Polizei-Regiment z.b.V.
Polizei-Regiment 11
SS-Polizei-Regiment 11

 

Der Stab des Polizei-Regiment z.b.V. wurde im Sommer 1941 für den für den Einsatz im Kaukasus vorgesehenen Höheren SS- und Polizeiführer z.b.V gebildet. Der Stab führte die Polizei-Bataillone 304, 315 und 320. Teile des Regiments nahmen im September 1941 an der Erschießung von etwa 5.000 Juden u.a. bei Starokonstantinow, Winniza, Kirowograd, Uman und Kiew teil. Im März 1942 wurde das Regiment dann nach Weißrußland verlegt und der 707. Infanterie-Division zugeführt. Mit Befehl des RFSS und Chef der Deutschen Polizei im Reichsministeriums des Inneren, Oberkommando I (O) (3) Nr. 184/42 , Berlin, den 9.Juli 1942 betr. Zusammenfassung der Polizei – bzw. Reserve-Polizei-Bataillone zu Polizei-Regimenter und Bestimmung neuer Standorte (Anhang) wurde das Regiment in Polizei-Regiment 11 umbenannt. Dabei wurden die Polizei-Bataillone 315, 304 und 320 dem Regiment als I.-III. Bataillon zugeteilt. Der Stab wurde aus dem Stab des Polizei-Regiments z.b.V. gebildet. Zu diesem Zeitpunkt stand das Regiment in Süd-Rußland. Mit Erlass des Reichsführers-SS und Chefs der Polizei wurde das Regiment am 24. Februar 1943 in SS-Polizei-Regiment 11 umbenannt. Ab Ende März 1943 bis zum 25. September 1944 war dem Regiment die 7. Polizei-Panzer-Kompanie unterstellt, welches dem II. Bataillon zugeteilt war. Es war im Raum Gomel im Einsatz. Vom 25. Juni bis zum 27. Juli 1943 beteiligte sich das Regiment am Partisanenunternehmen "Seydlitz" im Raum Owrutsch-Mosyr, danach an Unternehmen im Bereich der Ukraine. Ab Januar 1944 war das Regiment zu Abwehrkämpfen im Raum Kostopol-Rowno-Dubno-Brody eingesetzt im Rahmen der Kampfgruppe Prützmann unterstellt:
10.01.1944: Nachdem am 24.12.1943 die sowjetische 1.Ukrainische Front an der Straße Kiew – Shitomir erneut zum Angriff gegen die 4.Panzer-Armee antrat und die deutsche Front in südwestlicher Richtung auf etwa 50 Kilometer Breite durchbrach, drangen am äußersten Nord-Flügel der 4.PzArmee russische Kräfte in der großen Frontlücke zur HGr. Mitte, die ihre tiefe Flanke am Pripjet sicherte, rasch nach Westen in Richtung Rowno vor. 
Um das „große Wehrmachtsloch“ zur HGr.Mitte, in dem sich außer Partisanen und regulären sowjetischen Verbänden nur wenige deutsche Sicherungskräfte bewegten, zu schließen, wurden um den 10. 1.1944 die in diesem Raum stehenden deutschen Polizeikräfte auf Befehl des Höchsten SS- und Polizeiführer Ukraine und Rußland-Süd, SS-Ogruf.Prützmann, zu einer Kampfgruppe zusammengefaßt und dem „Wehrmachtsbefehlshaber Ukraine WBU“ in Rowno für den Kampfeinsatz unterstellt. Die zunächst isoliert kämpfenden Polizeieinheiten, die in der Folge durch Zuführung weiterer Polizeikräfte verstärkt wurden, konnten zusammen mit Teilen der 454.SichDiv die feindlichen Bewegungen nur wenig verzögern (s.a. KGr.Prützmann). (WV)

08.03.1944
Ausfälle der KGr.Prützmann v. 2. – 8.3.44: 15 Offiziere, 680 Unteroffiziere u. Mannschaften. Gefechtsstärke der Kgr. am 8.3.44: 2 200 Mann

Zu diesem Zeitpunkt waren eingesetzt:
eine Gendarmerie-Hundertschaft des KdO Charkow
Gend.Zug (mot) Koellner aus Teilen der Gend.Züge (mot) 3, 53, 59
Gend.Zug (mot) v.Braunschweig aus Teilen der Gend.Züge (mot) 14, 44, 59
Gend.Zug (mot) Giesecke aus Teilen der Gend.Züge (mot) 45, 57
Gend.Kompanie (mot) SS-Pol.Giesecke mit 3 Zügen aus Tl. der Gend.Züge (mot) 3, 6,45,51, 55, 60
Gend.Kompanie (mot) Prützmann mit 3 Zügen aus Tl. d. Gend.Züge (mot) 4,58,16,22,24,41,45, 59,61
und Angehörigen der Schutzpolizei
SS-Polizei-Regiment 10
SS-Polizei-Regiment 11
SS-Polizei-Regiment zbV (deutsches Stammpersonal der aufgelösten Polizei-Schützen-Regimenter 33, 35, 37)
eine Kompanie SS-Polizei-Regiment 14
lett.SchumaBtl 268
Reste SS-Polizei-Reiter-Abteilung 1 und 2 (WV)

Kgr.Prützmann, z.Zt im Raum Jampol-Dubno, mit SS-SS-Polizei-Regiment 10, 11 und einem SS-Polizei-Regiment z.b.V. (aus den aufgelösten PolSchtzRgtern 33, 35, 37; nur noch dt. Unterführer und Mannschaften), bittet um Zuweisung einer Nummer für das SS-Polizei-Regiment z.b.V. Es wird aber dessen Auflösung und Verteilung befohlen.

Die Kämpfe dauerten bis Juni 1944. Im Juni und Juli 1944 war es im großen Weichselbogen beim LVI. Panzerkorps eingesetzt, wobei das II. und III. Bataillon vernichtet wurden.
Im Juli 1944 wurde das Regiment neu aufgestellt und gliederte sich jetzt in:
I. - III. Bataillon mit Nachrichtenstaffel
13. IG-Kompanie
14. Kanonenbatterie
15. Panzer-Kompanie
Fahrkolonne
Das I. Bataillon lag im Dezember 1944 im Generalgouvernement und bei Kriegsende im Raum Chemnitz.

 

Literatur und Quellen:

Zur Geschichte der Ordnungspolizei 1936 - 1945 Teil II: Die Stäbe und Truppeneinheiten der Ordnungspolizei, Georg Tessin
Waffen-SS und Ordnungspolizei im Kriegseinsatz 1939 - 1945. Ein Überblick anhand der Feldpostübersicht, bearbeitet von Georg Tessin und Norbert Kannapin, Biblio-Verlag, Osnabrück 2000
Wolfgang Curilla, Die deutsche Ordnungspolizei und der Holocaust im Baltikum und in Weißrussland, Schöningh-Verlag Paderborn, 2. Auflage 2006
Forum der Wehrmacht: http://www.forum-der-wehrmacht.de/index.php/Thread/6117/