SS-Vielfachwerfer-Batterie 521
Im Zeitraum von März bis Mai 1943 wurde in Langlingen bei Celle eine
„SS-Vielfachwerfer-Batterie“ aufgestellt. Sie wurde u.a. mit 4 Werfern und einer
7,5 cm Pak ausgestattet. Der Vielfachwerfer diente der Flächenzielbekämpfung und
belegte auf eine Entfernung von etwa 2,5 km (Maximalwert) 300 qm entsprechender
nach der Peripherie zu abnehmender Dichte. Der Vielfachwerfer war ein Wurfgerät,
aus 48 Schienen bestehend, elektrisch zu zünden und schwenkbar nach allen Seiten
im Sinne einer Vollkreiseinteilung. Er wurde von einer Selbstfahrlafette
getragen und konnte als direkte und indirekte Waffe Verwendung finden. Die
Besatzung bestand aus vier Mann: Werferführer, Richtkanonier, Munitionskanonier
und Fahrer.
Als Munition: wurde eine 8 cm Granate, bestehend aus Sprengkopf und Treibsatz,
verwendet, die elektrisch zündbar bar. Der Stabilisierung dienten Horizontal-
und Vertikal-Lamellen.
Die primäre Wirkung war psychischer Art, die Sprengwirkung im Sinne der
Vernichtung von sekundärer Bedeutung. Der Vielfachwerfer stand daher in keinem
glücklichen Verhältnis zum Aufwand an Menschen und Material, so die Auffassung
ehemaliger Angehörige der Batterie
Batterieführer: SS-Hstuf. Schänzlin
Beobachtungs-Offz.: SS-St.Ob.Jk. Käppler (Keppler)
Batterie-Offz.: SS-St.Ob.Jk. Eggers
Stabsscharführer: SS-Oscha. Karg
1.Werferführer: SS-Uscha. Flecken
2.Werferführer: SS-Uscha. Maibaum
3.Werferführer: SS-Uscha. Lerner
4.Werferführer: SS-Rottfhr. Schellhass
Pak-Fhr. SS-Uscha. Beck
Vom 3.Werfer sind von der Bedienung noch bekannt: Dietrich, Staschko und Terff.
Stärke der Batterie: etwa 150 Mann
Nach erfolgter Ausbildung erfolgte im Mai 1943 der Abmarsch Richtung Osten. Der
Verladebahnhof war dabei Langlingen, der Entladebahnhof Charkow. Die Batterie
wurde zunächst im Rahmen der SS-Werfer-Abteilung des Generalkommandos des
SS-Panzerkorps (später SS-Werfer-Abt. 102 des II. SS-Pz.Korps) im Raum Charkow,
Mius und Kursk mit Erfolg eingesetzt.
Sie galt als „Versuchsbatterie“ und führte zu diesem Zeitpunkt die Bezeichnung
„5./SS-Werfer-Abteilung 502“, Feldpostnummer 00004 F.
Bei diesen Kämpfen fiel u.a. der SS-Standartenoberjunker Keppler und einige
Männer, eine Reihe weiterer Männer wurde verwundet.
SS-Hstuf. Schänzlin wurde mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse, der Richtschütze I,
SS-Kanonier Warras, SS-Standartenoberjunker Eggers und einige angehörige der
Nachrichtenstaffel und der Munitionsstaffel mit dem EK II ausgezeichnet.
Bei den Abwehrkämpfen westlich Charkow wurde die Einheit; auch als
„SS-Vielfachwerfer-Batterie „Schänzlin“ bezeichnet, am 10.August 1943 nach
Verschuss aller Munition aus der Front bei Olchany herausgelöst und sammelte in
Charkow.
Am 17.August 1943 schied sie auf Befehl des SS-Führungshauptamtes aus dem
Verband der
SS-Korps-Werfer-Abteilung aus und wurde auf Befehl des Reichsführers-SS
geschlossen mit sämtlichem Personal, Waffen und Gerät sowie Fahrzeugen der
Flak-Abteilung I Kommandostab Reichsführer-SS unterstellt.
