Transportgeschwader 3
Lebenslauf
Das Transportgeschwader 3 wurde im Mai 1943 aus dem Stab des Kampfgeschwader z.b.V. 3 und den Kampfgruppen z.b.V. 9, 50, 102 und 172 mit vier Gruppen aufgestellt. Nach der Aufstellung des Geschwaders wurde der Stab an der Ostfront in der Ukraine eingesetzt. Die I. Gruppe, entstanden aus der Kampfgruppe z.b.V. 9 und ausgerüstet mit der Junkers Ju 52, wurde ab Juni 1943 im Mittelabschnitt der Ostfront bei der Luftflotte 6 eingesetzt. Die II. Gruppe, gebildet aus den Resten der Kampfgruppe z.b.V. 50 und ausgerüstet mit der Junkers Ju 52, befand sich im Zeitpunkt der Umbenennung zur Auffrischung in Schwerin, nachdem sie im März 1943 von der Krim dorthin verlegt worden war. Die Aufstellung der III. Gruppe aus der Kampfgruppe z.b.V. 102 erfolgte in Zaporoshje in der Ukraine, auch diese Gruppe war mit der Junkers Ju 52 ausgerüstet. Die IV. Gruppe wurde in Capua aus den Resten der Kampfgruppe z.b.V. 172 gebildet und war ebenfalls mit der Junkers Ju 52 ausgerüstet und in Italien eingesetzt. Noch im Mai 1943 verlegte die II. Gruppe nach Saporoschje in der Ukraine. In den folgenden Monaten wurde die Gruppe in der Ukraine im Südabschnitt der Ostfront eingesetzt. Ende Juni und im August 1943 waren Teile der III. Gruppe in Südfrankreich eingesetzt. Vom 1. Juli bis zum 31. August lag die I. Gruppe in Ponyatovka, rund 110 km südlich von Smolensk. Ab September 1943 war die III. Gruppe des Geschwaders in Mittel- und Südrußland eingesetzt. Ab Oktober 1943 war die I. Gruppe des Geschwaders in Nokolajew in der Ukraine stationiert. Am 8. Oktober 1943 erhielt die IV. Gruppe den Befehl zur Umrüstung auf die italienische SM 82. Von Ende Oktober 1943 bis März 1944 wurde die Gruppe für Versorgungsflüge auf die Krim eingesetzt. Im Januar 1944 lag die I. Gruppe in Shitomir-Nord, Ende Januar 1944 in Minsk. Die IV. Gruppe verlegte im gleichen Monat mit ihren SM 82 nach Deutschland, wahrscheinlich nach Goslar. Anfang Februar 1944 lag die I. Gruppe in Odessa. Vom 1. bis 20. Februar 1944 nahm die II. Gruppe an der Luftbrücke in den Kessel von Tscherkasy teil. Hierzu lag die Gruppe in Uman. Nach Beendigung der Versorgung des Kessels bei Tscherkassy verlegte die II. Gruppe Anfang März 1944 nach Tiraspol und gegen Ende des Monats nach Stendal zur Auffrischung und Ausbildung. Ende März 1944 verlegte die I. Gruppe nach Lwiw, um von dort aus Versorgungseinsätze für die 1. Panzerarmee im Raum Kamenez-Podolsk zu fliegen. Die Einsätze dauerten bis zum 10. April. Die II. Gruppe wurde Ende März 1944 dem OKL für Spezialaufgaben direkt unterstellt. Die III. Gruppe war ab März 1944 von Odessa aus zu Evakuierungsflügen von der Krim aus eingesetzt. Anschließend flog die Gruppe Einsätze in Rumänien. Im April 1944 wurde die 3. Staffel aufgelöst, die 4. Staffel wurde neue 3. Staffel. Mitte April 1944 lag die I. Gruppe wieder in Minsk, Ende April 1944 in Konstanza, um von dort aus Evakuierungsflüge von der Krim aus durchzuführen. Mitte Mai 1944 kehrte die I. Gruppe nach Minsk zurück, wo sie der Luftflotte 6 unterstellt war. Mitte August 1944 war die