Junck, Hans

 

* 16. September 1893, Leipzig

+ 28. November 1966, Berlin-Zehlendorf

 

 

Hans Junck trat am 1. Oktober 1913 als Fahnenjunker in das Königlich Sächsische 1. Feldartillerie-Regiment Nr. 12 ein. Vom 9. Mai 1913 bis zum 1. August 1914 besuchte er die Kriegsschule Neiße und wurde dort am 25. Mai 1914 zum Fähnrich befördert. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges kehrte er zu seinem Regiment zurück und zog am 4. August 1914 mit der reitenden Abteilung ins Feld, wo am 12. August 1914 seine Beförderung zum Leutnant erfolgte. Die reitende Abteilung des Königlisch Sächsischen 1. Feldartillerie-Regiments Nr. 12 unterstand der 8. Kavallerie-Division, die bis zum 30. August 1914 an der Westfront eingesetzt wurde. Anschließend verlegte sie an die Ostfront und nahm 1914 u.a. an der Schlacht bei Warschau und der Schlacht bei Lask - Pabianice teil. 1915 kämpfte die Abteilung im Raum Rawka - Bzura. Zwischen dem 9. März und dem 30. April 1915 war Hans Junck als Ordonnanz-Offizier zum Artillerie-Kommandeur des XXV. Reservekorps kommandiert und kehrte anschließend zu seiner Abteilung zurück. Mit dieser kämpfte er 1915 u.a. in der Schlacht um Schaulen, nahm an der Einnahme von Mitau teil und kämpfte dann vor Dünaburg. 1916 kämpfte die Abteilung vor Jakobstadt und Anfang 1917 wieder vor Dünaburg. Nach dem deutsch-russischen Waffenstillstand nahm er an der Einnahme von Dünaburg und dem Vorstoß über Dubno teil. Am 18. April 1918 folgte seine Beförderung zum Oberleutnant. Ab dem 3. Mai 1918 war Hans Junck stellvertretender Batterieführer der 8. Batterie des Königlich Sächsischen 1. Feldartillerie-Regiments Nr. 12 und ab dem 24. Juni 1918 Führer dieser Batterie. Am 15. Oktober 1918 wurde er schwer verwundet und anschließend in ein Lazarett eingeliefert. Nach seiner Genesung kehrte er am 9. April 1919 zu seiner in der Heimat liegenden Abteilung zurück, wo er am 14. Mai 1919 zum Abteilungsführer ernannt wurde. Am 1. August 1919 wurde er in die vorläufige Reichswehr übernommen und in das Reichswehr-Grenzjäger-Artillerie-Regiment 12 versetzt. Am 1. Januar 1921 wurde er in das Artillerie-Regiment 4 versetzt. Zwischen dem 1. Oktober 1921 und dem 1. Oktober 1922 absolvierte er eine Führergehilfen-Ausbildung (getarnte Generalstabsausbildung) beim Stab der 4. Division. Ab dem 15. Oktober 1923 studierte er Ingenieurwesen an der Technischen Hochschule in Dresden und wurde dabei am 1. November 1926 zum Hauptmann befördert. Nach seinem Abschluss als Diplom-Ingenieur wurde Hans Junck am 1. April 1928 zum Heereswaffenamt im Reichswehrministerium kommandiert und am 1. Oktober 1929 Hauptmann beim Stab der II. Abteilung des Artillerie-Regiments 4. Am 1. Oktober 1932 kehrte er in das Reichswehrministerium zurück und wurde am 1. Februar 1933 Gruppenleiter in der Abteilung Wa Prüf 4 (Abteilung Artillerie) im Heereswaffenamt. Dort wurde er am 1. September 1934 zum Major und am 1. März 1937 zum Oberstleutnant befördert. Ab dem 12. Oktober 1937 kommandierte er die I. Abteilung des Artillerie-Regiments 2, bis er am 1. April 1939 Chef der Abteilung Wa Rü Mun (Munition) im Heereswaffenamt wurde. Am 1. Februar 1940 zum Oberst befördert, wurde Hans Junck am 7. April 1942 in die Führerreserve des OKH versetzt und gleichzeitig zum Heeres-Abnahme-Inspizienten XVII kommandiert. Am 1. August 1942 folgte seine Ernennung zum Heers-Abnahme-Inspizienten. Am 25. September 1943 erhielt er sein erstes Frontkommando mit der Ernennung zum Kommandeur des Artillerie-Regiments-Stabes z.b.V. 609. Der Stab war in Rußland der 9. Armee unterstellt. Am 1. November 1943 folgte seine Beförderung zum Generalmajor. Zwischen dem 27. Januar 1944 und dem 7. Februar 1944 war er mit der Führung der 4. Panzer-Division betraut. Am 25. April 1944 in die Führerreserve versetzt, absolvierte er im Mai 1944 den 11. Divisionsführer-Lehrgang, um anschließend als Divisionsführer zur Heeresgruppe D kommandiert zu werden. Am 17. Juni 1944 wurde er mit der Führung der 253. Infanterie-Division beauftragt, die jedoch nicht im Westen, sondern im Raum Kowel und Cholm bei der Heeresgruppe Nordukraine in schweren Abwehrkämpfen stand. Bereits am 30. Juli 1944 gab er die Führung über die Division wieder ab und wurde Kommandeur der 47. Infanterie-Division im Raum Calais. Diese Division war erst Anfang 1944 aufgestellt worden und befand sich in schweren Abwehrkämpfen mit alliierten Verbänden. Junck scheint sein Kommando nicht angetreten zu haben, denn bereits am 3. August 1944 wurde er Kommandeur der 265. Infanterie-Division. Diese bodenständige Division lag in der Bretagne und wurde schließlich nach schweren Verlusten in Lorient eingeschlossen. Am 26. September 1944 übernahm Hans Junck gleichzeitig noch die Position des Kommandanten der Festung St. Nazaire. Am 30. Januar 1945 wurde er noch zum Generalleutnant befördert. Bei Kriegsende geriet er in französische Kriegsgefangenschaft und wurde wegen Kriegsverbrechen vor ein französisches Gericht gestellt. Am 19. September 1947 wurde er frei gesprochen und am 15. März 1948 aus der Kriegsgefangenschaft entlassen.

 

Literatur und Quellen:

Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109/10847 - Hei – Kar
Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte, Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad Nauheim, Podzun 1953
hhttp://www.geocities.ws/orion47.geo/WEHRMACHT/HEER/Generalleutnant2/JUNCK_HANS.html
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin, Mittler (1925).
Rangliste des Deutschen Reichsheeres 1926, Berlin, Mittler und Sohn 1926.
Dermot Bradley (Herausgeber, Autor), Markus Rövekamp (Herausgeber), Ernest Henriot (Herausgeber), Karl F Hildebrand (Autor): Deutschlands Generale und Admirale: Teil IV /Band 6: Die Generale des Heeres 1921-1945. Hochbaum - Klutmann, Biblio-Verlag, Bissendorf 2002