Am 25.August 1943 erfolgte in Charkow die Übergabe der Batterie an den Höheren
SS- und Polizeiführer Ukraine, dem sie bis Oktober 1943 unterstand.
Die SS-Vielfachwerfer-Batterie wurde zunächst dem SS-Polizeiregiment 2 unter
SS-Stubaf. Anhalt unterstellt, mit der Aufgabe, Angehörige des im rückwärtigen
Mittelabschnitt Ost im Partisaneneinsatz liegenden SS-Polizeiregiments 2 am
Vielfachwerfer auszubilden.
Die Batterie verlegte in den Raum Rowno, wo sie Polizeiangehörige an den
Vielfachwerfern ausbildete und wo personell eine neue Batterie im Rahmen der
Ordnungspolizei aufgestellt wurde.
Im Oktober 1943 übergab die SS-Vielfachwerfer-Batterie Waffen und Gerät (Raum
Dokszyce, etwa 100 km nordostwärts Minsk?) an die neu aufgestellte Batterie.
Während ein Teil des Stammpersonals zur SS-Werfer-Ausbildungs- und
Ersatzabteilung nach Langlingen in Marsch gesetzt wurde, verblieben die übrigen
Angehörigen der Waffen-SS bei der neu aufgestellten Einheit, die als
„SS-Werfer-Batterie“ dem SS-Polizei-Regiment 2 angegliedert wurde.
Stellenbesetzung März bis Oktober 1943
Batterieführer: SS-Hstuf. Hermann Schänzlin
Beobachtungs-Offz.: SS-Standartenoberjunker Hermann Käppler (auch „Keppler“),
gef. 7.8.1943
Batterie-Offz.: SS-Standartenoberjunker Peter Eggers
Stabsscharführer: SS-Oscha. Karg
1.Werferführer: SS-Uscha. Flecken
2.Werferführer: SS-Uscha. Maibaum
3.Werferführer: SS-Uscha. Lerner
4.Werferführer: SS-Rottfhr. Schellhass
Pak-Fhr. SS-Uscha. Beck
Unbekannte Dienststellung: SS-Ustuf. Anton Unglert
Neuaufstellung der Vielfachwerfer-Batterie als SS-Werfer-Batterie 103 –
Umbenennung in SS-Vielfachwerfer-Batterie 521 unter Überführung in die
Sondertruppe der Reichsführung-SS
Nach Übernahme von Waffen und Gerät durch die neu aufgestellte
SS-Vielfachwerfer-Batterie beim SS-Polizei-Regiment 2 im Raum Rowno verlegte die
SS-Vielfachwerfer-Batterie „Schänzlin“ im Oktober 1943 personell zwecks
Auffrischung und Neuausstattung zur SS-Werfer-Ausbildungs- und Ersatz-Abteilung
nach Langlingen bei Celle.
Am 3.November 1943 kam der Batteriechef, SS-Hauptsturmführer Hermann Schänzlin,
durch einen tragischen Unfall ums Leben.
Im November/Dezember 1943 wurde die Einheit, erneut in Langlingen bei Celle neu
aufgestellt.
Nachfolger Schänzlins wurde der SS-Untersturmführer Friedrich Flecke. Dieser war
im November 1942 bereits als Untersturmführer bei der Werfer-Abteilung des
SS-Pz.Korps und wird noch im März 1944 – weiterhin als Untersturmführer – in der
„SS-Werfer-Abteilung 103“ genannt
Batterieführer: SS-Ustuf. Flecke
Beobachtungs-Offz.: SS-Uscha. Lerner
Batterie-Offz: SS-Ustuf. Binder
Stabsscharführer: SS-Oscha. Karg
Nachrichtenstaffelführer: SS-Oscha. Suhrbier
Mun-Staffel-Fhr. SS-Uscha. Husmann
Waffenmeister SS-Oscha. Figge
1.Zug: SS-Oscha. Stapf
2.Zug: SS-Uscha. Flecken
Stärke der Batterie: etwa 100 – 150 Mann. (Geschichte, S. 2)
Nachdem die erste Aufstellung einer Vielfachwerfer-Batterie von März bis Mai
1943 gedauert hatte, ist anzunehmen, dass dieses Mal die Aufstellung schneller
abgeschlossen werden konnte.
