SS-Panzergrenadier-Division "Leibstandarte Adolf Hitler"
1. Einsatz und Unterstellung:
Die SS-Panzergrenadier-Division "Leibstandarte SS Adolf Hitler" wurde am 24. November 1942 mit Wirkung vom 9. November aus der SS-Division (mot.) "Leibstandarte SS Adolf Hitler" gebildet, wobei es nur zu einer Umbenennung kam. Eine Umgliederung fand nicht statt. Nach der Besetzung Südfrankreichs wurde die Division zum Küstenschutz am Mittelmeer eingesetzt und verlegte dann wieder nach Nordfrankreich. Zum Jahresende verfügte die Division über eine Stärke von 20.844 Mann. Ab dem 11. Januar 1943 wurde die Division verladen und wieder an die Ostfront verlegt. Ab dem 22. Januar 1943 wurde sie im Raum Charkow entladen und bei Tschugujew am Donez versammelt. Im Gegensatz zum eigentlichen Auftrag, nämlich mit dem SS-Panzer-Korps offensive anzutreten, wurde die Division sofort zurückgedrängt. Sie stand zunächst im Raum südlich von Charkow zwischen Tschugujew und Samoste Sidki in Abwehrgefechten. Nach wenigen Tagen mußte sich die Division auf eine Stellung entlang des Donez von südlich Merefa bei Samostje Sidiki nach Süden auf Ochotschaje und von dort nach Westen Richtung Krasnograd zurückziehen. Anschließend kam es bis Ende Februar 1943 zu schweren Abwehrkämpfen im Raum Krasnograd. Am 28. Februar 1943 trat die Division im Rahmen der 4. Panzerarmee zum Gegenangriff auf Charkow an, das bis zum 14. März 1943 zurückerobert wurde. Bereits am 16. März 1943 trat die Division nach Norden in den Raum Bjelgorod an und konnte den Donez erreichen. Ab Ende März 1943 wurde die Division dann im Raum Charkow aufgefrischt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die Division im Osten 167 Führer und 4.373 Unterführer und Mannschaften verloren. Ende Juni 1943 verlegte die Division in den Raum westlich von Olschany, wo sie östlich von Tomarowka für die deutsche Sommeroffensive im Raum Kursk bereitgestellt wurde. Ab dem 5. Juni 1943 nahm die Division an der deutschen Offensive "Operation Zitadelle" teil. Am linken Flügel des II. SS-Panzerkorps erreichte sie am 6. Juni den Raum Lutschki. Am 9. Juli 1943 trat die Division in nordwestlicher Richtung an. Nach schweren Kämpfen wurde die deutsche Offensive am 13. Juli 1943 abgebrochen. Am 16. Juli erhielt die Division den Befehl, in den Raum Obojan zu verlegen. Als die Rote Armee am 17. Juli 1943 gegen die 6. Armee am Mius und gegen die 1. Panzerarmee am mittleren Donez in die Offensive ging, verlegte die SS-Panzergrenadier-Division "Leibstandarte Adolf Hitler" in den Raum Stalino. Nach Einsätzen zur Rückeroberung der Mius-Linie wurde die Division ab dem 29. Juli 1943 nach Oberitalien verlegt. Sie kam im Raum Verona - Reggio - Piacenza - Bergamo unter und wurde ab dem 8. September 1943 zur Entwaffnung der italienischen Armee eingesetzt. Am 19. September 1943 wurden dabei durch Angehörige der Division die Ortschaften Bove und Castellar in der Region Cuneo niedergebrannt. Teile der Bevölkerung wurden erschossen. Bereits am 15. September hatten Angehörige des SS-Panzergrenadier-Regiments 2 in Meina am Lago Maggiore etwa 20 Juden aufgegriffen und erschossen. Vom 26. September 1943 bis zum 12. Oktober 1943 wurde das SS-Panzergrenadier-Regiment 1 zur Niederschlagung der Aufstandsbewegung in Istrien eingesetzt. Am 16. Oktober 1943 folgte ein weiteres Säuberungsunternehmen nordöstlich Fiume. Die Division wurde am 22. Oktober 1943 in 1. SS-Panzer-Division "Leibstandarte SS Adolf Hitler" umbenannt.
1942
| Datum | Armeekorps | Armee | Heeresgruppe | Ort |
| 9. November | zur Verfügung | D | Normandie (Lagekarte) |
1943
| Datum | Armeekorps | Armee | Heeresgruppe | Ort |
| 1. Januar | zur Verfügung | D | Normandie | |
| Februar | zur Verfügung | OKH | B | Charkow (Lagekarte) |
| 4. März | SS-Panzer-Korps | 4. Panzerarmee | Süd | Charkow |
| April | zur Verfügung | Armee-Abteilung Kempf | Süd | Charkow |
| Mai | Auffrischung | Süd | Charkow (Lagekarte) (Lagekarte) | |
| Juli | II. SS | 4. Panzerarmee | Süd | Bjelgorod |
| August | zur Verfügung | B | Oberitalien | |
| September | II. SS | B | Oberitalien |
2. Kommandeure:
9. November 1942 Oberstgruppenführer Joseph (Sepp) Dietrich
4. Juli 1944 Brigadeführer Theodor Wisch
3. Gliederung:
SS-Division (mot) Leibstandarte SS Adolf Hitler November 1942:
Divisionsstab
SS-Panzergrenadier-Regiment 1
SS-Panzergrenadier-Regiment 2
SS-Aufklärungs-Abteilung
SS-Artillerie-Regiment
SS-Panzerjäger-Abteilung
SS-Sturmgeschütz-Abteilung
SS-Flak-Abteilung
SS-Pionier-Bataillon
SS-Nachschubdienste
SS-Verwaltungsdienste
SS-Sanitäts-Abteilung
SS-Veterinär-Abteilung
SS-Nachrichten-Abteilung
5. Literatur und Quellen:
Thomas Fischer: Von Berlin bis Caen, Entwicklung und Einsätze der Divisions- und Korps-Artillerie der LAH 1939–1945. Eine Text- und Bilddokumentation. Helios-Verlag, Aachen 2004
Herbert Walther: Die 1. SS-Panzer-Division Leibstandarte
Adolf Hitler. Eine Dokumentation in Wort und Bild., Dörfler-Verlag, Oktober 2001
Heinz Höhne: Der Orden unter dem Totenkopf. Die Geschichte der SS. Orbis-Verlag,
München 2002
Georg Tessin: Verbände und Truppen der Deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. Band 2. Die Landstreitkräfte 1–5. 2. Auflage. Biblio-Verlag,