Funck, Werner
| * 18. September 1885, Posen + 29. Oktober 1965, Bad Kissingen |
Werner Funck trat am 10. März 1904 als Fahnenjunker in das Füsilier-Regiment
Graf Roon (Ostpreußisches) Nr. 33 ein, in dem er am 18. Oktober 1904 zum
Fähnrich und am 18. August 1905 zum Leutnant befördert wurde und zuletzt als
Kompanieoffizier diente. Von Februar bis Oktober 1913 war er zur
Flugzeugführer-Ausbildung an die Fliegerschule der Albatroswerke Berlin
kommandiert und im Anschluß Flugzeugführer im Flieger-Bataillon 2. Am 2. August
1914 wurde er zum Oberleutnant befördert und als Flugzeugführer in die
Feldflieger-Abteilung 13 versetzt. 1915 wurde er dann Leiter der
Flugzeug-Abnahmekommission Gotha, am 18. August 1915 zum Hauptmann befördert und
ab November 1915 Führer der Artillerieflieger-Abteilung 209. Im September 1916
übernahm er die Führung des Armeeflugparks 1 und im August 1917 des
Armeeflugparks 4. Am 1. Januar 1918 wurde er dann zur österreichischen
Flieger-Abteilung Triest kommandiert und am 1. März 1918 mit der Führung des
Armeeflugparks 17 betraut. Ab dem 1. August 1918 diente er als Referent in der
Abteilung Flieger im Großen Hauptquartier und war ab dem 1. November 1918 mit
der Rückführung des Armeeflugparks 2 und 17 beauftragt. Am 8. März 1919 trat er
dem Freischützen-Korps Meyen bei und wurde am 31. März 1920 aus dem Armeedienst
entlassen.
Am 31. März 1920 trat Werner Funck in die Berliner Polizei ein. Am 20. April
1920 zum Polizei-Major befördert, wurde er Kommandeur der
Polizei-Kraftwagenwerkstätten Berlin. Am 1. April 1923 schied er aus dem
Polizeidienst aus.
Am 10. März 1935 trat Funck als E-Offizier* in das Luftkreis-Kommando II in
Berlin ein und wurde dort zum Major befördert. Am 1. Oktober 1936 wurde er
Kommandeur der Erprobungsstelle Rechlin und am 1. März 1937 Referent beim
Oberquartiermeister / Abteilung Flieger im Reichsluftfahrtministerium. Am 1.
Oktober 1937 folgte die Übernahme in das aktive Offizierskorps. Am 1. Januar
1938 folgte die Beförderung zum Oberstleutnant und am 3. Juni 1938 die Ernennung
zum Kommandeur des Luftparks Wiener Neusatdt. Am 1. April 1940 wurde er in den
Stab der Luftzeuggruppe XIII, Wien versetzt und dort am 1. Oktober 1940 zum
Oberst befördert. Ab dem 1. Dezember 1940 war er dann stellvertretender
Kommandeur der Luftzeuggruppe Norwegen und ab dem 16. April 1941 beim Stab der
Luftzeuggruppe VII. Zwischen dem 1. August 1941 und dem 30. September 1941 war
er bei der Luftzeuggruppe Königsberg eingesetzt. Anschließend wurde er
Kommandeur der Luftzeuggruppe Riga. Am 15. Januar 1943 kehrte er als Kommandeur
zur Luftzeuggruppe Königsberg zurück. Am 1. Dezember 1943 wurde er zum
Sonderbeauftragten in Italien ernannt und nach Florenz versetzt. Ab dem 23. Juni
1944 diente er schließlich beim Stab des Kommandierenden Generals der Deutschen
Luftwaffe in Finnland. Hier erkrankte er im Herbst 1944 so schwer, dass er am 1.
Oktober 1944 in die Führerreserve versetzt werden musste. Am 30. Januar 1945
noch zum Generalmajor befördert, wurde er am 28. Februar 1944 aus dem
Militärdienst entlassen.
*Ausgeschiedene ehemalige Offiziere wurden oft als zivile Angestellte der (schwarzen) Reichswehr in "Landesschutzangelegenheiten" beschäftigt (L-Angestellte). Ab dem 1. Oktober 1933 taten diese als sog. L-Offiziere (L = Landsschutz; nicht Landwehr) Dienst in Kommandostellen der Reichswehr, trugen weiterhin Zivil und hatten an ihrem Rang ein "a.D." Das war wie eine eigene Laufbahn mit eigener Besoldung neben dem aktiven Offizierskorps. Am 5. März 1935 erfolgte die Umbenennung in E-Offiziere für Ergänzungsoffizierskorps. Hier trugen die Ränge dann ein (E) als Zusatz. Diese Offiziere wurden nur in bestimmten Bereichen, meist Innendienst eingesetzt und machten während der Aufrüstung aktive Offiziere frei für andere Verwendungen.
Literatur und Quellen:
Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur
MSG 109/19845
Karl-Friedrich Hildebrand: Die Generale der deutschen Luftwaffe 1935 - 1945 Band
1 Abernetty - v. Gyldenfeldt Biblio-Verlag Osnabrück 1990
http://www.oocities.org/~orion47/WEHRMACHT/LUFTWAFFE/Generalmajor/FUNCK_WERNER.html
Absolon, Rudolf, (Bearb.), Rangliste der Generale der Deutschen Luftwaffe nach
dem Stand vom 20. April 1945. Mit einer Stellenbesetzung der Kommandobehörden
der Luftwaffe vom 1. März 1945, Dienstalterslisten der Sanitätsoffiziere usw. im
Generalsrang sowie Kurzbiographien über den Reichsmarschall und die
Generalfeldmarschälle. (Friedberg, Podzun-Pallas, 1984)