Polizei-Bataillon 320
Das Polizei-Bataillon 320 wurde im Februar 1941 in Berlin-Spandau aufgestellt. Es bestand aus dem Bataillonsstab, drei Kompanien sowie einer Kraftfahrstaffel. Am 19. Februar 1941 wurde das Bataillon in das Protektorat Böhmen und Mähren verlegt und im Raum um Jung-Bunzlau und Kolin untergebracht. Im April und Mai 1941 wurden die 1. und 2. Kompanie in Jugoslawien eingesetzt. Nach dem Beginn des Rußlandfeldzuges am 22. Juni 1941verlegte das Bataillon bis zum 26. Juni 1941 in den Raum Jaslo in Polen. Von dort aus marschierte das Bataillon Mitte August 1941 über Premysl, Lemberg und Tarnopol nach Proskurow in der Sowjetunion. Das Bataillon wurde dem Höheren SS- und Polizeiführer Rußland-Süd für besondere Einsätze unmittelbar unterstellt und erhielt den Zusatz "z.b.V.". Zwischen dem 26. und 28. August 1941 war das Bataillon an der Erschießung von 23.600 Juden in Kamenez-Podolsk beteiligt. Am 30. August 1941 töteten Angehörige des Bataillons 2.200 Juden in Minkowzy, einen Tag später in Zwainczyk und Sokolec 380 Juden. Am 7. September 1941 wurde das Bataillon nach Rowno verlegt, wo der Bataillonsstab, die 3. Kompanie und die Kraftfahrstaffel verblieben. Die 1. Kompanie kam nach Sarny, die 2. Kompanie nach Luzk. Von Oktober 1941 bis Februar 1942 war dem Bataillon die 1. Kompanie des Reserve-Polizei-Bataillons 33 unterstellt. Zwischen dem 6. und 8. November 1941 war das Bataillon an der Tötung von bis zu 21.000 Juden in Rowno beteiligt. Am 24. Februar 1942 wurde das Bataillon an die Mius-Front bei Taganrog verlegt und löste dort ein Bataillon der Waffen-SS in der HKL ab. Es verblieb bis zum 21. Juni 1942 in der Frontlinie. Am gleichen Tag wurde es schließlich in das Polizei-Regiment 11 eingegliedert.
Literatur und Quellen:
Zur Geschichte der Ordnungspolizei 1936 - 1945 Teil II: Die Stäbe und
Truppeneinheiten der Ordnungspolizei, Georg Tessin
Waffen-SS und Ordnungspolizei im Kriegseinsatz 1939 - 1945. Ein Überblick anhand
der Feldpostübersicht, bearbeitet von Georg Tessin und Norbert Kannapin,
Biblio-Verlag, Osnabrück 2000
Wolfgang Curilla, Die deutsche Ordnungspolizei und der Holocaust im Baltikum
und in Weißrussland, Schöningh-Verlag Paderborn, 2. Auflage 2006