Eimannsberger, Ludwig Ritter von

 

* 19. November 1878, Wien

+ 31. Juli 1945, Innsbruck

 

Ludwig Ritter von Eimannsberger besuchte die Technische Militärakademie und wurde am 18. August 1899 als Leutnant zum Divisionsartillerieregiment Nr 11 nach Budapest ausgemustert. Von 1903 bis 1905 absolvierte er die Kriegsschule und wurde dem Eisenbahnbüro des Generalstabes zugeteilt. Anschließend wurde er Generalstabsoffizier beim XV. Korps und Festungsartillerie-Direktor in Przemysl. 1911 wurde er als Hauptmann Lehrer an der Technischen Militärakademie in Mödlin. Im Ersten Weltkrieg diente er als Artilleriereferent im Armeegruppenkommando von Kövess. Es folgen ab 1916 Verwendungen als Artilleriegruppen- und Abschnittskommandant in Südtirol und als Artilleriereferent beim XV. Korps. 1917 wurde er zum Oberstleutnant befördert. Im letzten Kriegsjahr wurde er Lehrer beim Informationskurs für höhere Artillerie-Ausbildung.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Eimannsberger 1920 in die Offiziersschule Wien eingeteilt und 1921 zum Oberst befördert. Er kam an die waffentechnische Abteilung im Bundesministerium für Heerwesen und wurde Kommandant des Artillerieschießschulkurses. Im März 1926 wird er als Generalmajor mit den Agenden des Waffeninspekteurs der Artillerie betraut. Am 1. September 1927 wurde er Leiter der Sektion II und am 24. Oktober zum General befördert. Am 1. Januar 1929 wurde er Heeresinspekteur des österreichischen Bundesheeres. Am 1. Januar 1930 ging er in den Ruhestand.

Mit der Versetzung in den Ruhestand begann für Eimannsberger ein neuer Lebensabschnitt. Er fungierte als wissenschaftlicher und militärtechnischer Privatgelehrter. Dabei galt seine ganze Aufmerksamkeit dem Panzerkampfwagen, der 1917 und 1918 den Kampf revolutionierte. Mit wissenschaftlicher Gründlichkeit durchforschte Eimannsberger das für die Mittelmächte verhängnisvolle Geschehen, das durch den Einsatz von Panzerkampfwagen heraufbeschworen wurde. Aus seinen Analysen zog Eimannsberger die Schlüsse, die er mit folgenden Worten umriss: „Die Reiterei ist tot, neben den Tanks ist kein Platz mehr für sie. Aber ihre Aufgaben sind geblieben, für deren Lösung wird man in Zukunft Panzergeschwader bestimmen müssen!“ Weiter liest man in den wissenschaftlichen Arbeiten Eimannsbergers, die schon die Panzerstrategien des Zweiten Weltkrieges vorzeichneten: „Angriff ist Feuer und Bewegung, und diese beiden Elemente vereinigt der Panzerkampfwagen in einem Kampfgerät!“ Diese vorausahnenden Theorien Eimannsbergers und Gunther Burstyns wurden im Zweiten Weltkrieg praktisch unter Beweis gestellt. 1933 erschien zu Eimannsbergers Theorien sein Buch Der Kampfwagenkrieg. Mit diesem zu internationaler Bedeutung gelangten Buch hat General Eimannsberger die damalige, militärische Spezialliteratur um ein bedeutendes Werk bereichert. Generaloberst Guderian legte in seinem Buch "Achtung Panzer", erschienen 1937, sehr ähnliche Theorien vor. Jedoch wird in der von General Kiszling verfassten Biographie aufgezeigt, dass General Eimannsberger der Erfinder jener panzerstrategischen Theorien war, die im Zweiten Weltkrieg die großen Erfolge lieferten.

Am 1. August 1938 begann eine erneute militärische Verwendung von Eimannsberger. Als General der Artillerie wurde er z.V. des Heeres gestellt, aber vorerst nicht weiter verwendet. Am 25. Mai 1940 wurde er dann Höherer Artillerie-Offizier beim Stab des Oberkommandos Ost. Aus dieser Dienststellung schied er bereits am 26. Juli 1940 wieder aus. Ohne weitere Verwendung wurde Eimannsberger 1943 aus der z.V.-Stellung des Heeres entlassen.