Trotzdem gelangte die Batterie erst ab April 1944 an Stelle der vorgesehenen
Abteilung als „SS-Werfer-Batterie 103“ beim III. (Germ.) SS-Pz.Korps zum
Einsatz.
Gründe für die damit von November 1943 bis März 1944 dauernde Neuaufstellung
sind nicht bekannt (Fehlen des Werfer-Geräts?), ebenso die Gründe über die
Eingliederung in die Werfer-Abteilung des III. SS-Pz.Korps sowie zu der
Bezeichnung „SS-Werfer-Batterie 103“
Verladen in Langlingen, wurde die SS-Werfer-Batterie 103 im Eisenbahntransport
dem Generalkommando III. (Germ.) SS-Pz.Korps in den Kampfraum Narwa zugeführt
(Geschichte, S. 2, Vopersal, SS-Werfer 521, S.1)
Die Batterie wurde im Rahmen des III. (germanischen) SS-Panzerkorps im Kampfraum
Narwa – Peipussee – Kurland eingesetzt.
Die Batterie erhielt die vorgesehene Feldpostnummer der 1.Batterie der
SS-Werfer-Abteilung 103, die Feldpostnummer 57616
Eingetragen wurde diese Nummer am 15.5.1944 für die ab April 1944 eingesetzte
Batterie.
Standquartier bzw. Ortsunterkunft der Batterie vor den Kämpfen an der
Narwa-Front war Sämi-Kuristiku an der Küstenstraße zwischen Wesenberg und Narwa.
Der erste Einsatz sollte am 20.4.1944 gegen feindliche Kräfte, die über die
Narwa etwa 20 km südlich der Stadt Narwa eingesichert waren, stattfinden.
19.04.1944 – 20.04.1944 Verlegung im mot- Marsch in den Raum Auwere zur
Beseitigung des Feindeinbruchs bei Krivasoo.
U: XXXXIII.AK, Armee-Abt. Narwa, H.Gr. Nord
Die Batterie erreichte den Feuerstellungsraum nach einem Nachtmarsch durch
knietiefen Schnee. Sämtliche Munitionsfahrzeuge, die vom Korps gestellt waren,
waren steckengeblieben, sodass ein Eingreifen in die Kämpfe nicht möglich war.
Die Batterie wurde daraufhin nach Sämi zurückverlegt.
21.04.1944 – 22.04.1944 Zurückverlegung nach Sämi-Kuristiku z. Vgf. Gen.Kdo.
III. (Germ.) SS-Pz.Korps.
Bereits in den nächsten Tagen erfolgte eine eingehende Besichtigung und
Überprüfung des Ausbildungsstandes durch den Arko des III. SS-Pz.Korps,. Oberst
Kressin, der die Batterie als völlig unausgebildet bezeichnete.
SS-Hstuf. Ernst Schülke wurde daraufhin vom Korps beauftragt, die Batterie
intensiv auszubilden und für den Einsatz vorzubereiten.
Bereits nach 10 Tagen konnte dem Korps die Batterie einsatzbereit gemeldet
werden.
