Hoffmann, Paul Wilhelm Otto

 

* 2. Dezember 1885, Neuenburg, Kreis Schwetz (heute Nowe in Polen)

† 10. Oktober 1979

 

Paul Hoffmann trat am 12. März 1904 als Fahnenjunker in das Infanterie-Regiment „Herzog Karl von Mecklenburg-Strelitz“ (6. Ostpreußisches) Nr. 43 ein. Von Oktober 1904 bis Juni 1905 wurde er an die Kriegsschule Glogau kommandiert. Der Sohn vom Postmeister Otto Hoffmann und seiner Frau Ida Hoffmann, geborene Grätz, wurde am August 1905 zum Leutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den 17. Februar 1904 datiert. Im Juli 1909 wurde er zum Samländisches Pionier-Bataillon Nr. 18 kommandiert. Von September 1910 bis Juli 1913 war er dann Bataillons-Adjutant und Gerichts-Offizier im Infanterie-Regiment „Herzog Karl von Mecklenburg-Strelitz“ (6. Ostpreußisches) Nr. 43. Am 18. Februar 1913 wurde er zum Oberleutnant befördert. Als solcher wurde er am 26. September 1913 zum Regimentsadjutant vom Infanterie-Regiment „Herzog Karl von Mecklenburg-Strelitz“ (6. Ostpreußisches) Nr. 43 ernannt. Zu Beginn des 1. Weltkrieges zog er dann als Adjutant mit seinem Regiment in den Krieg. Am 17. September 1914 wurde er verwundet, verblieb aber bei der Truppe. Am 30. November 1914 wurde er erneut verwundet und in ein Lazarett eingeliefert. Am 24. Dezember 1914 wurde er zum Hauptmann befördert. Ab dem 18. Januar 1915 wurde er dann als Kompanieführer im Infanterie-Regiment „Herzog Karl von Mecklenburg-Strelitz“ (6. Ostpreußisches) Nr. 43 eingesetzt. Am 18. März 1915 wurde er erneut verwundet. Nach  seinem Lazarett-Aufenthalt  wurde er am 20. Dezember 1915 zum Adjutant der 1. Infanterie-Brigade ernannt. Im Oktober 1916 erkrankte er schwer und wurde zum II. Ersatz-Bataillon seines Regiments versetzt. Am 28. November 1916 wurde er zum Stab vom Gouvernement Libau versetzt. Am 18. Januar 1917 wurde er als 2. Adjutant zur 5. Infanterie-Division kommandiert. Am 21. Januar 1917 wurde er unter Belassung in seinem Kommando bei der 5. Division in das Leib-Grenadier-Regiment „König Friedrich Wilhelm III.“ (1. Brandenburgisches) Nr. 8 versetzt. Am 17. März 1917 wurde er dann zum 1. Adjutant der 84. Infanterie-Division ernannt. In dieser Funktion verblieb er für den Rest des 1. Weltkrieges. Im 1. Weltkrieg wurde er nicht nur mehrmals verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Silber widerspiegelte. Im Ersten Weltkrieg wurde er neben beiden Eisernen Kreuzen noch mit einigen anderen Orden ausgezeichnet. Am 19. März 1919 kehrte er dann wieder in sein Infanterie-Regiment „Herzog Karl von Mecklenburg-Strelitz“ (6. Ostpreußisches) Nr. 43 zurück. Am 11. April 1919 kam er dann zum Stab der 2. Infanterie-Brigade. Am 30. April 1919 wurde er Adjutant der mobilen 2. Infanterie-Brigade in Kurland. Am 10. Oktober 1919 wurde Paul Hoffmann Hauptmann beim Stab des III. Bataillons vom Reichswehr-Schützen-Regiment 2. Am 2. Februar 1920 wurde er zum Wehrkreis-Kommando I kommandiert. Am 7. Mai 1920 wurde er unter Belassung seines Kommandos zum Wehrkreis-Kommando I in das Reichswehr-Schützen-Regiment 1 versetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann Heeres der Reichswehr wurde er am 1. Oktober 1920 als Kompaniechef der 12. (MG) Kompanie im 1. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Gumbinnen übernommen. Am 1. Februar 1922 hat er dann als Hauptmann den 24. Dezember 1914 als neues Rangdienstalter erhalten. 1923 und 1924 wurde er als Chef der 6. Kompanie vom 1. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Insterburg eingesetzt. Am 1. August 1924 wurde er zum Stab der 1. Division der Reichswehr nach Königsberg kommandiert und am 1. September 1924 auch offiziell dorthin versetzt. Am 1. Februar 1925 wurde er dort zum Major befördert, sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Oktober 1924 festgelegt. Am 1. August 1925 folgte dann seine Versetzung zum Reichswehrministerium nach Berlin. Dort wurde er in der Heeresinspektion des Erziehungs- und Bildungswesens (In 1) eingesetzt. Im Frühjahr 1927 gehörte er dann zur Heeresausbildungsabteilung (T4) vom Truppenamt (TA) in Berlin. Am 24. August 1927 hat er Elisabeth Schmieden, geborene Coste, geheiratet. Am 1. März 1928 wurde er zum Kommandeur des Ausbildungs-Bataillons vom 8. (Preuß.) Infanterie-Regiment in Lübben ernannt. Am 1. Oktober 1929 wurde er dann als solcher zum Oberstleutnant befördert. Am 1. Februar 1931 wurde er in den Stab des 8. (Preuß.) Infanterie-Regiment versetzt. Am 1. Oktober 1932 wurde er dann für zwei Monate zum Stab der 3. Division der Reichswehr kommandiert. Am 30. November 1932 wurde er schließlich aus dem aktiven Dienst der Reichswehr verabschiedet.

