Polizei-Regiment Süd
Polizei-Regiment 10
SS-Polizei-Regiment 10

 

Der Stab des Polizei-Regiments Süd wurde in Vorbereitung auf den Rußlandfeldzug im Mai 1941 in Krakau aufgestellt. Der Stab sollte die Polizei-Bataillone 45, 303 und 314 führen. Mit Beginn des Krieges mit Rußland am 22. Juni 1941 wurde der Stab dem Befehlshaber des rückwärtigen Heeresgebietes Süd unterstellt. Ab August 1941 kam es im Raum zwischen Rowno und Berditschew zu fast täglichen Exekutionen an jüdischen Zivilisten durch die 1. SS-Infanterie-Brigade, bei der auch zwei Bataillone des Regiments teilgenommen haben. Im September 1941 folgten Massenerschießungen im Raum Kamenez-Podolsk. Teile des Regiments nahmen vermutlich Mitte September 1941 an der Erschießung von etwa 18.000 Juden in Winniza teil, Ende September folgte die Erschießung der Kiewer Juden bei Babi Yar. Anfang Oktober 1941 war das Regiment zur Bekämpfung versprengter russischer Einheiten im Raum Brody - Busk - Peresjaslew eingesetzt. Mitte Oktober 1941 nahm das Regiment an der Erschießung von rund 1.000 Juden in Dnjepropetrowsk teil. Auch in den folgenden Monaten wurde das Regiment immer wieder zu Erschießungen jüdischer Zivilisten herangezogen, u.a. bei Shitomir, Miropol und Charkow. Ende Januar 1942 verlegte das Regiment in den Raum Krementschug, wo es die folgenden Monate verblieb. Mit Befehl des RFSS und Chef der Deutschen Polizei im Reichsministeriums des Inneren, Oberkommando I (O) (3) Nr. 184/42 , Berlin, den 9.Juli 1942 betr. Zusammenfassung der Polizei – bzw. Reserve-Polizei-Bataillone zu Polizei-Regimenter und Bestimmung neuer Standorte (Anhang) wurde das Regiment in Polizei-Regiment 10 umbenannt. Dabei wurden die Polizei-Regimenter 45, 303 und 314 als I. - III. Bataillon unterstellt.Im Sommer 1942 wurde das Regiment zum Ernteschutz in der Ukraine eingesetzt. Im Herbst 1942 folgten Kämpfe gegen Partisanen in den Pripjet-Rokitno-Sümpfen. 1943 folgten weitere Partisaneneinsätze des Regiments (Hornung, Weichsel I, Weichsel II und Seydlitz). Nach dem Beginn der russischen Winteroffensive am 24. Dezember 1943 wurden die im Raum Kiew - Shitomir stehenden Polizeikräfte in der Kampfgruppe "Prützmann" zusammen gefasst und im Fronteinsatz eingesetzt. Die kampfunerfahrenen Einheiten konnten den russischen Vormarsch nur unwesentlich behindern. Ende März 1944 stand die Kampfgruppe im Raum südöstlich Dubno. Am 5. Mai 1944 wurde das Regiment der 361. Infanterie-Division bei Brody unterstellt. Anfang Juli 1944 wurde das Regiment in den Raum Jablonka - Brasne verlegt. Ende Juli 1944 wurde das Regiment nach Italien in den Raum Görz zum Befehlshaber der Ordnungspolizei Triest verlegt. Hier wurde das Regiment aufgefrischt. Anschließend wurden die Bataillone unter dem Höheren SS- und Polizeiführer Adriatisches Küstenland getrennt vom Regiment in Nord-Italien eingesetzt: Stab in Görz, I. Bataillon in Prestane, II. Bataillon in Idria und III. Bataillon in Aidussena. Ende April1 945 marschierte das Regiment in den Raum Villach und Anfang Mai 1945 in den Raum Gemona. Hier sollte eine Verteidigungsstellung aufgebaut werden. Im Rahmen der SS-Kampfgruppe "Harmel" marschierte das Regiment dann in westalliierte Gefangenschaft.

 

Literatur und Quellen:

Zur Geschichte der Ordnungspolizei 1936 - 1945 Teil II: Die Stäbe und Truppeneinheiten der Ordnungspolizei, Georg Tessin
Waffen-SS und Ordnungspolizei im Kriegseinsatz 1939 - 1945. Ein Überblick anhand der Feldpostübersicht, bearbeitet von Georg Tessin und Norbert Kannapin, Biblio-Verlag, Osnabrück 2000
Wolfgang Curilla, Die deutsche Ordnungspolizei und der Holocaust im Baltikum und in Weißrussland, Schöningh-Verlag Paderborn, 2. Auflage 2006
Rolf Michaelis „Der Einsatz der Ordnungspolizei 1939-1945“, Michaelis-Verlag, Berlin 2008