Bei einer Abschlussbesichtigung durch die Generale Friesner (Nebeltruppe),
Schörner (16.Armee) und dem Oberbefehlshaber der 18.Armee wurde der Batterie
höchste Anerkennung zuteil. Generaloberst Schörner wörtlich: „Diese Batterie hat
uns hier gefehlt. Männer der Werferbatterie, Ihr seid 100% einsatzfähig!“
Die Batterie stand einsatzfähig. Oberst Kressin bestimmte für den Einsatz eine
Schweigestellung etwa 10 km südwestlich Narwa, nur über Narwa zu erreichen. Nur
durch den Einspruch der Werferbrigade, Oberstleutnant Bünning u. Burghardt bei
der Armee konnte dieses verhindert werden, da es undenkbar ist, eine
vollmotorisierte, gepanzerte Werferbatterie in eine Schweigestellung zu bringen.
24.04.1944 – 13.07.1944 Stellungskämpfe im Bereich der Armee-Abteilung Narwa,
HGr. Nord
25.04.1944 – Anf. 5.1944 Vervollständigung der Ausbildung in Sämi-Kuristiku
In diese Zeit fällt auch folgendes Ereignis: Das schwere Werfer-Regiment 3, Abt.
Ia Nr. 46/44 g.Kdos, Rgts.Gef.Std., den 25.4.1944, gab betreffend
„Truppenversuch mit Werfer und R.- Munition“ (Anm.: Raketen-Munition) bekannt:
„... Das Regiment ist mit der Durchführung eines vom Führer und Obersten
Befehlshaber der Wehrmacht befohlenen Truppenversuchs zur Erprobung der größeren
Truppenbrauchbarkeit zwischen den Werfern
a) 8 cm SS-Vielfach-Werfer (48ling) auf Selbstfahrlafette
b) 15 cm Nebel-Werfer Zehnling 42 auf Selbstfahrlafette
c) 15 cm Nebel-Werfer 41 (Sechsling)
beauftragt worden
Der Truppenversuch soll einmal die Truppenbrauchbarkeit der einzelnen
Werferarten prüfen, außerdem aber zu der Frage Stellung nehmen, welche dieser
Werferarten nunmehr ausschließlich eingeführt werden soll. Die letztere Frage
ist aus Gründen der Vereinfachung der Munitionserzeugung von ausschlaggebender
Bedeutung.
Der Truppenversuch wird einmal in einem schulmäßigen Vergleichsschießen und
ferner in gefechtsmäßigen Einsätzen der Armeegruppenfront durchgeführt.
Für den Truppenversuch ist die Beurteilung der Waffe durch den Truppenführer von
ausschlaggebender Bedeutung.
Das Regiment bittet melden zu dürfen, dass Freitag, den 28.4.44, 09.00 Uhr, im
Raume des Kuresumpfes (nordwestlich Sonda) (Hervorhebung im Original) das
schulmäßige Versuchs- und Vergleichsschießen stattfindet.
Das Regiment bittet, zu diesem Versuchsschießen Truppenführer und
Regimentskommandeure der Infanterie und Artillerie zu entsenden.
Versammlung der Zuschauer: Wegeabzweigung Pada-Brücke (r = 83 570, h = 90 200).
Es wird gebeten, möglichst nur in gel. Pkw zu erscheinen. Das Regiment kann nur
einige gel. Pkw und Zgkw. bereit stellen...
00.05.1944 – 24.07.1944 Unterstützung der Abwehrkämpfe des Narwa- Brückenkopfes
südlich Auwere aus Feuerstellungen am Bahnhof Auwere.
U: III. (Germ.) SS-Pz.Korps, Armee-Abt. Narwa, H.Gr. Nord
03.06.1944 Schematische Artillerie-Einteilung der H.Gr. Nord, Stand 3.6.1944
Unter Abschnitt Küste (XXXXIII.A.K.) unter Nebelwerfer:
Eine Werfer-Batterie „SS“ mit 8 Werfern „48ling“
In der Nacht zum 27.Juni 1944 wurde der vom III. SS-Pz.Korps seit Januar 1944
gehaltene Brückenkopf ostwärts Narwa geräumt. Narwa selbst soll noch einige Tage
gehalten werden. Am Morgen dieses Tages brach der Russe nördlich der Stadt durch
und stieß auf die Rollbahn Narwa – Wesenberg. Um der Einschließung zu entgehen,
bekam die Batterie den Befehl, ihre Stellungen am Bahnhof Auwere aufzugeben.