Im Frühjahr 1935 kam Paul Hoffmann zum Ergänzungsoffizierskoprs. Am 1. Juli 1935 wurde er dann als Oberst (E) mit dem Rangdiesntalter vom 1. Juni 1932 in die neue Wehrmacht übernommen. Ab dem 1. Juli 1935 wurde er dann im Reichskriegsministerium (RKM) in Berlin verwendet. Ab dem 12. Oktober 1937 wurde er als Verbindungs-Offizier des Heeres beim Oberbefehlshabers der Kriegsmarine eingesetzt. Am 1. Juli 1940 gab er seinen Posten ab und wurde in die Führerreserve vom Wehrkreis III versetzt. Am 31. Juli 1940 wurde er dann zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment 333 in der 225. Infanterie-Division ernannt. Am 1. April 1941 wurde er dann wieder in den aktiven Dienst übernommen und damit wandelte sich sein militärischer Rang zum Oberst ohne Zusatz. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Juni 1932 festgelegt. Ab dem 17. April 1941 wurde er mit der Führung der neuen 717. Infanterie-Division betraut. Am 1. Juni 1941 wurde er zum Generalmajor befördert. Als solcher wurde er dann auch zum Kommandeur der 717. Infanterie-Division ernannt. Mit seiner Division verlegte er nach Jugoslawien. Am 18. November 1941 gab er die Führung über die 717. Infanterie-Division auf dem Balkan wieder ab. Noch im November 1941 wurde er ebenfalls auf dem Balkan dann zum Kommandeur der 342. Infanterie-Division ernannt. Mit dieser Division marschierte er dann Anfang 1942 nach Russland hinein. Am 1. August 1942 gab er im Raum Rshew die Führung über die Division ab und wurde erneut in die Führerreserve versetzt und dort dem Wehrkreis III zugeteilt. Am 10. September 1942 wurde er zum Kommandeur der neuen 382. Feldausbildungs-Division ernannt. Am 16. Februar 1943 wurde erneut in die Führerreserve versetzt. Diesmal wurde er der Heeresgruppe Süd zugeteilt. Am 1. August 1943 übernahm er als Kommandeur die 147. Reserve-Division in der Ukraine. Mit dieser wurde er beim LXII. Reservekorps eingesetzt. Bereits am 17. September 1943 wurde er durch Generalmajor Otto Matterstock abgelöst und erneut in die Führerreserve versetzt. Dabei wurde er wieder dem Wehrkreis III zugeteilt. Als Grund für die Ablösung wurde vom Korpskommandeur, General der Infanterie Ferdinand Neuling, am 30. Oktober 1943 angegeben: "Ablösung wurde beantragt, da er sich um die notwendig gewordene sofortige Erschießung von Angehörigen eines meuternden Turk-Bataillons herumgedrückt hat." Der Wehrmachtbefehlshaber Ukraine, General der Flieger Karl Kitzinger, führte dagegen am 6. November 1943 aus: "Habe Ablösung beantragt, da er es ablehnte, bei Meuterei ein Erschießungskommando zu stellen." Am 6. Oktober 1943 wurde er dann zum Kommandeur der Kriegsgefangenen im Wehrkreis IV kommandiert. Vom 10. Januar 1944 bis zum 19. Januar 1944 wurde er zu einem Lehrgang im Kriegsgefangenenwesen kommandiert. Am 5. Februar 1944 wurde er zum Kommandant vom Offizierslagers IV D (Oflag IV D) in Elsterhorst ernannt. Im Lager waren überwiegend französische Offiziere und Ordonnanzen, sowie belgische, britische, kanadische und jugoslawische Kriegsgefangene untergebracht. Am 18. Februar 1945 begann die Evakuierung französischer Offiziere, etwa 750 Kranke wurden zurückgelassen. Mit der Kapitulation im Mai 1945 geriet er in alliierte Kriegsgefangenschaft, aus der er im Jahr 1948 wieder entlassen wurde.