I. Gruppe in Galatz in Rumänien stationiert und unterstand dem I. Fliegerkorps. Ende August 1944 wurde die II. Gruppe für Evakuierungsflüge aus Rumänien und dann aus Südfrankreich eingesetzt. Die III. Gruppe wurde vom 23. bis 31. August 1944 ebenfalls für Evakuierungsflüge aus Rumänien eingesetzt. Im Anschluß erfolgte bis Dezember 1944 aus Betriebsstoffmangel kein Einsatz der Gruppe. Viele Besatzungen wurden zu Kampfverbänden abgegeben. Im September 1944 wurde die IV. Gruppe in Celle aufgelöst. Bis November 1944 nahm die I. Gruppe an der Evakuierung der Heeresgruppe E aus Griechenland und dem Balkan teil. Im Dezember 1944 verlegte die I. Gruppe nach Deutschland. Am 17. Dezember 1944 flog die II. Gruppe von Paderborn und Lippsringe aus den letzten deutschen Fallschirmjäger-Sprungeinsatz, als im Zuge der Ardennenoffensive deutsche Fallschirmjäger zwischen Eupen und Malmedy abgesetzt wurden. Die III. Gruppe wurde am 28. Dezember 1944 reaktiviert und von Pápa in Ungarn aus für Versorgungsflüge nach Budapest eingesetzt. Die Versorgungsflüge in die ungarische Hauptstadt dauerten bis Mitte Februar 1945. Im Januar 1945 verlegte die II. Gruppe nach Fürstenwalde ost-südöstlich von Berlin. Von hier aus flog sie Einsätze in das eingeschlossene Breslau. Im Februar 1945 lag sie in Cottbus, im März 1945 in Senftenberg-Buchwalde. Von dort aus flog sie Versorgungseinsätze in das eingeschlossene Breslau. Ab dem 1. März 1945 lag die III. Gruppe in Finsterwalde. Nach dem Beginn der russischen Offensive gegen Berlin am 16. April 1945 verlegte die I. Gruppe in den Raum Prag und am 25. April nach Neuenburg an der Elbe. Ab dem 25. April 1945 lag die III. Gruppe mit 37 verbliebenen Ju 52 in Wimbach, ab dem 3. Mai in Lindach südwestlich von Weld. Am 3. Mai 1945 verlegte die I. Gruppe zurück in den Raum Prag, wo sie dem Luftwaffenkommando 8 unterstellt wurde und noch bei Kriegsende lag. Die II. Gruppe flog im Mai 1945 noch Evakuierungsflüge aus dem Osten bis nach Kiel-Holtenau und Flensburg, wo die Reste in Gefangenschaft gingen.
Im April 1944 lag der Geschwaderstab in Konstanza (Rumänien) und führte Transportverbände im Rahmen der Evakuierung der Halbinsel Krim.
Der Stab wurde im September 1944 aufgelöst, die IV. Gruppe im September 1944.
Einsatz
1943
Einsatz zur Versorgung des Kessels von Stalingrad
1944
I. Gruppe bei der Luftflotte 1 in Nord- und Mittelrußland, II. und III. Gruppe bei der Luftflotte 4 und die IV. Gruppe in Goslar zur Umrüstung auf die SM 82.
1945
I. Gruppe in Kottbus, II. Gruppe in Fürstenwalde und III. Gruppe in Papa.
Kommandeure
Geschwaderkommodore:
Mai 1943 Oberst Theodor Beckmann
25. August 1943 Oberstleutnant Walter Schröder
September 1944 Oberstleutnant Walter Hornung
I. Gruppe
Gruppenkommandeure:
Mai 1943 Hauptmann Hans-Hermann Ellerbrock
1944 Hauptmann Georg-Dieter Matschullat
II. Gruppe
Gruppenkommandeure:
Mai 1943 Major Otto Baumann
III. Gruppe
Gruppenkommandeure:
15. Mai 1943 Oberstleutnant Walter Erdmann
Juni 1943 Hauptmann Paul Risch
11. April 1944 Hauptmann Josef Penkert
IV. Gruppe
Gruppenkommandeure:
Mai 1943 Major Erich Zähr