Exss, Ernst

 

* 22. September 1896, Lindenberg im Kreis Schlochau

+ 28. Januar 1965, Recklinghausen in Nordrhein-Westfalen

 

 

Ernst Exss trat am 14. August 1914 als Leutnant in das Ersatz-Bataillon des Grenadier-Regiments Graf Kleist von Nollendorf (1. Westpreußisches) Nr. 6 ein, in dem er als Zugführer diente. Am 10. Oktober 1914 kam er als Zugführer zu seinem Regiment ins Feld. Hier wurde er am 8. April 1915 verwundet und musste in ein Lazarett verlegt werden. Nach seiner Genesung Mitte November 1915 absolvierte er eine Beobachter-Ausbildung bei der Fliegerersatz-Abteilung 4, um anschließend ab dem 3. Februar 1916 als Beobachter im Kampfgeschwader 3 der Obersten Heeresleitung eingesetzt zu werden. Am 15. November 1916 wurde er als Beobachter in die Feldflieger-Abteilung A 22 versetzt. Am 30. November 1918 kam er zur Demobilisierung in die Fliegerersatzabteilung 3. Von Februar 1919 bis Januar 1920 war er dann Beobachter bei der Fliegerabteilung A 423, einer Landjäger-Formation. Nach einer kurzen Verwendung beim Fliegerhorst Paderborn folgte am 27. Mai 1920 die Versetzung als Zugführer bei der Kraftfahr-Kompanie 116. Am 9. Juli 1920 wurde ihm der Charakter als Oberleutnant verliehen und er trat in die Polizeifliegerstaffel Münster über. Am 1. April 1925 zum Polizei-Hauptmann befördert, folgte am 1. Mai 1925 die Kommandierung an die Polizeischule Münster und am 8. Februar 1926 die Ernennung zum Leiter des luftpolizeilichen Überwachungsdienstes Oppeln, ab dem 1. November 1927 des luftpolizeilichen Überwachungsdienstes der Schutzpolizei Stettin. Ab dem 4. Februar 1930 fungierte er als Sachbearbeiter für Luftfahrtangelegenheiten beim Oberpräsidium Stettin sowie ab dem 23. April 1934 als Referent für Luftüberwachung beim Reichsluftfahrtministerium. Am 1. Januar 1925 zum Major befördert, trat Ernst Exss am 1. Juli 1935 in die Luftwaffe über und wurde Offizier z.b.V. des Reichsluftfahrtministers und Oberbefehlshabers der Luftwaffe. Vom 2. Dezember 1935 bis 27. März 1936 war er zum 2. Luftkreis-Schullehrgang an der Luftkreisschule in Berlin-Gatow kommandiert. Im II. Quartal 1936 absolvierter er dann eine Ausbildung als Kampfbeobachter bei der Fliegerschule Tutow. Am 1. Juli 1936 wurde er dann in den Stab der I. Gruppe des Kampfgeschwaders 155 nach Giebelstadt versetzt. Am 1. Januar 1937 zum Oberstleutnant befördert, wurde er am 1. März 1937 Kommandeur der II. Gruppe des Kampfgeschwaders 153 in Finsterwalde. Ab dem 1. Dezember 1938 diente er dann als Lehrer für Angriffstaktik an der Höheren Luftwaffenschule Berlin-Gatow, wo er am 1. April 1939 auch zum Oberst befördert wurde. Am ersten Mobilmachungstag zum Polenfeldzug, dem 26. August 1939, wurde er Referent in der Abteilung Landesverteidigung im Oberkommando der Wehrmacht. Am 18. Dezember 1939 wurde er Kommodore des Kampfgeschwaders 1, das er während des anschließenden Westfeldzuges führte. Am 29. Juli 1940 gab er das Kommando über das Geschwader ab, um am folgenden Tag Chef der Luftwaffen-Kontrollkommission III zu werden. Ab dem 7. Oktober 1940 war er dann Chef der Luftwaffen-Kontrollkommission V. In dieser Funktion erfolgte am 1. April 1942 die Beförderung zum Generalmajor. Am 15. März 1943 wurde er wieder Offizier z.b.V. des Reichsluftfahrtministers und Oberbefehlshabers der Luftwaffe und gleichzeitig zum Luftflotten-Kommando 3 kommandiert. Am 31. Mai 1943 folgte seine Ernennung zum Flughafenbereichskommandanten 6/III in Holland. 1945 übernahm er dann den Posten des Flughafenbereichskommandanten Italien. Bei Kriegsende geriet er in Gefangenschaft, aus der er im Juli 1947 entlassen wurde.

Literatur und Quellen:

Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109
Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/1945, Podzun-Verlag 1955 
Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte, Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad Nauheim, Podzun 1953
Karl Friedrich Hildebrandt: Die Generale der Luftwaffe 1935–1945, Band 1: A-G, Biblio Verlag, Osnabrück 1990