Transportflottille der KMD Danzig

 

Am 4. Juli 1944 wurden Fluß- und Haff-Fahrzeuge für Räumungsfahrten auf dem Njemenunterlauf und dessen Nebenflüssen erfaßt (Sonderaktion Kauen). Am 13. Juli 1944 wurde die Besatzung der Festung Wilna nach Kowno abgezogen. Es folgte die Räumung Kownos auf dem Wasserweg über das Kurische Haff und Kanäle nach Königsberg, Pillau, Elbing und Danzig, wozu mindestens 143 Fahrzeuge eingesetzt wurden. Am 1. August 1944 war Kowno in russischer Hand. Anschließend wurden die Wasserfahrzeuge zur Räumung Tilsits und anderer Orte am unteren Njemen sowie auf anderen Zuflüssen des Kurischen Haffs aus Norden. Daneben wurden Versorgungsfahrten für den militärischen und zivilen Bedarf durchgeführt. Mitte August 1944 wurde mit der Evakuierung der Zivilbewohner Memels begonnen. Am 9. Oktober 1944 wurde Memel von der Roten Armee eingeschlossen. Die Flottille wurde nun zur Ablandung von Flüchtlingen und abgeschnittenen Truppenteilen von der Windenburger Halbinsel mit anschließender Mingener Bucht über das Kurische Haff eingesetzt. Am 19. Oktober 1944 wurden die eingesetzten Fahrzeuge zu einem festen militärischen Verband formiert, der auch weiterhin der Kriegsmarinedienststelle Danzig unterstand. Der Flottillenstab wurde in Nidden formiert, es gab Zweigstellen in Schwarzort, Cranzbeek und Labiau. Es folgten Räumungs- und Nachschubtransporte aus und nach Memel über das Kurische Haff, dann auch zur Räumung der Elchniederung. Bis zum 27. Januar 1945 wurde die Räumung Memels abgeschlossen. Ab dem 5. Februar 1945 folgten Schleppereinsätze zumn Aufbrechen des jetzt 40 cm starken Eises vor dem Heiligenbeiler Kessel am Südufer des Frischen Haffs. Ab dem 10. Februar 1945 wurden einzelne Boote zur Versorgung des Heiligenbeiler Kessels von Pillau aus eingesetzt. Am 26. Februar 1945 waren noch 11 Schlepper mit 36 Schleppkähnen im Nachschubdienst der 4. Armee im Einsatz. Ab dem 26. April 1945 waren nur noch Einsätze zwischen der Weichselniederung und Hela möglich.