Kriegsgefangenen-Bau- und Arbeitsbataillone
Die Kriegsgefangenen-Bau- und Arbeitsbataillone (KrGefBau-u.
ArbBtl) wurden ab August 1940´durch den Chef der Heeresrüstung und Befehlshaber
des Ersatzheeres aufgestellt: "Im Interesse der Durchführung kriegswichtiger
Bau- und Verwaltungsaufgaben" sollten diese in der Regel der aufstellenden
Wehrkreisverwaltung zur Verfügung stehen. Nach der dafür erstellten
Kriegsstärkenachweisung (KStMN) 4201 vom 20. August 1940 umfasste ein Bataillon
neben dem Stab drei Kompanien zu jeweils 200 Kriegsgefangenen, die möglichst
gelernte Handwerker oder Bauarbeiter sein sollten. Zur Bewachung der
Kriegsgefangenen waren 137 deutsche Soldaten verschiedener Dienstgrade
eingesetzt. Während anfangs nur kriegsgefangene Polen in den
Kriegsgefangenen-Bau- und Arbeitsbataillonen eingesetzt waren, wurden bald auch
Bataillone mit französischen Gefangenen aufgestellt. Am 1. Oktober 1941 wurden
schließlich 38 russische Kriegsgefangenen-Bau- und Arbeitsbataillone
aufgestellt. Ohne eine Verstärkung des deutschen Rahmenpersonals, wurde die Zahl
der Kriegsgefangenen von 200 pro Kompanie auf 600 und die Stärke eines
Bataillons somit auf 1.800 Gefangene erhöht. Die Bataillone wurden meist kompanieweise eingesetzt. Die einzelnen
Kompanien waren dabei organisatorisch dem nächstgelegenen Stalag angeschlossen.
Die meisten der Bataillone trugen einen Namenszusatz mit der Bezeichnung der
jeweiligen Nationalität der Kriegsgefangenen.
Literatur und Quellen:
G. Mattiello / W. Vogt: Deutsche Kriegsgefangenen- und Internierteneinrichtungen 1939 -1945 - Handbuch und Katalog Lagergeschichte und Lagerzensurstempel - Band 2: Oflag, BAB, Dulag etc, Selbstverlag 1987
Karl Hüser / Reinhard Otto: Das Stammlager 326 (VI K) Senne 1941 - 1945 - Sowjetische Kriegsgefangene als Opfer des Nationalsozialistischen Weltanschauungskrieges, Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 1992