Deßloch, Otto

 

* 11. Juni 1889, Bamberg / Franken

† 13. Mai 1977, München

Otto Deßloch trat am 20. Juli 1910 in das bayerische 5. Chevaulegers-Regiment ein, wo er im Oktober 1912 zum Leutnant befördert wurde. Mit dem Regiment zog er in den Ersten Weltkrieg, wo er bereits in den ersten Kriegstagen schwer verwundet wurde. Nach seiner Genesung meldete er sich freiwillig zur Fliegertruppe und kam 1916 als Oberleutnant zu den Jagdfliegern. 1917 wurde er Staffelführer der Jagdstaffel 18 (Jasta 18) und 1918 Kommandeur der Fliegerschule Gersthofen. 1919 nahm er als Führer der freiwilligen Fliegerstaffel "Deßloch" an Freikorps-Kämpfen teil, bevor er in die Reichswehr übernommen wurde und am 1. Februar 1922 zum Hauptmann befördert wurde. Er diente in den Reiter-Regimentern 17 und 18 und kam 1934 wieder zur Luftwaffe. Am 1. April 1936 zum Oberst befördert, wurde er am 1. Oktober 1936 zum Kommodore des Kampfgeschwaders 155 ernannt, ab November 1938 das Kampfgeschwader 55. Am 18. Januar 1939 folgte seine Beförderung zum Generalmajor. Am 1. Februar 1939 wurde er Kommandeur der 6. Flieger-Division und nach dem Polenfeldzug am 8. April 1940 Kommandierender General des II. Flak-Korps. Für die Leistungen seiner Flak-Verbände, vor allem bei der Bekämpfung feindlicher Panzer, wurde er am 24. Juni 1940 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Am 19. Juli 1940 folgte seine Beförderung zum Generalleutnant. Ab Juni 1941 kämpfte sein Korps an der Ostfront, wo er am 1. Januar 1942 zum General der Flieger ernannt wurde. Am 1. April 1942 wurde er Kommandierender General des I. Flak-Korps und im November 1942 gleichzeitig auch Befehlshaber des Luftwaffenkommandos Kaukasus. Am 4. August 1943 wurde er namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "In der Schlacht am Mius haben Infanterie- und Panzerverbände des Heeres und der Waffen-SS unter Führung des Generalfeldmarschalls von Manstein und des Generals der Infanterie Hollidt mit vorbildlicher Unterstützung der von General der Flieger Deßloch geführten Luftwaffenverbände wiederholt Durchbruchsversuche starker feindlicher Kräfte vereitelt und im schwungvollen Gegenangriff den nördlich Kuibyschewo eingebrochenen Feind geschlagen." Ab dem 4. September 1943 war er mit der Führung der Luftflotte 4 betraut, am 1. März 1944 wurde er zum Generaloberst befördert. Für seine Führungsleistungen wurde er am 10. Mai 1944 mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Ab August 1944 war er Oberbefehlshaber der Luftflotte 3 und ab Oktober 1944 Oberbefehlshaber der Luftflotte 4. Ende April 1945 wurde er dann noch Oberbefehlshaber der Luftflotte 6. Bei Kriegsende geriet er in Gefangenschaft, aus derer 1948 entlassen wurde.

 

Ritterkreuz (24. Juni 1940) Eichenlaub (10. Mai 1944)

Literatur und Quellen:
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 4 Bände, Bad Friedrichshall, 1996 / 1997
Peter Stockert: Die Eichenlaubträger 1940 - 1945, 9 Bände, 4. überarbeitete Auflage, Bad Friedrichshall 2010 / 2011