Unverzüglich bezog die Batterie Stellung 1 km westlich der „Grenadierhöhe“, der
neuen Auffangstellung der SS-Div. „Nordland“ und „Nederland“.
Aufgabe der Batterie war es, das II./SS-Freiw.Pz.Gren.Rgt 49 unter Führung von
SS-Ostuf. Helmut Scholz zu decken.
Einen wesentlichen Anteil an dem vom Btl. Scholz bei der Div. „Nederland“ an der
Narwa- Landenge errungenen Erfolg hatte auch die SS-Vielfachwerfer-Batterie
unter Führung von SS-Hstuf. Flecke.
24.07.1944 – 21.08.1944 Abwehr- und Rückzugsschlacht westlich Narwa
U: 24.7. – 17.9.1944 III. (Germ.) SS-Pz.Korps, Armee-Abt. Narwa, H.Gr. Nord
26.07.1944 – 27.07.1944 Absetzen auf die „Tannenberg“- Stellung und Beziehen
neuer Feuerstellungen im Raum Chaawa.
Die „Tannenberg-Stellung“ im Kampfraum Narwa bezog die Batterie am 27.7.1944 und
verließ sie am 17.9.1944.
Brennpunkt dieses Einsatzes war die „Grenadierhöhe“ bei Narwa, westlich der
Siedlung Repniku; es folgten Direkteinsätze während der Absetzbewegungen am
Peipussee unter dem Befehl der SS-Pz.AA 11 „Saalbach“. (Geschichte, S. 2,
Vopersal, SS-Werfer 521, S.2)
17.09.1944 – 18.09.1944 Herauslösung aus der „Tannenberg“- Stellung und
Verlegung an den Westrand des Peipus-Sees im Rahmen der K.Gr. Saalbach (SS-Frw.Pz.AA
11)
U: 17.9. – 26.9.1944 K.Gr. Saalbach, XXXVIII.A.K.
Mit der SS-Pz.AA 11 als Flankensicherung im Einsatz. ab Weissenstein Marsch in
Richtung Pernus – Peipussee.
Letzter Werfer-Einsatz – nach einer Rast 3 km Marsch und dann in Feuerstellung.
Tiefflieger, keine eigenen Truppen zur Sicherung. 2 Salven in den Raum Mustwe.
Rückmarsch, russische Infanterie 50 m vor der Brücke. Nach Passieren der Brücke
wird diese gesprengt. Weitermarsch nach Riga, keine Munition mehr vorhanden.
Weitermarsch in Richtung Libau, im Wald westlich Grobin Quartier.
Im Verlauf der Kämpfe wurden SS-Hstuf. Flecke und SS-Uscha. Lerner mit dem
Eisernen Kreuz I. Klasse, SS-Ustuf. Binder, SS-Oscha. Stapf und eine Reihe
weiterer Männer der Batterie mit dem EK II ausgezeichnet.
Die Batterie hatte eine Reihe von Verwundeten, u.a. Funker Wondratschek, Michel,
Ott.
Ist es dennoch gelungen, die Battr. aus dem Kampfraum zu lösen, so ist es dem
unermüdlichen Einsatz des Chefs, SS-Hauptsturmführers Fritz Flecke, zu
verdanken.
18.09.1944 – 24.09.1944 Rückzugskämpfe im Rahmen des Unternehmens „Aster“
(Räumung Estlands)
19.09.1944 Abwehrkämpfe mit feindlichen Angriffsspitzen bei Mustvee und Torma;
letzter Werfereinsatz bei Mustvee.
20.09.1944 Beginn der Rückzugsgefechte über Wesenberg in den Raum Weißenstein –
Fellin,
Sperrung der Straße ostwärts Moiserküll.
