeitsmedaille (21. September 1914), das Hessische Kriegerehrenzeichen in Eisen (14. August 1917), der Sächsische Albrechtsorden mit Schwertern (5. März 1921), verliehen. Am 1. Mai 1919 wurde er als Hauptmann in das vorläufige Reichsheer übernommen. Dabei wurde er jetzt als Adjutant der Reichswehr-Brigade 18 (Hessische) verwendet. Dort wurde er am 1. September 1919 neu vereidigt. Am 1. Oktober 1919 wurde er als Hauptmann beim Stabe des I. Bataillons in das Schützen-Regiment 35 versetzt. Gleichzeitig wurde er auch als Verbindungsoffizier bei der Hessischen Regierung verwendet. Im Juni 1920 kam er zum Stab vom Reichswehr-Schützen-Regiment 22 der Reichswehr.Brugade 11. Von dort wurde er zum Garnisonskommando und Bezirksbefehlshaber kommandiert. Am 16. Juni 1920 (10) wurde er zum Major befördert. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er in das Infanterie-Regiment 15 übernommen. Dabei übernahm er das Standortkommando und wurde Halbbataillonsführer des II. Bataillons in Sondershausen. Vom 20. April 1921 bis zum 27. April 1921 war er Teilnehmer an der Wehrkreisübungsreise der 5. Division der Reichswehr. Bald darauf übernahm er am 1. Juni 1921 das II. Bataillon vom 15. Infanterie-Regiment in Eisenach. Am 1. Oktober 1921 wurde er Chef der 6. Kompanie seines Regiments und damit wieder Führer des Halbbataillons und vom Standortkommando Sondershausen. Am 1. April 1922 wurde er Kommandeur des I. Bataillons seines Regiments. Vom 17. Mai 1922 bis zum 31. Mai 1922 war er wieder Teilnehmer an der Wehrkreisübungsreise der 5. Division. Vom 16. Oktober 1922 bis zum 11. November 1922 wurde er zu einem Artillerielehrgang für Stabsoffiziere nach Jüterbog kommandiert. Am 1. Februar 1923 gab er sein Bataillon an ab und wurde dafür Adjutant beim Stab der 1. Division der Reichswehr in Königsberg in Preußen. Sein Vater starb am 12. Januar 1926 als Generalleutnant a.D. im Alter von 80 Jahren. Als Divisionsadjutant wurde er am 1. Dezember 1926 (1) wurde er zum Oberstleutnant befördert.  Am 8. Januar 1927 wurde er mit Wirkung vom 1. Februar 1927 in das Reichswehrministerium (RWM) nach Berlin versetzt. Dort wurde er jetzt in der Heeres-Inspektion des Erziehungs- und Bildungswesens (In 1) eingesetzt. Auch nach deren Umbenennung zur Inspektion der Waffenschulen gehörte er weiter zu dieser. Am 5. September 1929 wurde er mit Wirkung vom 1. Oktober 1929 als Nachfolger von Oberst August Fritz zum Kommandanten der Kommandantur von Ulm (Donau) ernannt. An diesem 1. Oktober 1929 (25) folgte seine Beförderung zum Oberst. Am 19. Januar 1931 wurde er mit Wirkung vom 31. Januar 1931 unter Bewilligung der gesetzlichen Versorgung mit dem Charakter als Generalmajor sowie der Berechtigung zum Tragen der Generalsuniform aus dem Heeresdienst verabschiedet. Sein Nachfolger als Kommandant von Ulm wurde Oberstleutnant Wilhelm Poetter.

Am 1. April 1931 wurde er als Generalmajor a.D. nach §56 W.V.G. als Angestellter im Reichsdienst (Landesschutz) angestellt. Er wurde Ausbildungsleiter bei der 5. Division der Reichswehr. Er wohnte damals privat in der Hölderlinstraße 55 in Stuttgart. Er wurde am 31. März 1932 wieder verabschiedet aber am 1. März 1933 unter den gleichen Vorzeichen wieder angestellt. Dieses Mal endete die Anstellung am 30. September 1933.

