Erxleben, Johannes

 

* 1. April 1893, Vierraden im Kreis Angermünde

+ 2. November 1972, Bielefeld

 

 

Johannes Erxleben trat am 22. März 1913 als Leutnant in das Telegraphen-Bataillon 5 ein. Am 22. April 1914 wurde er in die Festungs-Fernsprech-Kompanie 3 versetzt. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges zog er mit dem Fernsprech-Zug der 33. Reserve-Division ins Feld. Am 9. Oktober 1917 wurde er Divisions-Nachrichten-Kommandeur der 33. Reserve-Division und am 15. Dezember 1917 Adjutant der Kriegs-Telegraphen-Abteilung beim Chef des Nachrichtenwesens im Großen Hauptquartier. Am 20. September 1918 zum Oberleutnant befördert, wurde er am 9. November 1918 in die Kriegstelegraphen-Abteilung versetzt. Am 1. Oktober 1919 in die Reichswehr übernommen, wurde Johannes Erxleben Kommandeur der Reichswehr-Brigade-Nachrichten-Abteilung 6. Vom 1. April 1920 bis zum 1. Oktober 1921 war er zur Kavallerieschule Hannover kommandiert. Am 1. Januar 1921 wurde er dann in die Nachrichten-Abteilung 4 versetzt. Es folgte die Versetzung in die Nachrichten-Abteilung 2 am 1. Januar 1923 und die Rückkehr zur Nachrichten-Abteilung 4 am 1. Mai 1923. Am 1. Dezember 1926 wurde er dann in das Artillerie-Regiment 4 versetzt und als Adjutant des Höheren Offiziers der Nachrichtentruppen zum Gruppen-Kommando 2 kommandiert. Am 1. März 1937 wurde er hier zum Hauptmann befördert und am 1. Oktober 1927 in den Stab des Gruppen-Kommandos 2 versetzt. Ab dem 1. Dezember 1930 diente er in der 2. Kompanie der Nachrichten-Abteilung 5, deren Chef er am 1. Februar 1931 wurde. Ab dem 1. Oktober 1933 war er dann Stabs-Offizier der Nachrichtentruppen im Stab der 2. Division und ab dem 1. Oktober 1934 Stabs-Offizier der Nachrichtentruppen im Wehrkreis-Kommando. Am 1. Oktober 1934 wurde er zudem zum Major befördert. Am 15. Oktober 1935 übernahm Major Erxleben das Kommando der Nachrichten-Abteilung 6 in Bielefeld, wo er am 1. April 1937 zum Oberstleutnant befördert wurde. Ab dem 10. November 1938 war er dann Kommandeur der Nachrichtentruppen XIII. Mit Beginn der Mobilmachung am 26. August 1939 wurde Oberstleutnant Erxleben Leider der Auswertestelle bei der Heeresgruppe C und am 25. September 1939 Feldnachrichten-Kommandeur 11. Ab dem 1. Oktober 1939 war er dann Nachrichten-Kommandeur von Posen und ab dem 6. Februar 1940 Kommandeur des Armee-Nachrichten-Regiments 549. Am 1. April 1940 folgte die Beförderung zum Oberst und am 25. Oktober 1940 die Ernennung zum Nachrichtenführer der 11. Armee. Ab dem 5. März 1942 war er Nachrichtenführer der 12. Armee, am 23. Januar 1943 umgewandelt zum Nachrichtenführer der Heeresgruppe E. Am 25. Februar 1943 erfolgte seine Ernennung zum Nachrichtenführer Südfrankreich und nach seiner Beförderung zum Generalmajor am 1. Oktober 1943 die Ernennung zum Höheren Nachrichtenführer z.b.V. 513 am 1. November 1943. Am 25. Juni 1944 wurde er in die Führerreserve versetzt und am 1. August 1944 mit der Wahrung der Geschäfte des Wehrmachts-Kommandanten von Kassel betraut. Diesen Posten übernahm er am 15. September 1944 dann offiziell. Gefechtsstand des Kommandierenden Generals war der Weinbergbunker. Das durch 40 Luftangriffe vollkommen zerstörte Kassel wurde als letzte hessische Großstadt zur "Festung" erklärt. "Kassel wird bis zum letzten Mann verteidigt", lautete die Parole. Als die 80. US-Infanteriedivision in den ersten Apriltagen in einer Umfassbewegung von Süden auf Kassel vorrückte, sprengten deutsche Soldaten die Fuldabrücken. Nach einem Zeitzeugen-Bericht des damaligen Abwehr-, Gerichts- und Ordonnanz-Offiziers Dirk Uhse wurde dieser er in der Nacht vom 3. auf den 4. April 1945 vom Kommandierenden der "Festung Kassel", Generaloberst Johannes Erxleben, als Parlamentär zum Befehlshaber der am südlichen Stadtrand stehenden amerikanischen Truppen entsandt, mit dem Auftrag, freien Abzug für die in Kassel befindlichen Wehrmachtseinheiten, zumindest aber für die Zivilbevölkerung zu erreichen. Als der amerikanische General ablehnte und ankündigte, "entweder würde kapituliert oder weiter gekämpft", entschied Uhse - ohne Rücksprache mit Erxleben - zu kapitulieren. Generalmajor Erxleben geriet in Gefangenschaft, aus der er am 6. Juni 1947 entlassen wurde.

 

Literatur und Quellen:

Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109
Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/1945, Podzun-Verlag 1955 
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin, Mittler (1925).
Rangliste des Deutschen Reichsheeres 1926, Berlin, Mittler und Sohn 1926.
Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte, Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad Nauheim, Podzun 1953
Dermon Bradley: Die Generale des Heeres 1921 - 1945 Band 3 Dahlmann - Fritzlaff, Biblio-Verlag 1994
http://www.oocities.org/~orion47/WEHRMACHT/HEER/Generalmajor/ERXLEBEN_JOHANNES.html
„Einnahme von Kassel durch die US-Armee, 4. April 1945“, in: Zeitgeschichte in Hessen <http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/edb/id/891> (Stand: 29.5.2012)