Dr. jur. h.c. Fonck, Alfons

 

* 22. Juli 1872, Oberwesel am Rhein

+ 30. März 1944, Lazarett Hirschberg

 

 

Alfons Fonck trat am 22. März 1892 als Sekondeleutnant in das 2. Unter-Elsässische Infanterie-Regiment Nr. 137 ein. Am 1. April 1897 wurde er in das 2. Ober-Elsässische Infanterie-Regiment Nr. 171 versetzt. Von Oktober 1897 bis Oktober 1900 war er zum Technischen Institut Spandau bzw. der Technischen Hochschule Berlin kommandiert, wo er am 14. September 1900 zum Oberleutnant befördert wurde. Anschließend war er zur Gewehr-Fabrik Spandau kommandiert. Von 1903 bis 1907 war er Regiments-Adjutant im 2. Ober-Elsässischen Infanterie-Regiment Nr. 171. Am 18. Mai 1907 zum Hauptmann befördert, wurde er am gleichen Tag Adjutant der Inspektion der Rechnischen Institute der Infanterie. 1912 wurde er dann mit der Wahrung der Geschäfte des Verwaltungsdirektors der Gewehrfabrik Erfurt beauftragt und am 29. Oktober 1914 Adjutant des Feldzeugmeisters. Am 8. November 1914 folgte die Beförderung zum Major und am 15. Juni 1915 die Kommandierung ins Kriegsministerium, wohin er am 1. Oktober 1915 versetzt wurde. Ab 1917 führte er ein Bataillon im Infanterie-Regiment von Lützow (1. Rheinisches) Nr. 25 und anschließend das Infanterie-Regiment von Lützow (1. Rheinisches) Nr. 25 selbst. 1918 kam er als Abteilungschef ins Kriegsministerium. Am 17. August 1918 folgte die Ernennung zum ständigen Mitglied Preußens und Leiter der Ausgleichsstelle der Bundesstaaten. Am 5. Oktober 1919 wurde er dann Abteilungschef im Allgemeinen Kriegsdepartement des preußischen Kriegsministeriums, bis er am 30. März 1920 mit dem Charakter als Oberstleutnant verabschiedet wurde.
Im Anschluß daran wurde er Beamter auf Kündigung im Heeres-Abwicklungsamt Preußen und am 1. April 1921 Referent in der Reichszentrale für Kriegs- und Zivilgefangene. Ab dem 1. Februar 1924 war er dann Bearbeiter völkerrechtlicher Fragen im Reichswehrministerium, wo er am 1. Oktober 1933 als Oberstleutnant a.D. in das L-Offizierskorps* übernommen wurde. Am 15. Mai 1934 folgte die Beförderung zum Oberst a.D. und am 31. Juli 1935 die erneute Verabschiedung. Trotzdem blieb er als Zivilangestellter bis zum 31. März 1937 weiter beschäftigt. Außerdem war er als Dozent für Kriegs- und Völkerrecht an der Wehrmachtakademie tätig. Ab dem 12. September 1939 war er dann Oberst z.V. im Oberkommando der Wehrmacht und der Abteilung Ausland-Mobilmachung zugeteilt. Am 1. Juni 1942 wurde er dann als Generalmajor z.V. in die Führerreserve des OKH versetzt, wo seine Mobilmachungs-Bestimmung am 30. April 1943 aufgehoben wurde.

 

*Ausgeschiedene ehemalige Offiziere wurden oft als zivile Angestellte der (schwarzen) Reichswehr in "Landesschutzangelegenheiten" beschäftigt (L-Angestellte). Ab dem 1. Oktober 1933 taten diese als sog. L-Offiziere (L = Landsschutz; nicht Landwehr) Dienst in Kommandostellen der Reichswehr, trugen weiterhin Zivil und hatten an ihrem Rang ein "a.D." Das war wie eine eigene Laufbahn mit eigener Besoldung neben dem aktiven Offizierskorps. Am 5. März 1935 erfolgte die Umbenennung in E-Offiziere für Ergänzungsoffizierskorps. Hier trugen die Ränge dann ein (E) als Zusatz. Diese Offiziere wurden nur in bestimmten Bereichen, meist Innendienst eingesetzt und machten während der Aufrüstung aktive Offiziere frei für andere Verwendungen.
 

Literatur und Quellen:

Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109/
Dermont Bradley - Karl-Friedrich Hildebrand: Die Generale des Heeres 1921-1945 - Band 4: Fleck - Gyldenfeldt Biblio-Verlag 1999
http://www.oocities.org/~orion47/WEHRMACHT/HEER/Generalmajor/FONCK_ALFONS.html
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin, Mittler (1925).
Rangliste des Deutschen Reichsheeres, Hrsg.: Reichswehrministerium, Mittler & Sohn Verlag, Berlin 1924
Rangliste des Deutschen Reichsheeres 1926, Berlin, Mittler und Sohn 1926.
Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte, Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad Nauheim, Podzun 1953