leichtes Sturmboot-Kommando 902
leichte Sturmboot-Kompanie 902
Im Rahmen der Vorbereitungen zum Unternehmen "Seelöwe" wurden in Emden über 1.000 Soldaten aus der ganzen Pioniertruppe durch den Ausbildungsstab für Sturmboote zu Sturmbootfahrern ausgebildet. Im September 1940 wurde das Kommando dann aus Teilnehmern dieses Kurses in Gravelines aufgestellt. Im Oktober 1940 wurde es nach Woummen bei Dixmuiden in Belgien verlegt. Hier wurde es weiter ausgebildet. Im Mai 1941 wurde das Kommando als leichtes Sturmboot-Kommando 902 etatisiert und nach Dünkirchen verlegt. Im Juni 1941 erfolgte die Verlegung in zwei Transportzügen nach Deblin ins Generalgouvernement. Am 22. Juni 1941 setzte das Kommando Vorausabteilungen der Panzergruppe 2 an der Eisenbahnbrücke von Brest-Litowsk über den Bug. Die Brücke fiel so unzerstört in deutsche Hände. Nach diesem Einsatz betrieb das Kommando Etappendienst und Ausbildung am Bug. Im August 1941 wurde es mit der Bahn in den Raum Krementschug verlegt. Am 31. August wurde es hier zur Sturmlandung über den Dnjepr und anschließend zur Unterstützung des Brückenschlages eingesetzt. Am 23. September nahm es an der Besetzung der Insel Beresan südlich von Cherson teil, am 25. September an der Besetzung der Insel Perwomajsk bei Otschakow. Es folgte wieder Etappendienst und Ausbildung, wobei zwei Züge ohne Boote ab November 1941 auf der Halbinsel Kertsch zum Küstenschutz eingesetzt wurden. Anfang 1942 wurde das Kommando infanteristisch gegen die gelandeten russischen Einheiten auf der Kertsch eingesetzt. Bis zum 25. Februar 1942 erreichte das Kommando Cherson. Im Mai 1942 wurden Teile des Kommandos zu Sicherungs- und Versorgungs-Aufgaben mit Booten und Schlauchbootfähren am Ssiwash eingesetzt. Anfang Mai 1942 wurden Teile des Kommandos nach Feodosia verlegt und für das Unternehmen "Trappenjagd" bereitgestellt. In der Nacht zum 8. Mai führte das Kommando eine Sturmlandung über die Bucht von Feodosia hinter die russischen Stellungen an der Parpatschenge nach vorausgegangenen Scheinlandungen durch. Am 17. / 18. Mai wurde das Kommando dann nach Cherson verlegt und dem XXX. Armeekorps unterstellt. Bis zum 30. Mai 1942 verlegte es nach Muchalatka. Hier fanden weitere Landeübungen statt, bevor das Kommando am 7. Juni 1942 über See in die Laspa-Bucht bei Balaklawa verlegten. Hier wurde es zu einem Unternehmen gegen das Werk Maxim Gorki II der Festung Sewastopol bereit gestellt. Am 23. Juni kehrte es nach Muchalatka zurück, wo es am 24. Juni auf LKWs verladen wurde und nach Teberti verlegt wurde, wo es für einen Einsatz mit den Infanterie-Regimentern 65 und 213 und dem Pionier-Bataillon 744 bereit gestellt wurde. Am 29. Juni unternahm das Kommando zusammen mit dem leichten Sturmboot-Kommando 905 um 1.00 Uhr eine Sturmlandung über die Ssewernajabucht. Auch am folgenden Tag war das Kommando hier eingesetzt. Am 7. Juli verlegte der III. Zug nach Simferopol, am 8. Juli folgte der Rest des Kommandos. Hier wurde es auf die Bahn verladen und über Bialystok nach Narwa verlegt, wo es der 11. Armee unterstellt wurde. Hier betrieb es Ausbildung und Landungsübungen. Am 5. Dezember wurde es dann über Land nach Peipija verlegt und ab dem 20. Dezember 1942 mit der Bahn nach Karlsruhe. Nach erfolgter Auffrischung wurde es mit der Bahn nach Slawiansk in den Donezbogen verlegt und dort der 1. Panzerarmee unterstellt. Bis Mitte Juli wurde es