Absetzen über Riga in den Raum ostw. Libau
U: 26.9. – 00.00.1944 III. (Germ.) SS-Pz.Korps, Armee-Abt. Narwa, H.Gr. Nord.
00.09.1944 – 10. (?) 10.1944 Unterkunft im Waldlager Grobin, ostwärts Libau.
10.10.1944 (?) Auflösung der SS-Werfer-Batterie 103 als Werfer-Einheit wegen
fehlender Munition,
infanteristischer Einsatz beim SS-Pz.Gren.Rgt. 23 „Norge“.
Untersturmführer Friedrich Flecke wird der Stabskompanie des SS-Pz.Gren.Rgt 23
zugeführt und dort m. W. v. 30.1.1945 zum Obersturmführer befördert (Führerliste
Moore)
In den ersten Novembertagen 1944 wurde die Batterie aufgrund fehlender Munition
und wegen Nachschubschwierigkeiten als „Werfer-Einheit“ aufgelöst und die
gesamte Kampfstaffel auf die Kompanien des SS-Pz.Gren.Rgt „Norge“ und auf die
11.SS-Freiw.Pz.Gren.Div. „Nordland“ aufgeteilt und infanteristisch eingesetzt.
Wie gut sich die Angehörigen der Batterie auch hier bewährten, war aus
Anerkennung der Kp.- und Zugführer der Infanterieeinheiten zu ersehen, die
versuchten, einige Unterführer und Männer endgültig in ihren Einheiten zu
vereinnahmen, als diese im Januar 1945 herausgelöst werden sollten.
10.11.1944 erfolgte die Zuteilung einer neuen Feldpostnummer 65733, die Einheit
führte nun die Bezeichnung „SS-Werfer-Batterie 521 (SS-Korpstruppe)“, dieser
Eintrag wurde aber bereits am 17.11.1944 wieder gestrichen, da die Batterie ihre
ursprüngliche Feldpostnummer 57616 weiterführte.
17.11.1944 Eintrag in die Feldpostübersicht mit der Feldpostnummer 57616 als
„Werfer-Batterie 521 (SS-Korps-Truppe)“
Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Batterie schon seit etwa 1 Monat nicht mehr
im Werfer-Einsatz.
In einer schematischen Gliederung des III. (Germ.) SS-Pz.Korps, Ende des Jahres
1944, unter „zugeteilte Sondertruppen der Reichsführung-SS“ wird auch die
SS-Vielfach-Werfer-Batterie 521 genannt:
Sollstärke 4 Führer, 26 Unterführer, 88 Mann
Iststärke: 2 Führer, 17 Unterführer, 59 Mann, Fahrzeuge und Geräte im Reich
Die Fahrzeuge der Batterie wurden bereits frühzeitig nach Deutschland
zurückgeführt, wie auch aus einem Schreiben der „Organisationsabteilung III b“
vom 14.Dezember 1944 betreffend „Kfz.-Rücklauf Heeresgruppe Nord“ deutlich wird,
wonach bereits einige davon „... seit Beginn der Rückführung vom 24.9. bis
30.11.44 ... abtransportiert...“ worden waren, in der Zeit vom 1.2. bis 12.12.44
folgten 6 weitere Kfz der in den Unterlagen des Heeres als „SS-Viel-Werfer-Abt.“
bezeichneten Einheit.
Am 15.1.1945 wurden die noch infanteristisch eingesetzten Teile der ehemaligen
SS-Werfer-Batterie – die Überlebenden – auf Befehl der Organisations-Abteilung
des SS-Führungshauptamte aus dem Einsatz herausgelöst und von Libau per Schiff
nach Deutschland gebracht, um im Raum Bärenklau bei
Interessant ist die Umbenennung einer Einheit, die zu diesem Zeitpunkt schon
lange nicht mehr als solche bestand.
