Förster, Helmuth

 

* 19. April 1889, Groß-Strehlitz

† 7. April 1965, Lenggries

 

Helmuth Förster trat am 23. Juli 1907 als Fahnenjunker in das Kaiserliche Heer ein. Er kam dabei zum Eisenbahn-Regiment Nr. 1. Am 27. Januar 1909 wurde er bei diesem zum Leutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den 28. Januar 1907 datiert. Im Herbst 1910 wurde er dann zum Flugversuchsstelle nach Döberitz kommandiert. Am 1. Oktober 1913 wechselte er auch offiziell zur fliegenden Truppe. Er wurde an diesem Tag zum Adjutant bei der Inspektion der Flieger-Truppe ernannt. Als solcher wurde er am 27. Januar 1914 zum Oberleutnant befördert. Nach Beginn des 1. Weltkrieges wurde er dann ab Anfang August 1914 als Offizier z.b.V. eingesetzt. Er kam dann als Pilot zur Flieger-Abteilung 31. Ab 1915 wurde er dann nur noch in Höheren Stäben eingesetzt. Am 18. Juni 1915 wurde er zum Hauptmann befördert. 1916 wurde er dann in den Generalstabsdienst versetzt. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben dem Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern und beiden Eisernen Kreuzen auch noch andere Auszeichnungen verliehen. Am 31. März 1919 schied er aus der Armee aus. Dabei wurden ihm die Charakter als Major verliehen. Am 1. März 1934 wurde er als Offizier z.b.V. im Reichsluftfahrtministerium (RLM) in Berlin angestellt. Am 1. April 1934 wurde er zum Oberstleutnant befördert. Als solcher wurde er zum Chef des Stabes vom Luftkreis-Kommando I in Königsberg ernannt. Am 1. August 1935 wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum Oberst zum Kommandeur der Fliegergruppe Gotha ernannt. Durch die Umbenennung seiner Einheit wurde er am 1. April 1936 zum Kommandeur (Kommodore) vom Kampfgeschwader 253 in Gotha ernannt. Im Sommer 1936 erhielt das Geschwader den Ehrennamen General Wever, zu Ehren des am 3. Juni 1936 verunglückten Chef des Generalstabes der Luftwaffe, Generalleutnant Walther Wever. Am 1. Oktober 1937 gab er sein Kommando über das Kampfgeschwader 253 "General Wever" ab. Er wurde dafür zum Kommandeur des Höheren Kommandos der Luftwaffen-Lehrtruppen in Greifswald ernannt. Am 1. Februar 1938 wurde er durch die Umbenennung seines Stabes unter gleichzeitiger Beförderung zum Generalmajor zum Kommandeur der Luftwaffen-Lehr-Division in Greifswald ernannt. Auch bei Beginn des 2. Weltkrieges im Sommer 1939 wurde er noch in dieser Funktion eingesetzt. Am 1. Oktober 1939 wurde er als General z.b.V. dem Staatssekretär der Luftfahrt und Generalinspekteur der Luftwaffe, Generaloberst Erhard Milch, zugeteilt. Bei diesem wurde er am 1. Januar 1940 zum Generalleutnant befördert. Ab Mitte April 1940 wurde er dann als Chef des Generalstabes der neuen Luftflotte 5 beim Unternehmen Weserübung gegen Norwegen eingesetzt. Mitte Juni 1940 wurde er abgelöst. Er wurde dafür der deutsch-französischen Abrüstungskommission als Leiter der Abteilung Luftwaffe zugeteilt. Zwischen Mitte April 1941 und Ende Mai 1941 wurde er als Militärbefehlshaber Serbien eingesetzt. Dabei wurde er am 20. April 1941 zum General der Flieger befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. April 1941 festgelegt. Anfang Juni 1941 wurde er zum Kommandierender General vom I. Fliegerkorps ernannt. Am 21. Oktober 1941 wurde er in einer Sondermeldung zum Wehrmachtsbericht namentlich genannt: "In schwerem, von den Fliegerverbänden der Generale der Flieger Freiherr von Richthofen und Förster unermüdlich unterstützen Ringen, haben die in der Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Ritter von Leeb zusammengefaßten Verbände des Heeres und der Waffen-SS seit dem Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht vom 6. August 1941 über 300.000 Gefangene eingebracht, 1.581 Panzerkampfwagen und 4.063 Geschütze erbeutet oder vernichtet." Am 22. Februar 1942 wurde ihm das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Ende August 1942 gab er sein Kommando über das I. Fliegerkorps nach über einem Jahr wieder ab. Er wurde dafür zum Chef der der Luftabwehr im RLM ernannt. Am 1. August 1944 wurde er dann zum Chef für Lufttransport im RLM ernannt. Bei der Kapitulation der Wehrmacht geriet er Anfang Mai 1945 in westalliierte Gefangenschaft. Aus dieser wurde er im Sommer 1947 wieder entlassen.

 

Ritterkreuz (22. Februar 1942)