Dobratz, Kurt

 

* 9. April 1904, Stettin + 21. Dezember 1996, Bremen  

 

Kurt Dobratz trat am 30. März 1922 in die Reichsmarine ein und absolvierte in der Schiff-Stamm-Division der Ostsee in Kiel seine Grundausbildung. Seine Bordausbildung erhielt er auf dem Linienschiff Braunschweig. Am 4. April 1923 wurde er zur weiteren Bordausbildung auf die SSS Niobe und am 2. Juli 1923 auf den leichten Kreuzer Berlin kommandiert. Am 30. März 1924 wurde er dann zum Hauptlehrgang für Fähnriche an die Marineschule Flensburg-Mürwick versetzt. Am 1. April 1924 wurde er zum Fähnrich zur See befördert und nacheinander zum Torpedolehrgang für Fähnriche, zum Sperrlehrgang für Fähnriche, zum Nachrichtenlehrgang für Fähnriche, zum Infanterielehrgang für Fähnriche und zum Artillerielehrgang für Fähnriche kommandiert. Am 6. Januar 1926 wurde er dann auf den leichten Kreuzer Hamburg versetzt, am 1. April 1926 zum Oberfähnrich zur See befördert und am 11. Dezember 1927 Zugoffizier in der II. Abteilung der Schiff-Stamm-Abteilung der Nordsee. Am 1. Juli 1928 wurde er zum Oberleutnant zur See befördert und am 16. Oktober 1928 Adjutant und Divisionsoffizier auf dem Linienschiff Schleswig-Holstein. Am 25. Februar 1930 wurde er Adjutant und Divisionsoffizier auf dem Linienschiff Hannover. Am 1. Oktober 1930 wurde er dem Stationschef der Nordsee unterstellt, um mehrere Lehrgänge zu absolvieren. Am 27. April 1932 wurde er Marine-Nachrichtenoffizier List und absolvierte von Januar bis Juni 1933 einen B-Dienstlehrgang an der Inspektion des Torpedo- und Minenwesens in Kiel. Am 1. Oktober 1933 wurde er dann Adjutant und Signaloffizier auf dem leichten Kreuzer Leipzig. Am 1. Juli 1934 wurde er zum Kapitänleutnant befördert. Am 30. September 1935 trat er aus der Kriegsmarine aus und in die Luftwaffe über. Er wurde Referent im Luftwaffenpersonalamt und anschließend auf diverse Torpedo-Lehrgänge kommandiert. Am 1. Oktober 1935 wurde er zum Hauptmann und am 1. April 1937 zum Major befördert. Am 18. November 1938 wurde er zur Einweisung als Staffelkapitän zur III. / Kampfgeschwader 255 kommandiert und am 30. Dezember 1938 Kapitän der 8. Staffel des Geschwaders. Am 1. Juli 1939 wurde er dann Kommandeur der II. / Lehrgeschwader 1 und gleichzeitig Kommandant des Fliegerhorstes Schwerin. Mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet, wurde er am 6. August 1940 IIa im Stab des Luftwaffen-Kommandos 5 und am 14. Mai 1941 Kommandeur der I. / Kampfgeschwader 26. Am 1. Dezember 1940 zum Oberstleutnant befördert, wurde er am 18. August 1941 mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet und am 1. Juni 1942 zum Oberst befördert. Am 31. März 1943 trat er wieder aus der Luftwaffe aus und in die U-Boots-Waffe ein. Er absolvierte den Ua-Lehrgang bei der 1. Unterseeboots-Lehrdivision und ab dem 1. Juni 1943 den U.W.O.-Lehrgang. Am 1. Juni 1943 zum Kapitän zur See befördert, absolvierte er vom 7. Juni bis 31. Juli 1943 den U.T.O.-Lehrgang an der Torpedoschule Flensburg-Mürwick. Am 1. August 1943 wurde er der 27. Unterseeboots-Flottille zugeteilt und von September 1943 bis Januar 1944 absolvierte er den Kommandanten-Schießlehrgang bei der 24. Unterseebootsflottille. Zugleich war er stellvertretender Flottillenchef der Flottille. Im Anschluß wurde er zur Baubelehrung nach Hamburg versetzt und am 8. März 1944 Kommandant von U 1232. Mit dem Boot des Typs IXC/40 absolvierte er eine Feindfahrt vom 28. Oktober 1944 - 14. Februar 1945 in den Westatlantik. Dabei versenkte er vier Schiffe mit 24.535 brt und beschädigte zwei weitere mit zusammen 2.438 brt. Am 23. Januar 1945 wurde er mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet und am 1. April 1945 dem Kommandierende Admiral der U-Boote zugeteilt, wo er Chef des Stabes wurde. Im Mai 1945 wurde er dann noch mit der Wahrung der Geschäfte des Kommandierenden Generals der U-Boote betraut. Er geriet in alliierte Gefangenschaft, aus der er im Februar 1946 entlassen wurde.

Ritterkreuz (23. Januar 1945)