Gille, Herbert

 

* 8. März 1897, Gandersheim

+ 26. Dezember 1966, Stemmen

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Herbert Gille trat 1910 ins königlich-preußische Kadettenkorps ein. Bei Kriegsbeginn zog er als Leutnant mit dem Feldartillerie-Regiment 55 ins Feld, später erfolgte eine Versetzung zum Feldartillerie-Regiment 30. Nach mehereren Verwundungen schied er 1919 als Oberleutnant aus der Armee aus. Nach 15. Jahren als Gutsverwalter meldete er sich 1934 zur SS-Verfügungstruppe, wo er bis 1937 zum Sturmbannführer aufstieg. 1938 absolvierte er den Bataillonskommandeur-Lehrgang an der Infanterieschule Döberitz und wurde im Anschluß Kommandeur des II. Bataillons des SS-Regiments "Der Führer". Im Polen- und Frankreichfeldzug war er Kommandeur der I. Abteilung des SS-Artillerie-Regiments 5. Am 30. Januar 1941 wurde er zum Standartenführer befördert. Zu Beginn des Überfalls auf die Sowjetunion wurde Gille Kommandeur der Vorausabteilun der SS-Division "Wiking". Am 1. Oktober 1941 wurde er dann für seine Leistungen zum Oberführer der Waffen-SS befördert. Nach der Überquerung des Kuban wurde er für die Führung der Vorausabteilung am 8. Oktober 1941 mit dem Ritterkreuz verliehen und kurz darauf wurde er zum Korps-Artillerie-Führer ernannt. Am 1. Mai 1943 übernahm der am 1. Dezember 1942 zum Brigadeführer beförderte Gille die SS-Division "Wiking". Für die Kampferfolge seiner Division in der Schlacht um Charkow wurde Gille am 1. November 1943 das Eichenlaub verliehen, am 9. November 1943 wurde er zum Gruppenführer befördert. Während der Schlacht um den Kessel von Tscherkassy ab dem 29. Januar 1944 erwies sich Gille und die SS-Panzer-Division "Wiking" immer wieder als Rückrad der Kesselverteidigung. Beim Ausbruch der deutschen Truppen aus dem Kessel fiel der Kesselkommandant, General Stemmermann, und Gille übernahm das Kommando über die ausbrechenden Truppenteile. Für diese Leistung wurden ihm am 20. Februar 1944 die Schwerter verliehen. Die SS-Panzer-Division "Wiking" wurde ins Hinterlland verlegt, um aufgefrischt zu werden. Gille hingegen wurde von Hitler nach Kowel befohlen. Die Stadt war von russischen Streitkräften eingeschlossen worden und Gille sollte nun die Verteidigung der eingeschlossenen Truppen organisieren. Nachdem Gille die Stadt Kowel 22 Tage lang halten konnte, gelang es Entsatztruppen, u.a. die wieder aufgefrischte SS-Panzer-Division "Wiking", für 48 Stunden einen Korridor in die Stadt freizukämpfen und Gille konnte alle Truppen aus der Festung evakuieren. Hierfür wurden Gille am 19. April 1944 die Brillianten verliehen. Im August 1944 wurde Gille zum Kommandierenden General des IV. SS-Panzerkorps ernannt und am 9. November 1944 zum Obergruppenführer ernannt. Bei Kriegsende geriet Gille in amerikanische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1948 entlassen wurde. Wegen Mitgliedschaft zur SS wurde Gille zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt, die aber durch die Gefangenschaft bereits verbüßt hatte.

 

Ritterkreuz (8. Oktober 1941) Eichenlaub (1. November 1943) Schwerter (20. Februar 1944) Brillianten (19. April 1944)