Standort Quakenbrück

Fliegerhort Quakenbrück

 

Quakenbrück ist eine Stadt im Landkreis Osnabrück in Niedersachsen. 1928 hatte der Artländer Verein für Luftfahrt einen Flugplatz auf dem Merschland in der späteren Neustadt eingerichtet und Flugtage veranstaltet, die überregionales Interesse hervorriefen und bekannte Persönlichkeiten, wie zum Beispiel Gerhard Fieseler anzogen. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurde im Rahmen der allgemeinen Wiederaufrüstung der Ausbau des Luftfahrtwesens von der Regierung forciert. Noch im selben Jahr folgte die Stationierung einer Kreisfliegerstaffel in Quakenbrück. 1935 begannen die Bauarbeiten zum Ausbau des Flugfelds und zur Errichtung eines Fliegerhorstes, der den Tarnnamen Quadrat trug. Ab 1940 waren Kampfgeschwader stationiert, ausgerüstet mit Bombern der Typen Heinkel He 111 und Junkers Ju 88, im späteren Kriegsverlauf folgten Jagd- und Nachtjagdverbände zur Abwehr der alliierten Bomberflotten. Besondere Bedeutung erhielt Quakenbrück durch seine große Flugzeugwerft, in der beschädigte Einsatzmaschinen repariert wurden. Anfang 1943 wurde allerdings ein Großteil des Werftbetriebes nach Südfrankreich verlegt. Den Alliierten war der Fliegerhorst bekannt, der wiederholt Ziel von Luftangriffen war. Beim schwersten Angriff am Karsamstag 1944 war auch die Innenstadt betroffen, wo zahlreiche Gebäude beschädigt oder zerstört wurden. Kurz vor Kriegsende räumte die Luftwaffe den Fliegerhorst. Am 11. April 1945 besetzten britische Truppen den Flugplatz und beendeten den Zweiten Weltkrieg für Quakenbrück. Die Briten überließen das Gelände polnischen Streitkräften, die bis 1947 stationiert blieben.

 

Fronttruppenteile

I. / Flak-Regiment 64

I. / Flak-Regiment 37

Stab und 1. / Fernaufklärungsgruppe 1

Einsatzkommando 1. / Fernaufklärungsgruppe 5

I. / Kampfgeschwader 54

Stab und I. / Kampfgeschwader 4

 

Ersatztruppenteile

Flugzeugführerschule A/B 82

Flieger-Ausbildungs-Regiment 82

 

Kommandobehörden / Dienststellen

Flughafen-Bereichs-Kommando 5/VI

Fliegerhorst-Kommandantur A (o) 18/XI

 

Einrichtungen

 

Literatur und Quellen:

Jürgen Zapf: Flugplätze der Luftwaffe 1934 - 1945 - und was davon übrig blieb, VDM-Verlag, 1. Auflage 2010

Georg Tessin: Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939 - 1945, Band 16, Teil 2. Biblio-Verlag Osnabrück 1996

Mattiello Ginfranco: Fliegerhorstkommandanturen und Flugplätze der deutschen Luftwaffe 1935-1945, Biblio-Verlag Osnabrück