Feldeisenbahndirektionen / Feldeisenbahnkommandos
Einheitsabkürzung nach KStN: Feldeisenbahndirektion (Feldeisb.Dir.)
und Feldeisenbahnkommando (Feldeisb.Kdo.)
In Befehlen, Berichte, Weisungen usw. wird die Abkürzung F.B.D. für
Feldeisenbahndirektion bzw. F.E.Kdo. für Feldeisenbahnkommando verwendet.
Zahlenmäßige Entwicklung der Feldeisenbahndirektionen / Feldeisenbahnkommandos:
1941 - 4 Feldeisenbahndirektionen
1942 - 5 Feldeisenbahndirektionen
1943 - 6 Feldeisenbahnkommandos
1944 - 4 Feldeisenbahnkommandos
1945 - 3 Feldeisenbahnkommandos
Es gab zahlenmäßig zwar 7
Feldeisenbahnkommandos, 1943 wurde F.E.Kdo. 5 als WVD Italien neu aufgestellt.
Richtlinien für den Einsatz (erstellt vom Stabsoffizier II F.E.Kdo. 5)
Das Feldeisenbahnkommando hat die Aufgabe, die vom Chef des Transportwesens zur
Wiederherstellung und Inbetriebnahme befohlener Strecken unverzüglich zu
besetzen und zu betreiben.
Die erste Erkundung feindfrei gewordener Strecken wird vom Kdr.d.Eisb.Pi. bei
den Armeen durchgeführt, dessen Aufgabe ist, zerstörte Strecken für die
Wiederinbetriebnahme durch das Feldeisenbahn-Kommando in möglich kurzer Zeit
wiederherzustellen und gegebenenfalls umzuspuren. Es ist unbedingt erforderlich,
das die zum Einsatz befohlenen Abteilungen des Feldeisenbahn-Kommando sofort
Verbindung mit dem zuständigen Kdr.d.Eisb.Pi. aufzunehmen. Sie unterrichten sich
dort fortlaufend über die Lage und werten all einlaufenden Erkundungsmeldungen
für ihre Aufgabe aus. Mit den Einheiten des Kdr.d.Eisb.Pi. ist dauernd engste
Führung zu halten und vertrauensvolle Zusammenarbeit anzustreben. Ebenso ist
umgehend Verbindung mit dem zuständigen Bv.T.O. der Armee aufzunehmen, der die
Abteilungen von den Absichten der Armee über Nachschubführung (Ausladebahnhöfe
und geforderte Ladeleistung) in Kenntnis setzt.
Wird eine neue Strecke zur Wiederherstellung befohlen, setzen die
Feldeisenbahn-Betriebs-Abteilungen und Feldeisenbahn-Maschinen-Abteilungen
frühzeitig Vorkommandos in Marsch, deren Aufgabe es ist, gleichzeitig oder noch
vor den Truppe des Kdr.d.Eisb.Pi. eine erste Besetzung des feindfrei gewordenen
Streckenabschnitts vorzunehmen. Sie führen erste Erkundungen der Bahnanlagen
durch und stellen alle vorgefundenen Eisenbahnstoffe und Gräte sicher.
Besonderes Augenmerk ist auf sofortige Beschlagnahme alle vorgefundenen Pläne
und sonstiger Unterlagen für den Betrieb zu richten. Belegung von Bahngebäuden
durch fremde Truppen ist zu verhindern. Unterkünfte sind, soweit möglich, für
die nachfolgende Einheit bereitzustellen, die Reinigung mit einheimischen
Kräften vorzunehmen.
Die Vorkommandos melden täglich an Feldeisenbahn-Kommando.
Feldeisenbahn-Betriebs-Abteilung bzw. Feldeisenbahn-Maschinen-Abteilung
fernmündlich oder durch Kurier über folgende Punkte:
- Standort
- Tätigkeit
- Erkundungsergebnis
- Feindlage und besondere Vorkommnisse
Die volle Besetzung der Strecke ist unverzüglich nach Inmarschsetzung des
Vorkommandos einzuleiten und muss diesem dichtauf folgend durchgeführt werden.
Sie ist, ohne Rücksichtig auf den Zerstörungsgrad der Strecke, unter Ausnutzung
aller sich bietenden Möglichkeiten vorzunehmen und hat gegebenenfalls im
Landmarsch zu erfolgen.
Nach Eintreffen am Einsatzort sind ohne Zeitverlust die Arbeiten für die
Wiederaufnahme des Betriebes in Angriff zu nehmen. Alle bisher im russischen
Eisenbahndienst tätig gewesenen Kräfte müssen baldmöglichst erfasst und wieder
an ihren ehemaligen Arbeitsstätten eingesetzt werden. Mit Hilfe von Dolmetscher
und Starosten muss an den Strecken die Organisation des russischen
Schneeräumdienstes aufgespürt und für eigene Zwecke voll bereitgestellt werden.
Im Einvernehmen mit dem Kdr.d.Eisb.Pi ist der Betrieb alsbald verantwortlich zu
übernehmen.
Mit allen Transportdienststellen und den am Ort befindlichen Dienststellen
(Ortskommandanturen) ist Verbindung aufzunehmen.
Einzelheiten über Aufgaben bei der ersten Besetzung der Bahnhöfe,
Bahnmeistereien, Betriebswerke sind aus den an die Abteilungen verteilten bzw.
noch zur Verteilung gelangenden Merkblättern zu ersehen.
KStN 2005 (Feldeisenbahnkommando) 01.03.1944
Stärke 130 Offiziere, 11 Beamte, 184 Unteroffiziere und 294 Mann
Davon stellen Heer: 15 Offiziere, 11 Beamte, 38 Unteroffiziere und 142 Mann
die Reichsbahn: 76 Offiziere, 0 Beamte, 145 Unteroffiziere und 152 Mann, sowie
durch Heer oder Reichsbahn weitere 39 Offiziere und 1 Unteroffizier.
Literatur und Quellen:
Nara T 77, T 78, T311, T312, T313, T314, T501
Rohde, Horst, Das deutsche Wehrmachtstransportwesen
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