Audenrieth, Georg
| * 20. Juli 1917, Nürnberg + 19. Januar 1999, Mittenwald |
Georg Audenrieth absolvierte vom 3. April bis zum 23. Oktober 1937 nach einer
absolvierten Schreinerlehre seine Reichsarbeitsdienstzeit bei der Abteilung
4/282 im Lager Lechfeld. Am 5. November 1937 trat er in den Nachrichten-Zug des
I. Bataillons des Gebirgsjäger-Regiments 100 in Brannenburg am Inn ein. Am 10.
November 1938 wurde er als Nachrichtenmann in die 5. Kompanie des Regiments
versetzt. Nachdem er es zum Nachrichten-Zugführer gebracht hatte, wurde er am
30. August 1939 in die Gebirgsjäger-Nachrichten-Ersatz-Kompanie 1 in
Oberammergau versetzt. Am 24. Oktober 1939 wurde er dann in den Nachrichtenzug
der 5. Kompanie des Gebirgsjäger-Regiments 99 versetzt und am 1. Dezember 1939
zum Gefreiten der Reserve befördert. Mit diesem Regiment nahm er am Westfeldzug
teil, wurde am 1. Dezember 1940 zum Obergefreiten der Reserve befördert, nahm
1941 an den Kämpfen auf dem Balkan und am Juni 1941 an den Kämpfen in Rußland
teil. Im Februar 1942 erlitt er an der Mius-Front Erfrierungen 2. und 3. Grades,
die in einem Lazarett in Frontnähe auskuriert wurden. Anschließend kehrte er zu
seiner Kompanie zurück. Mit dieser nahm er an den Verfolgungskämpfen in Richtung
Rostow teil. Da die Erfrierungen noch nicht vollständig ausgeheilt waren, mußte
Georg Audenrieth am 21. Juli 1942 in das Kriegslazarett 4/007 eingeliefert
werden. Nach einer Erstbehandlung wurde er dann in das Reserve-Lazarett Budweis
verlegt, wo er operiert wurde. Dabei wurde er wirtschaftlich der
Gebirgs-Nachrichten-Ersatz-Kompanie 1 zugeteilt. Nach seinem Lazarett-Aufenthalt
wurde er dann am 9. Oktober 1942 in das Gebirgsjäger-Nachrichten-Ersatz-Kompanie
1 versetzt. Am 30. Dezember 1942 kehrte Audenrieth zu seiner Kompanie zurück. Am
13. April 1943 wurde er verwundet und ins Lazarett eingeliefert. Dort wurde er
am 1. Mai 1943 zum Stabsgefreiten der Reserve befördert. Nach seiner Genesung
kam er zur 3. Kompanie des Gebirgsjäger-Regiments 99. Mit diesem Regiment nahm
er an den Kämpfen in Rußland und dann ab 1943 auf dem Balkan teil. Am 25.
Dezember 1944 zeichnete sich Audenrieth bei den Abwehrkämpfen bei Grabovo in
Kroatien durch besondere Tapferkeit aus. Hierfür wurde er am 27. Dezember 1944
zum Oberjäger der Reserve befördert. Außerdem wurde ihm am 10. Februar 1945 das
Ritterkreuz verliehen. Am 1. März 1945 folgte dann noch die Beförderung zum
Feldwebel der Reserve. Bei Kriegsende konnte sich Audenreth nach Hause
durchschlagen, geriet jedoch am 1. Juni 1945 in Tittlingen im Bayerischen Wald
in amerikanische Gefangenschaft, aus der er am 16. Juni 1946 wieder entlassen
wurde.
Am 15. Dezember 1955 trat er der neu gegründeten Bundeswehr bei. Er blieb der
Nachrichtentruppe treu und wurde in Sonthofen beim Fernmelde-Lehr-Bataillon
eingesetzt. Später kam er zur Brigade-Fernmelde-Kompanie 104 und nahm im
September 1956 ander Neuaufstellung der 1. Gebirgs-Division teil. Er wurde
anschließend Zugführer in der Gebirgs-Fernmelde-Kompanie 8 und schließlich
Ausbildungsleiter für Unteroffizier- und Funkmeisterlehrgänge bei der
Feldjägerschule Sonthofen. Er wurde dann Zugführer in der Ausbildungs-Kompanie
1/8, dann Funkmeister und Kompanie-Truppführer in der 3. /
Gebirgs-Versorgungs-Bataillons 8. Am 30. September 1969 wird er als
Hauptfeldwebel in den Ruhestand versetzt.
Ritterkreuz (10. Februar 1945)
Quellen:
Die Ritterkreuzträger der Deutschen Wehrmacht 1939 - 1945, Teil VI
Hubert Lanz, Max Pemsel: Gebirgsjäger. Die 1. Gebirgs-Division 1935–1945. Podzun,
Bad Nauheim 1954.
Hermann Frank Meyer: Blutiges Edelweiß. Die 1. Gebirgs-Division im Zweiten
Weltkrieg, Ch. Links Verlag, Berlin 2008