Adler, Hermann

 

* 20. November 1890, Berlin

+ 26. Januar 1967, Junkersdorf bei Köln

 

 

Hermann Adler trat am 1. Oktober 1910 als Einjährig-Freiwilliger in das 4. Magdeburgische Infanterie-Regiment Nr. 67 ein, aus dem er am 30. September 1911 wieder entlassen wurde. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde er als Vizefeldwebel der Reserve in das 6. Thüringische Infanterie-Regiment Nr. 95 eingezogen. Nach der Eroberung von Namur wurde das Regiment an die Ostfront verlegt. Am 30. Januar 1915 wurde er zum Leutnant der Reserve befördert und am 1. Oktober 1915 in die Fliegertruppe versetzt. Am 15. Februar 1919 wurde er aus dem Militärdienst entlassen.
Am 1. März 1935 trat Hermann Adler als E-Offizier* und Hauptmann in die Luftwaffe ein und wurde Offizier z.b.V. bei der Fliegerhorst-Kommandantur Großenhain, ab dem 16. August 1935 bei der Fliegerhorst-Kommandantur Dresden. Am 1. Februar 1936 wurde er dann als Referent in das Reichsluftfahrtministerium versetzt, wo er am 1. Oktober 1936 zum Major befördert wurde. Ab dem 16. Januar 1940 war er dann Referent, später Gruppenleiter und Abteilungs-Chef im Oberkommando der Wehrmacht. Am 1. August 1940 folgte die Beförderung zum Oberstleutnant und am 1. April 1942 zum Oberst. Er war mehrere Jahre Mitherausgeber des Deutschen Luftfahrtkalenders. 1941 übernahm er die fachliche Beratung bei dem Drehbuch zu dem Dokumentarfilm Himmelstürmer von Walter Jerven. Außerdem war er Autor mehrerer Fach- und Propagandabücher. Am 1. Oktober 1943 wurde er in den Stab der 1. Flieger-Division versetzt und am 1. Februar 1944 zum Flieger-Regiment 51 kommandiert. Es folgten Kommandierungen zum Flieger-Regiment 22 am 6. Mai 1944 und zum Flieger-Regiment 93 am 6. Juni 1944. Ab dem 8. September 1944 kommandierte er das Fallschirmjäger-Regiment Adler, das am 10. April 1945 in Fallschirmjäger-Regiment 163 umbenannt wurde. Am 1. April 1945 war er zum Generalmajor befördert worden. Am 23. April 1945 übernahm er das Kommando über das Marsch-Regiment Adler. Am 15. Juni 1945 wurde er in Ostfriesland interniert und am 2. Dezember 1946 aus der Gefangenschaft entlassen.

 

*Ausgeschiedene ehemalige Offiziere wurden oft als zivile Angestellte der (schwarzen) Reichswehr in "Landesschutzangelegenheiten" beschäftigt (L-Angestellte). Ab dem 1. Oktober 1933 taten diese als sog. L-Offiziere (L = Landsschutz; nicht Landwehr) Dienst in Kommandostellen der Reichswehr, trugen weiterhin Zivil und hatten an ihrem Rang ein "a.D." Das war wie eine eigene Laufbahn mit eigener Besoldung neben dem aktiven Offizierskorps. Am 5. März 1935 erfolgte die Umbenennung in E-Offiziere für Ergänzungsoffizierskorps. Hier trugen die Ränge dann ein (E) als Zusatz. Diese Offiziere wurden nur in bestimmten Bereichen, meist Innendienst eingesetzt und machten während der Aufrüstung aktive Offiziere frei für andere Verwendungen.

 

Literatur und Quellen:

Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG 109
Dermot Bradley (Hrsg.), Karl-Friedrich Hildebrand: Die Generale der deutschen Luftwaffe 1935-1945. Band 1: A-G. Biblio Verlag. Osnabrück 1991.
http://www.geocities.ws/orion47.geo/WEHRMACHT/LUFTWAFFE/Generalmajor/ADLER_HERMANN.html