Stellenbesetzung November 1943 – November 1944
Batterieführer:
SS-Hstuf. Schänzlin 00.11.43 – 03.11.43 tdl. verungl.
SS-U-/Ostuf. Friedrich Flecke 00.11.43 – 00.04.45
Beobachtungs-Offz.: SS-Uscha. Lerner
Batterie-Offz: SS-Ustuf. Walter Binder
Stabsscharführer: SS-Oscha. Karg
Nachrichtenstaffelführer: SS-Oscha. Suhrbier
Mun-Staffel-Fhr. SS-Uscha. Husmann
Waffenmeister SS-Oscha. Figge
1.Zug: SS-Oscha. Stapf
2.Zug: SS-Uscha. Flecken
Letzte Neuaufstellung und Ende der Batterie 1945
Im Januar 1945 wurden die Überlebenden der SS-Vielfachwerfer-Batterie 521 auf
Befehl des SS-FHA aus ihrem infanteristischen Einsatz im Rahmen der
11.SS-Freiw.Pz.Gren.Div. „Nordland“ in Kurland herausgezogen und im
Schiffstransport nach Deutschland gebracht.
Im Raum Bärenklau bei Lübbinchen, auf dem SS-Truppenübungsplatz „Kurmark“, wurde
eine neue Batterie aufgestellt.
Der inzwischen zum Hauptsturmführer beförderte Friedrich Flecke übernahm erneut
die Führung der Batterie. Weitere Angaben zur Stellenbesetzung sind nicht
bekannt.
Einzelheiten über die Neuaufstellung und Neuausrüstung der Batterie sind bisher
ebenfalls nicht bekannt. Ob die Fahrzeuge der Batterie aus dem Einsatz bei der
H.Gr. Nord erhalten geblieben sind und bei der Neuaufstellung verwendet wurden,
darüber liegen keine Angaben vor.
Im Februar 1945 wurde die neuaufgestellte Batterie an die Oderfront „in Marsch
gesetzt“ und zunächst der SS-Werfer-Abteilung 506 beigegeben, später im
allgemeinen Rahmen des V. SS-Gebirgs-Korps zu „allen möglichen Einsätzen“
herangezogen.
Nach anderen Angaben gelangte die Batterie erst im März 1945 an der Oderfront
erneut um Einsatz.
Ein damaliger V.B. der SS-Werfer-Abteilung 505, H. W. berichtete nach dem Krieg:
„… Im Februar (1945) lag die Einheit Flecke in unserem Nachbarabschnitt südlich
Brieskau (Brieskow)/ Finkenheerd an der Oder. Ich war zu dieser Zeit Abteilungs-
V.B. bei der SS-Nebelwerfer-Abt. 505. Beim Rückzug von der Oder war die Einheit
Flecke ständig in unserer Nähe und ich habe mit Flecke auch des Öfteren selbst
gesprochen. ...“
02.03.1945 – 00.04.1945 Abwehrkämpfe an der Oder südlich Frankfurt mit
vorübergehender Unterstellung unter die SS-Werfer-Abteilung 506, V.SS-Geb.AK,
AOK 9, H.Gr. Weichsel.
Am Freitag, den 2.März 1945, wurde der SS-Werferabteilung 506 die
neuaufgestellte SS-Vielfachwerferbatterie 521, mit zehn Werfern á 48 Schienen,
des SS-Hauptsturmführers Flecke zugeteilt.
Diese wurde aber im späteren Einsatzverlauf zu Sondereinsätzen im Korpsbereich
des V.SS-Frw.Geb.A.K. abgestellt.
03.03.1945 Einsatz im Rahmen der Korps-Artillerie V.SS-Geb.Korps beim Angriff
zur Wiedergewinnung von Vogelsang, dabei u.a. auch die SS-Werfer-Abt. 505 und
506
Weitere Einzelheiten für diesen Zeitraum sind nicht bekannt.