hier zu Infanterie- und Pioniereinsätzen am mittleren Donez eingesetzt, anschließend bis Ende September zu Einsätzen bei den Abwehrkämpfen zwischen Donez und Dnjepr. Bis Mitte Oktober 1942 folgte die Abwehrschlacht im Brückenkopf Saporoshje mit gelegentlichen Bootseinsätzen und bis zum 9. Dezember 1943 die Abwehrschlacht im Raum Dnjepropetrowsk - Kriwoi-Rog mit gelegentlichen Bootseinsätzen. Am 10. Januar 1944 folgte die Unterstellung des Kommandos unter die 6. Armee und am 3. Februar 1944 die Verlegung nach Nikopol. Auf Brückenfähren verladen, wurden die Boote anschließend nach Girly gebracht und marschierten von hier aus nach Trotzkoje, wo es am 10. März 1944 ankam. Bis Anfang Mai 1944 landete das Kommando schließlich in Aalborg in Dänemark. Am 28. Juni 1944 führte Oberleutnant Barth zwei Züge mit 60 Sturmbooten im Seetransport von Aalborg nach Swinemünde. Die Boote sollten in Estland bzw. Finnland beim Unternehmen "Tanne Ost" bzw. "Tanne West" zum Einsatz kommen. Das Kommando hatte eine Stärke von 3 Offizieren, 2 Beamten, 20 Unteroffizieren und 175 Mann. Ein weiteres Kommando unter Unteroffizier Gräwe mit 2 Unteroffizieren und 20 Mann kam nach Danzig. Vom 14. - 16. wurde das Kommando Oberleutnant Barth beim Unternehmen "Tanne Ost", der Landung auf Hochland / Suursaari im finnischen Meerbusen, dezimiert. Einige wenige Boote wurden nach dem Fehlschlag des Unternehmens noch zu Ablandungen auf MFPs und auf Nachbarinseln eingesetzt. Anschließend wurde das Kommando Leutnant Stiepel (Reste Führergruppe mit I. und III. Zug) zur Sicherung der Südküste Ösels in Arnsburg mit 1 Offizier, 2 Beamten, 4 Unteroffizieren und 30 Mann eingesetzt. Vom 2. - 3. Oktober 1944 nahm das Kommando an der Räumung der Insel Dagö teil. Mitte Oktober 1944 wurde die Aurüstung des Kommandos Lt. Stiepel an das Sturmboot-Kommando 903 übergeben und das Kommando selbst in den Kurlandbrückenkopf verlegt. Der verbleibende II. Zug wurde ab dem 24. Oktober 1944 in Sandkrug auf der Kurischen Nehrung stationiert. Von dort aus führte es Erkundungen von Anlegestellen für leichte Sturmboote und für Landungsboote der in Zulauf befindlichen 2. / Landungs-Pionier-Bataillon 128 durch. Im November 1944 wurde das Kommando Leutnant Stiepel im See- und Bahntransport aus dem Kurlandbrückenkopf nach Dänemark zur Auffrischung und Ergänzung verlegt. Am 29. November 1944 wurde der II. Zug durch das Sturmboot-Kommando Leutnant Knerr (Reste Sturmboot-Kommando 905) abgelöst. Es wurde nach Wesel verlegt, wo auch die inzwischen wieder aufgefrischten Rest-Teile des Kommandos eingetroffen waren. Es wurde hier in leichte Sturmboot-Kompanie 902 umbenannt. Am 15. Dezember 1944 wurde die Kompanie nach Diersfordt bei Wesel weiterverlegt und dort im gräflichen Schloß untergebracht. Am 18. Dezember 1944 verlegte die Kompanie nach Rheurdt. Bis März 1945 wurde sie von hier aus an der Maas zwischen Roermond und Venlo zur Sicherung eingesetzt. Am 23. März 1945 wurden der südliche und der mittlere Zug anläßlich des alliierten Rheinübergangs bei Wesel und den anschließenden Luftlandungen dezimiert. Die Reste wurden dem weiter unterstrom bei Emmerich weniger mitgenommenen Zug eingegliedert, der am 1. April 1945 bei Eltern auf niederländischen Boden übertrat. Vom 5. / 6. Mai 1945 kam es zu einem letzten Kämpfen mit Fallschirmjägern und Panzern bei Zwolle. Am 9. Mai 1945 wurde die Kompanie bei Utrecht aufgelöst.