Am 1. Oktober 1933 wurde er im Bereich der 3. Division der Reichswehr mit den Gebührnissen als Oberst angestellt und zum Stab der Kommandantur Schweidnitz und der Heeresdienststelle 4 versetzt. Im Frühjahr 1935 war er Ausbildungsleiter Glatz. Am 30. November 1936 wurde er verabschiedet.

Am 14. September 1939 wurde er erneut reaktiviert und am 15. September 1939 mit Wirkung vom 16. September 1939 zum Kommandant des rückwärtigen Heeresgebietes 589 (Korück 589) ernannt. Am 26. Mai 1940 wurde er Oberfeldkommandant 589 (OFK 589) in Lüttich und als solcher am 17. Juni 1940 mit Wirkung vom 1. Juli 1940 zum Generalmajor z.V. befördert. Sein jüngster Sohn Klaus Keim ist als Leutnant und Angehöriger der 3. Kompanie vom Schützen-Regiment 115 am 26. November 1941 bei Fort Capuzzo auf dem afrikanischen Kriegsschauplatz durch Kopf- und Brustschuß gefallen. Am 16. März 1942 folgte mit Wirkung vom 1. April 1942 noch seine Beförderung zum Generalleutnant z.V.. Am 4. November 1942 (Verfügung vom 20. Dezember 1942) wurde er mit Wirkung vom 15. November 1942 in die Führerreserve OKH versetzt. Seinen Dienst regelte der Wehrkreis XII. Seine Nachfolge bei der OFK 589 trat Generalleutnant Georg Bertram an. Am 1. Februar 1943 ging er endgültig in den Ruhestand. Er verbrachte seinen Lebensabend in der Seeheimer Straße 19 in Jugenheim an der Bergstraße. Er starb am 19. März 1955 um 19:20 Uhr im Elisabethenstift in der Landgraf-Georgs-Straße 100 in Darmstadt. Als Todesursache wurden Bauchcarcinose, Appendix-Carcinom und Inanition angegeben.

Aus der am 10. November 1872 in Worms geschlossenen Ehe seiner Eltern sind noch mehrere Geschwister hervorgegangen:
Sein älterer Bruder war der am 11. November 1873 in Worms geborene Friedrich Wilhelm Georg Eduard "Fritz" Keim. Dieser heiratete als Leutnant im 1. Großherzoglich-Hessischen Infanterie-Regiment Nr. 115, am 22. Mai 1901 die etwas über ein Jahr jüngere Barbara Herriet Elfriede von Kayser, Tochter des vorstorbenen Generalleutnants Robert von Kayser, in Darmstadt. Er wohnte damals in der Riedeselstraße 35 in Darmstadt. Trauzeugen waren sein Vater und sein neuer Schwager der Hauptmann im 2. Großherzoglich-Hessisches Feldartillerie-Regiment Nr. 61, Georg Karl Robert Edwin August von Kayser. Der Bruder Fritz Keim starb im Alter von 46 Jahren als Oberstleutnant im Reichswehrministerium (RWM) am 8. Juni 1920 in der Karlstraße 28/30 in Berlin. Er wohnte damals in der Hagenstraße 50 in Berlin-Grunewald. Seine Ehefrau wohnte damals in der Martinstraße 64 in Darmstadt.
Seine ältere Schwester war die am 10. Februar 1875 in Berlin geborene Anna Johanna Agnes Keim. Diese heiratete am 21. März 1896 den fast siebeneinhalb Jahre älteren Premierleutnant vom 2. Hannoversches Infanterie-Regiment Nr. 77, kommandiert zur Kriegsakademie nach Berlin, Georg Friedrich Wilhelm Dorndorf, Sohn des Oberst a.D. Friedrich Bernhard Julius Dorndorf, in Celle. Der Ehemann starb als Oberst a.D. im Alter von 64 Jahren am 29. Februar 1932 in Jugenheim.