Ab dem 16.4.1945 begannen die Rückzugskämpfe in den Raum Berlin, bei denen die
Batterie aufgerieben wurde.
Bei den Rückzugskämpfen und dem Kampf um Berlin fiel u.a. der Batteriechef,
SS-Hauptsturmführer Fritz Flecke. Auch sonst erlitt die Batterie erhebliche
Verluste an Toten und Verwundeten.
Anscheinend wurde die Batterie mit Beginn der sowjetischen Offensive „Operation
Berlin“ auf Befehl der 9.Armee mit weiteren Einheiten am 16.April 1945 der
SS-Jagdpanzer-Abteilung z.b.V. 561, SS-Hauptsturmführer Lobmeyer, zugeführt und
unterstellt, erwähnt wird eine „... Vielfachwerfer-Kompanie mit zusätzlichen
Do.-Geräten unter Untersturmführer Behrend ... .
... Es waren eigentlich zwei Kompanien. Nur hatten die Nebelwerfer keine
Fahrzeuge, an die angehängt werden konnten, und so waren sie an die
Schützenpanzer der V-Werfer-Kompanie angekoppelt. ...
Ab dem 17.April 1945 wurde die Abteilung zur Kampfgruppe „Lobmeyer“
umfunktioniert, um weiterhin als bewegliche Armeereserve an den Brennpunkten des
V.SS-Freiwilligen-Gebirgskorps und des V. Armee-Korps (Heer) eingesetzt zu
werden. ...“ (s.a. Gerhard Strauchwald (Hrsg.) Das Regiment „Falke“. Kampf bis
zum Untergang im April/Mai 1945, Nation & Wissen, Riesa, 2015, S. 80 und 91)
Auch der der Kommandeur der SS-Jagdpanzer-Abteilung z.b.V. 561,
SS-Hauptsturmführer Jakob Lobmeyer, erwähnt in seinen Erinnerungen die
SS-Vielfachwerfer: „.. Am 24.4.45 waren wir in Fürstenwalde, drehten dann nach
Süden ab, kämpfend erreichten wir Storkow, den Storkow See, den Scharmützel-See
und gelangten am 25.4.45 nach Beskow.. Dort traf die SS-JgPzAbt. 561 (z.b.V.)
mit dem Stab des V.SS-GebAK zusammen.
Erneut hatten sich der Abteilung, verstärkt zur “Kampfgruppe Lobmeyer”, mehrere
Tiger-Besatzungen, der Rest der Heeres-Sturmgeschütz-Abteilung/Lehr-Brigade 111,
eine SS-Werfer-Batterie auf gepanzerten Selbstfahrlafetten freiwillig
angeschlossen. Dazu kamen Versprengte aller Waffengattungen...“
Der Rückzugsweg der SS-Vielfachwerfer-Batterie dürfte sich also mit dem der
SS-Jagdpanzer-Abteilung z.b.V. 561 decken. Angaben von Angehörigen der Batterie
liegen nicht vor.
Der bereits erwähnte V.B. der SS-Werfer-Abteilung 505, H. W. schrieb: „… Im
Raume Hermsdorf b. M. Buchholz hat am 28.4.1945 die einzige deutsche
Vielfachwerferbatterie zu existieren aufgehört, da Flecke sämtliche Werfer
sprengen ließ.
Am Abend des 29.4. hat sich Flecke mit dem Rest seiner Batterie dem letzten
Durchbruchsversuch durch den Kessel von Halbe, den unserer Abt. 505 mit
Unterstützung einiger Sturmpanzer und Flakselbstfahrlafetten gestartet hat,
angeschlossen.
Bis zu den Morgenstunden (des 30.4.) war die Einheit derart zersprengt, dass man
eigentlich von einer Einheit nicht mehr sprechen konnte. ...“
Stellenbesetzung 1945
Batteriechef: SS-O-/Hstuf. Friedrich Flecke
Unbekannte Dienststellung: SS-Ustuf. Behrend