1. Landungsflottille

 

Die 1. Landungs-Flottille wurde im November 1941 als Landungs-Lehr-Flottille Schwarzmeer in Varna und Constanza aufgestellt und bis zum 26. Februar 1942 in 1. Landungs-Flottille umbenannt. Sie war mit Marinefährprähmen ausgestattet. Im April 1942 wurde die Flottille für Minenoperationen zur Sperrung der Bucht von Perekop eingesetzt. Dabei wurde F 130 am 29. April 1942 durch eine Treibmine beschädigt, konnte aber repariert werden. Am 3. Juni 1942 wurde F 145 auf dem Marsch von Otschakow nach Ak Metschet etwa 1 sm südlich Karabatsch durch einen Minen- oder Torpedotreffer versenkt. Nach der Eroberung Sewastopols verlegte die Flottille dorthin. Die Boote wurden für Nachschubtransporte entlang der Südküste der Krim eingesetzt. Am 21. Juli 1942 wurden bei einem russischen Luftangriff auf Mariupol vier MFP der Flottille versenkt. Am 1. August 1942 wurde F 334 durch einen russischen Torpedo schwer beschädigt. Am 5. August 1942 folgte die Beschädigung von F 134 in Jalta, das nicht mehr repariert werden konnte. Im August 1942 wurden einige Boote der Flottille nach Jurakow Kut verlegt. Am 10. August 1942 wurde F 133 durch eine Mine versenkt. Das Boot konnte gehoben und instand gesetzt werden. Am 12. August 1942 wurde F 138 bei einem russischen Luftangriff auf Kap Kasantip durch einen Bombentreffer beschädigt und konnte später instand gesetzt werden. Am 1. / 2. September 1942 nahm die Flottille am Unternehmen "Blücher II" teil: Von Mama Rußkaja, Tarchan und Jurakow Kut liefen drei Landungsgruppen ab und landeten zwischen Kap Achilleon und Kap Kameny, zwischen Kap Pekly und Kutschugury und ostwärts von Kutschugury je ein verstärktes Infanterie-Regiment der 46. Infanterie-Division. Im September 1942 wurde die Flottille dann für den Übersetzverkehr von Kertsch nach Kossa Tschuschka und später nach Taman und Sennaja eingesetzt. Dabei gingen im September und Oktober 1942 F 533 und F 138 verloren. Im Januar 1943 beteiligte sich die Flottille trotz starkere Vereisung der Fahrwege an den Evakuierungstransporten der deutschen Truppen aus dem Kaukasus. Dabei gingen im ersten Halbjahr 1943 F 136, F 535, F 143, F 473, F 176, F 371, F 475, F 309 und F 367 verloren. Die Flottille wurde anschließend für Versorgungsfahrten zwischen  Anapa und Kertsch eingesetzt. Am 21. September 1943 beteiligte sie sich am Ausbringen einer Minensperre an der Kaukasusküste zwischen Anapa und Scheljesnij Rog. Die Flottille wurde nun auch vermehrt zum Vorpostendienst eingesetzt. In der Nacht zum 2. Oktober 1943 wurden F 315 und F 302 durch Minentreffer versenkt. Am 4. Oktober ereilte F 125 das gleiche Schicksal. In der Ncht zum 9. Oktober 1943 fuhr die Flottille den letzten Einsatz zum Kuban-Brüclenkopf und verlegte anschließend nach Sewastopol. Im November 1943 waren von den etwa 70 im Schwarzmeer einsatzbereiten MFP mindestens 35 zu Versorgungsaufgaben eingesetzt, und zwar 17 in der Straße von Kertsch, 13 in Odessa und in der Dnjeprmündung, 12 zwischen Jalta und Sewastopol. Vom 3. November - 6. Dezember 1943 wurde der russische Landekopf Eltingen von See her blockiert, was schließlich zu dessen Bereinigung von Land her führte. Am 28. November 1943 sank F 594 bei einem Luftangriff auf Kamysch-Burun. Am 30. November 1943 strandete F 341 im Sturm auf der Kossa Tusla und wurde anschließend durch russische Artillerie zerstört. Nur 5 Mann der Besatzung konnten durch andere Boote gerettet werden. Am 2. Dezember 1943 wurde F 566 mit drei Sturmgeschützen und einem Panzerspähwagen an Bord bei Eupatoria durch ein U-Boot torpediert und kenterte anschließend. Am 5. Dezember 1943 sank F 369 nach einem Bombentreffer in Kamysch-Burun, am 11. Dezember wurde F 559 hier schwer beschädigt. Am 19. Januar 1944 waren von 66 im Schwarzmeer gemeldeten MFP 40 kriegsbereit. 6 Neubauten aus Wien sollten noch im Januar, 9 Neubauten aus Linz im Februar in Dienst gstellt werden. Im März 1944 wurden 45.500 t Material der 111. Infanterie-Division vom Festland auf die Krim transportiert. Bis zum 10. April 1944 waren Boote der Flottille auch an der Räumung Odessas beteiligt. Vom 12. - 16. April 1944 mußten etwa 10.000 Soldaten des V. Armeekorps von Feodosia, Sudak, Aluschta und Jalta nach Balaklawa und Sewastopol verlegt werden. In der Nacht zum 10. Mai 1944 sperrten Boote der Flottille die Sewernaja-, Süd- und Strelintzkaja-Bucht mit 71 Seeminen. In der Nacht zum 12. Mai 1944 kam es zu dramatischen letzten Einschiffungen von der Krimküste bei Chersonnes. Die MFP waren mit bis zu 1.100 Mann total überladen. Anschließend wurde die Flottille zu weiteren Räumungsfahrten entlang der ukrainischen Kpüste und zur Sicherung des Küstenvorfeldes eingesetzt. Am 23. August 1944 trat Rumänien auf die russische Seite über. Teile der MFP konnten sich auf die Donau in Richtung Norden absetzen, die restlichen wurden von den Besatzungen selbst versenkt. Die Flottille wurde aufgelöst, die Mannschaften im Alarmbataillon 214 zusammen gefasst und im Erdkampf eingesetzt.